Schachverein fördert schon die Jüngsten im „Königlichen Spiel“

Von: Jule Klieser
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Zug um Zug: Gute Beobachtungsgabe und vorausschauendes Denken sind auch schon beim Nachwuchs gefragt. Fotos (2): Jule Klieser Foto: Jule Klieser

Würselen. Seit dem 13. Jahrhundert gibt es das Schachspiel in Europa. Möglicherweise wurde es im 6. Jahrhundert in Persien erfunden. Jedenfalls stammt sein Name vom persischen Begriff „Schah“ für „König“, weil der König die zu schlagende Figur in diesem Strategie-Spiel ist. „Königliches Spiel“ wird es aber auch deshalb genannt, weil es als anspruchsvolles und schwieriges Spiel gilt.

Doch man kann es auch spielerisch angehen, das machen die Kinder und Jugendlichen beim Schachverein Würselen vor, die mit Begeisterung freitags zum wöchentlichen Training kommen. Manche spielen es richtig flott-sportlich, die Uhr steht neben dem Schachbrett.

„Blitzschach“ ist schon was für die Jüngsten. Da eilen die Figuren nur so über das Brett, und ein Bauer nach dem anderen fliegt raus. Maximal fünf Minuten darf die ganze Partie beim Blitzschach dauern.

Erst im 19. Jahrhundert hat die Uhr Einzug in den Schach-Wettkampf gehalten. „Die Leute hatten damals immer Probleme, wenn ein Spieler eine lange Zeit nicht gezogen hat“, weiß der Vereinsvorsitzende Michael Havenith bei einem der regelmäßigen Trainingsabende zu berichten. Seitdem wird bei Turnieren eine Partie, die maximal sechs Stunden lang dauern darf, in bestimmte Intervalle zerlegt.

Den Würselener Schachverein gibt es schon seit 1926. Er zählt heute 60 Mitglieder, zur Hälfte Kinder und Jugendliche. Denn Schach ist etwas für jedes Alter. Vier Jahre ist das jüngste, 70 das älteste aktive Mitglied alt. 87 Jahre zählt der Älteste und Ehrenvorsitzende des Vereins.

„Schach ist schon eine knallharte Sache“, sagt Havenith. „Im Normalfall gewinnt der Bessere. Am Anfang ist das manchmal frustrierend.“ Aber es mache Spaß, wenn man Erfolg hat.

Sport zum Abschalten

Für die meisten Teilnehmer hat Schach eine entspannende Komponente. „Weil es ein ruhiger Sport ist und man abschalten kann“, gefällt das Spiel zum Beispiel Nils Heinichen, Jugendleiter beim Verein. „Man vergisst alles drum herum“, findet er. Gleichzeitig hat ihn der Wettkampf interessiert. „Zum Teil ist es ein schneller Sport. Man braucht Nervenstärke und Konzentration, man braucht viele Fähigkeiten.“ Räumliches Denken sei ebenfalls wichtig, ergänzt Havenith. Denn man müsse stets alle Figuren genau im Blick haben.

„Ich mag Schach, weil es nicht so hektisch ist und Spaß macht“, kommentiert der zwölfjährige Fynn Janssen. Er spielt mindestens einmal pro Woche. Und zu Hause analysiert er die Partie, die er im Verein gespielt hat. Als Vierjähriger hat er angefangen „Schachspielen macht Spaß“, findet auch Ajla Pestek. „Man lernt viel dazu und es ist wie eine Entspannung“, sagt die Zehnjährige, die seit zwei Jahren Erfahrungen im Schach sammelt.

Havenith bedauert indes, dass die Stadt Würselen ab 2013 Raumnutzungsgebühren in Höhe von 400 Euro pro Jahr erheben will. Bisher waren die Vereinsleute sehr glücklich, einen geeigneten Raum im Alten Rathaus fürs Training nutzen zu können. „Ich kann zwar verstehen, dass wir an die Stadt etwas zahlen sollen, aber wie der Verein das aufbringen soll, weiß ich nicht.“ Er befürchtet, dass Mitglieder abspringen könnten, wenn der Vereinsbeitrag erhöht werden müsse. Und dann gebe es wiederum weniger Einnahmen... „Von Null auf 400, das ist viel.“

Am Freitag, 22. Dezember, 10 bis 14 Uhr, kann sich jeder Interessierte beim Tag der offenen Tür über das königliche Spiel und den Würselener Schachverein informieren – im Alten Rathaus an der Kaiserstraße 36.

Tag der offenen Tür und Neujahrs-Open

Der Schachverein Würselen hat 60 Mitglieder, davon rund 30 Kinder und Jugendliche. Die 1. Mannschaft spielt sehr erfolgreich in der Regionalliga Mittelrhein. In der Jugendabteilung ist die U 16 in der Mittelrheinliga Aushängeschild des Vereins. Das Jugendtraining unter Leitung von erfahrenen Trainern ist freitags (Anfänger ab 18 Uhr, Fortgeschrittene ab 19 Uhr) im Alten Rathaus, Kaiserstr. 36, Raum 4, 1. Etage, statt. Der Spielabend der Erwachsenen ist um 20.30 Uhr.

Schachinteressierte Kinder und Eltern sind am Samstag, 22. Dezember, 10 bis 14 Uhr, zum Tag der Offenen Tür ins Alte Rathaus geladen. Der Verein stellt sein Trainingskonzept vor, es gibt einen Einblick in die Fortgeschrittenengruppe, die zeitgleich ein Trainingscamp absolviert.

Am Dienstag, 1. Januar, steht ab 14.30 Uhr das Neujahrs-Open im Alten Rathaus an.

Der Schachverein zieht zum Jahreswechsel eine positive Zwischenbilanz. So führt die 1. Mannschaft um Kapitän Hans Popielas die Regionalliga 8:2 an. Bester Einzelspieler ist Claus Andok, 4 Punkte aus 5 Partien.

Die U-16-Jugendmannschaft ist erstmals in die Mittelrheinliga aufgestiegen. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge bestehen gute Chancen auf den Klassenerhalt.

Ein großes Teilnehmerfeld hatte die Stadtmeisterschaft mit 17 Spielern, organisiert von Turnierleiter Erwin Sanen. Mit Claus Andok setzte sich der Favorit deutlich durch (6 Punkte aus 7 Partien), vor Michael Havenith (5 Punkte, beide SV Würselen) und Ingo Rewerts (5 Punkte, SV Alsdorf). Bester Jugendlicher war Fynn Janssen (4 Punkte, SV Würselen), der eine tolle Saison spielt.

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