Schäferhundeverein Bardenberg sucht neues Zuhause

Von: Verena Müller
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Schäferhund Symbol Hund Symbolfoto: Boris Roessler/dpa
Der Schäferhundeverein Bardenberg musste einen Rückschlag hinnehmen bei der Suche nach einem neuen Zuhause. Foto: Symbolfoto: dpa

Herzogenrath. Als „ein bisschen ernüchternd“ beschreibt der Vorsitzende des Schäferhundevereins Niederbardenberg, Hans Cülter, den Ausgang des Gesprächs, bei dem es erneut um eine Ausgleichsfläche für den Verein ging. Hintergrund sind die geplanten Erneuerungen der L223. Nachdem beim ersten Gespräch (fast) alles in trockenen Tüchern gewesen zu sein schien, stellt sich die Lage aus Cülters Sicht nun völlig anders dar.

Am Gespräch im Herzogenrather Rathaus in der vergangenen Woche beteiligt waren neben dem Verein die Eigentümer der ins Auge gefassten Ausweichfläche, Straßen NRW als Baulastträger und Vertreter der Stadtverwaltung.

Ob Straßen NRW nur den Grunderwerb tätigt und dann die Fläche auf die Stadt überträgt, an diese verkauft oder der Verein als Eigentümer auftritt – all das sei offen, sagt Cülter. Er sei ja flexibel, man müsse aber schon langsam wissen, worauf man sich einstellen muss. „Wenn wir die Fläche kaufen und es fehlen am Ende ein paar Tausend Euro, könnten wir schauen, ob wir Sponsoren finden“, zeigt er sich kompromissbereit. Und an die Adresse der Stadt und des Landesbetriebs adressiert: „Das ist keine Frage des Könnens sondern des Wollens.“

Dabei habe Straßen NRW signalisiert, schon im Oktober die Arbeiten an der Landstraße aufnehmen zu wollen. Deshalb habe er den Gesprächspartnern nun eine Frist gesetzt. Zwei Wochen werde er warten, dann werde er in die Offensive gehen. Und notfalls bis zum Verwaltungsgericht. „Schließlich geht es hier nicht um einen einfachen Flächentausch, sondern um die Existenz eines Vereins.“

Auch die Frage des Vereinsheimstandorts und der Anschlüsse sei offen. Das neue Areal müsste Zugang zu Wasser und Strom haben, die Stadt wolle das aber nicht bezahlen, so der Vereinsvorsitzende. Der Verein könne doch einfach das alte Heim weiter nutzen, habe die erste Reaktion gelautet. Für Cülter ein Unding. „Alemannia Aachen hat ja sein Vereinsheim auch nicht in Bardenberg“, zieht er als Vergleich heran. Auch die Topographie ließe es nicht zu, die Rücken an Rücken liegenden Parzellen so zu nutzen, dass das Häuschen einbezogen werden könnte.

Spricht man mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt Herzogenrath, Ragnar Migenda, der bei der Zusammenkunft anwesend war, scheint sich manches zu relativieren. Aber nicht alles. Grundsätzlich obliege es Straßen NRW, einen Ersatz zu schaffen, erklärt Migenda. Die Stadt sähe sich in dieser privatrechtlichen Angelegenheit eher in der Funktion eines Moderators, da sie natürlich ein Interesse am Fortbestand des Vereins und an einem breit gefächerten Vereinsleben in Herzogenrath habe.

Und das Finanzielle ist – neben der Zeit, die davonläuft – eben auch der Knackpunkt, der einen Wechsel auf das benachbarte Grundstück schwierig gestalten könnte. Denn das ist derzeit Ackerland. „Ich halte eine Umwidmung zwar prinzipiell für möglich“, sagt Migenda, er könne aber der Bezirksregierung, die hier den Haut aufhat, nicht vorgreifen. Und: „Ein Jahr würde das Verfahren dauern.“ Diese Zeit hat der Verein nicht. Und dann müsste die Fläche noch erschlossen werden. Migenda zur Kostenübernahme: „Die Stadt kann nicht überall dort einspringen, wo es hakt.“

Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels: „Wir suchen gerade nach einer geeigneteren Fläche, vielleicht in Mitte oder Merkstein“, so Migenda. Viel stünde allerdings nicht zur Auswahl, wenn man den Bedarf von 3500 Quadratmetern berücksichtige. Und was sagt der Landesbetrieb selbst? Zunächst einmal dementiert er einen Baubeginn in diesem Jahr. Die Landesregierung habe gerade erste einen Nachtragshaushalt für 2017 genehmigt, in diesem sei die Maßnahme aber nicht enthalten. „Ich gehe fest mit einem Baubeginn in 2018 aus“, so Bernd Egenter, Leiter der Regionalniederlassung Euskirchen.

Generell sagt er, dass Straßen NRW zwar für eine Entschädigung (in dem Fall das zur Verfügungstellen einer Ausgleichsfläche) sei, aber nicht für die Ausstattung. Also etwa Vereinsheim, Wege, Versorgung. Man werde mit der Stadt nach Alternativen suchen, um zeitlichen Überschneidungen mit dem Baubeginn aus dem Weg zu gehen. „Wir sind weiter im Gespräch“, zeigt sich Egenter gelassen.

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