Saubere Sache in einer sozialen Stadt

Von: Elisa Zander
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Kleine Löwen zeigen großen E
Kleine Löwen zeigen großen Einsatz: Auch die Kinder der Kita Löwenburg beteiligen sich an der Müllsammelaktion. Foto: Elisa Zander

Baesweiler. Kreischend laufen die Kinder der Kita Löwenburg über die Wiese im Settericher Burgpark. Manchmal bleiben sie stehen, ziehen ihre Einmal-Handschuhe noch mal hoch und heben etwas auf: Bonbon-Papierchen, Trinkhalme, Zigarettenschachteln.

Das landet dann in den Müllbeuteln, die die Kita-Kinder in der fest anderen Hand halten. Dann stürmen sie den Berg hinauf zum Rutschenaufgang. Alles läuft hier spielerisch, hin und wieder kommen sie und zeigen, was sie schon an „Beute” aufgelesen haben.

Spaß bei der Sache zu haben, das ist einer der wichtigsten Faktoren an diesem Tag. Die „Aktive Nachbarschaft” Setterich, die aus dem Projekt Soziale Stadt hervorgegangen ist, hat die erste Müllsammelaktion im Gebiet Setterich-Nord initiiert. Frauen, Männer und Kinder unterschiedlicher Kulturen haben sich zuvor an der Grünfläche Pestalozzistraße getroffen.

In einer kurzen Lagebesprechung macht Ute Fischer, DRK-Stadtteilmanagerin, deutlich, dass es einige Gebiete gibt, in denen Mengen wild entsorgter Müll liegt. So bekommt jede Gruppe einen Bereich zugeordnet, den sie abgeht. Ausgestattet mit Greifzangen und Handschuhen, von Geschäften gesponsert oder dem Bauhof bereit gestellt, geht es los.

Getränke nehmen die fleißigen Sammler in Bollerwagen mit. Mit großen Müllsäcken gehen sie die Strecke ab. Es dauert nicht lange, bis sich die Beutel füllen. Papier, Wolle, leere Alkoholflaschen, sogar Bremsbeläge finden die Sammler.

„Das ist Wahnsinn, was die Menschen alles entsorgen”, ärgert sich Magdalene Latten, die eine der treibenden Kräfte in der „Aktiven Nachbarschaft” ist.

Etwa 30 Leute sind regelmäßig bei den Treffen, beteiligen sich aktiv am Geschehen, manchmal sogar bis zu 50 schätzt Ute Fischer. Darunter viele Menschen mit Mi-grationshintergrund. „Sogar mehr, als sich gebürtige Deutsche engagieren”, betont Magdalene Latten. Bei der Aktion werden alle Menschen vereint.

Unabhängig von Herkunft und Kultur packen sie gemeinsam an, um den gemeinsamen Lebensraum zu verschönern. Am Gelände an der Pestalozzistraße etwa könnte ein Spielplatz entstehen, Treffpunkte, ein ansehnliches Gebiet.

Mittags stellt Vivawest für alle eine Suppe bereit. Nach der Stärkung geht es weiter. Immer wieder kommen neue Sammler hinzu, Konfirmanden etwa oder Anwohner. An diesem Tag sind auch 168 Schüler der GGS St. Andreas dabei. Nach Klassen eingeteilt, säubern sie Spielplätze, verschiedene Treffpunkte und den Burgpark. Dort treffen sie auf die Kinder der Kita Löwenburg.

Der sechsjährige Adil hat schon so viel gesammelt, dass seine Tüte kaputtgeht. Stolz zeigt er einige Sammelstücke. Papier, Plastikreste oder Eisverpackungen finden sich. Mit der neuen Tüte flitzt Adil zurück zu den anderen. „Es soll ja alles sauber werden.”
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