Baesweiler - „Schatzsuche im Jahreskreis”: Von Maibrauchtum und erfinderischen Bayern

„Schatzsuche im Jahreskreis”: Von Maibrauchtum und erfinderischen Bayern

Von: Daniel Gerhards
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Kurzweiliges zum Jahreskreis:
Kurzweiliges zum Jahreskreis: Margret Nussbaum in der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Angesichts der warmen Sonnenstrahlen dieser Tage kommen wohl bei vielen Menschen Frühlingsgefühle auf. Pünktlich zum Frühlingsanfang begab sich Margret Nußbaum auf den dritten Teil ihrer „Schatzsuche im Jahreskreis”.

Zu der „literarischen Entdeckungsreise” kamen gut 50 Besucher in die Alte Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler.

Maibaum stecken

Dabei vermittelte Nußbaum Märchen und Mythenhaftes, Sagen und alte Weisheiten und Gebräuche. Sie sprach über den Muttertag, den Osterhasen, Gartenzwerge, den 1. April und rezitierte aus Eduard Mörikes bekanntem Frühlingsgedicht „Er ists”. Zudem erklärte sie die Gebräuche des Monats Mai, die auch in Baesweiler noch gepflegt werden: Es gibt in jedem Jahr einen Maikönig und die jungen Männer stecken ihren angebeteten Mädchen einen Maibaum.

Doch nicht nur Freude und Aufbruchsstimmung gehören zum Frühling. Auch der Verzicht ist seit je her ein Bestandteil: „Frühlingszeit ist Fastenzeit.” Heute bestimme jeder selber, worauf er verzichtet. Alkohol oder Süßigkeiten lassen viele Menschen zwischen Aschermittwoch und Ostern weg. „Im Mittelalter gab es jedoch strenge Fastenregeln”, erklärte Nußbaum. Die Mahlzeiten durften damals meist kein Fleisch und keine Eier enthalten. Dafür gab es Fisch, Klöße und Hülsenfrüchte. Doch der Verzicht kam schon damals nicht allen gelegen.

Im römisch-katholisch geprägten Rheinland habe sich in diesem Zusammenhang der Spruch eingebürgert: „Wer schon fasten will, soll wenigstens gut essen.” Erfinderisch waren auch die Bayern. „Sie erklärten die Gans zum Wassertier und damit den Fischen gleich”, sagte Nußbaum. Somit konnte das Federvieh auf die Fastenspeisekarte.

Jung und schön bleiben

Eine der bekanntesten Sagengestalten des Frühlings ist Frau Holle. Sie wache darüber, dass an Ostern alle Winterarbeit erledigt ist. „Dann erscheint sie als frühlingshaft schöne Frau.” Da alles Leben aus dem Wasser kommt, hütet sie Brunnen und Teiche und sorgt dafür, dass das Leben neu erwachen kann. Sie bringt den Feldern Fruchtbarkeit und sorgt sich um den Ackerbau. Zu Frau Holles Frühlingsfahrt wird ein Pflug über das Land und durch die wieder eisfreien Flüsse gezogen. „Diese Umzüge wurden von der Kirche immer wieder verboten, aber trotzdem noch sehr lange durchgeführt”, erklärte Nußbaum.

Jugend und Schönheit soll indes das „Osterwasser” verleihen. Das wird von jungen Mädchen aus Bächen und Flüssen geholt. Wer sich darin wäscht, sollte der Sage nach aber nur jung und schön bleiben, wenn die Mädchen auf dem Heimweg schweigen.

Wie der Frühling schmeckt, konnten die Besucher auch noch probieren. Margret Nußbaum spendierte einen Veilchenlikör und einen Schokoladenosterhasen. Zudem bekam jeder ein Zwergenkärtchen mit einem Glücksspruch darauf.

Der Sommer ist am 14. Mai an der Reihe

Weiter geht die „literarische Entdeckungsreise” mit dem Sommer. Am Dienstag, 15. Mai, findet der vierte Teil der „Schatzsuche im Jahreskreis” mit Margret Nußbaum statt. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr in der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler. Eintrittspreis: fünf Euro.

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