Saxofone schaffen ein exquisites Klangerlebnis

Von: rei
Letzte Aktualisierung:
13521543.jpg
Beeindruckende Vielfalt: Mitglieder des Euregio Saxofon Orchesters präsentieren ihre Instrumente. Foto: Stefan Reiners

Alsdorf. Es dürfte vielen der Anwesenden schwer gefallen sein, sich vorher vorzustellen, wie ein Orchester, das ausschließlich aus Saxofonen besteht, klingen wird. Und dann auch noch gleich fünfzig Stück. Denn so viele Instrumente brachte das Euregio Saxofon Orchester – kurz Eso – im Energeticon Fördermaschinenhaus in Alsdorf unter dem Leitmotto „Saxo 200 +2“ auf die Bühne.

Man musste sich allerdings sehr schnell von dem Bild frei machen, das man von dem vor allem als Soloinstrument aus dem Jazz oder aus den Big Bands bekannten Saxofon hatte. Es gibt wesentlich mehr Varianten dieses zu den Holzbläsern gehörenden Instruments, als gemeinhin bekannt sein dürfte.

Selbst Fachkundige kennen in der Regel nur Sopran-, Alt-, und Tenorsaxofon, vielleicht auch noch das von Gerry Mulligan bekannt gemachte Baritonsaxofon. Im Eso waren aber darüber hinaus auch noch das Bass-, das Sopranino-, und das besonders imposante Kontrabasssaxofon eingesetzt.

Gerade Letzteres ist ob seiner Größe ein echter Hingucker und so groß, dass es von einem Stativ gehalten werden musste und im Sitzen gespielt wurde. Und wie klang jetzt ein Orchester aus fünfzig Saxofonen? Die zunächst unbefriedigend anmutende Antwort muss lauten: „Sehr unterschiedlich“. Mal klingt es tatsächlich wie ein Sinfonieorchester, obwohl nicht ein einziger Streicher vertreten ist, mal wie eine Big Band auch wenn jeglicher Blechbläser fehlt.

Die speziell für großes Saxofonorchester arrangierten Stücke wurden unter der Leitung von Yannick Plumacher – unterstützt von den Musiccoaches Simone Schlesak, Annick Henquet und Robin Rebetez – so gefühlvoll und feinsinnig gespielt, dass man auch bei den im ersten Musikblock vertretenen klassischen Stücken, wie Händels „Einzug der Königin von Saba“ über Verdis Gefangenenchor aus „Nabucco“ bis hin zu Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ nichts vermisste.

Aber auch die Arrangements verschiedenster Big Band Klassiker (z.B. „Summertime“, „Pink Panther“, „Lady be good“) kamen vollmundig und satt rüber. Eine große musikalische Leistung, bedenkt man, dass bis auf Leiter und Musikcoaches alle Akteure Amateure sind. „Wir leben im Eso den Euregio-Gedanken ganz bewusst“, erläutert Bernd Klever, der Orchestersprecher. „Alle Musiker kommen ausschließlich aus irgendeinem Teil der Region, sei es Deutschland, Holland, Luxemburg oder Belgien. Anfragen von außerhalb der Euregio haben wir deshalb tatsächlich abgelehnt. Und da gab es einige.“

Mit fünfzig Aktiven ist das Eso eines der größten reinen Saxofonorchester. Ein solches Projekt fordert den Musikern höchste Leistungen ab. Sehr viel Heimarbeit jedes Einzelnen, die dann in rund sieben ganztägigen Proben unter einen Hut gebracht werden muss. Dabei hat jedes ESO-Mitglied wenigstens einmal „Heimrecht“.

Die Arbeit lohnt sich. Das Projekt ist ein besonderes Erlebnis für Auge und Ohr. Da waren sich im vollständig gefüllten Saal alle einig. Entsprechend wurde die Ankündigung Harald Richters, Geschäftsführer der Energeticon GmbH, es werde in Alsdorf sicherlich auch ein „Sax 200 +3“ geben, freudig begrüßt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert