Würselen - Satire zum Protest vor Toys‘R‘Us-Filiale mit Martin-Schulz-Double

Satire zum Protest vor Toys‘R‘Us-Filiale mit Martin-Schulz-Double

Von: ust
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Warten auf Martin: Der „Nikolaus“ alias Aktivist Elmar Wigand trägt Protestnoten in weihnachtlicher Gedichtform vor. Foto: Ute Steinbusch

Würselen. An einem der umsatzstärksten Samstage machten Arbeitnehmergruppen vor der Würselener Filiale von Toys‘R‘Us mobil: Nikolaus und Knecht Ruprecht erschienen und beklagten die „mittelalterliche Frohn“ der Spielzeugkette ihren Mitarbeitern gegenüber: „Wie sieht es aus bei Toys‘R‘Us, kein Boden hat das Fass“, reimte Nikolaus in Person von Elmar Wigand, Redakteur des Internetblogs „Arbeitsunrecht.de“.

Den Aktivisten des Vereins „aktion./.arbeitsunrecht – Initiative für Demokratie in Wirtschaft & Betrieb“ geht es um faire Löhne und humane Arbeitszeiten. Und um einen fairen Umgang mit dem Betriebsrat. Mona E., Betriebsrätin der Würselener Filiale, werde seit Monaten von der Filialleitung gemobbt.

Zu ihrem Schutz hat sich das Aachener Komitee ‚Solidarität mit Mona‘ gegründet. Die Würselener Filiale hat 24 Mitarbeiter. Die US-Mutter der Spielzeugkette hat im September Insolvenz angemeldet, der deutsche Ableger soll indes nicht betroffen sein. Kunden wurden am Samstag kindgerecht formulierte Infos in die Hand gedrückt: „Der oberste Toys‘R‘Us-Manager heißt David Brandon.

Er wohnt in Amerika. David Brandon bekommt jedes Jahr eine dicke Belohnung, wenn er es schafft, das Geld der Reichen zu vermehren. Wie vermehrt man das Geld der Reichen? Man muss den Arbeitern etwas wegnehmen, das sie eigentlich verdient haben.“

Aktivisten sorgten für Rummel

Die Aktivisten hatten im Vorfeld für Rummel gesorgt und das Kommen des SPD-Vorsitzenden und ehemaligen Würselener Bürgermeisters Martin Schulz angekündigt. Was SPD-Bundessprecher Tobias Dünow am Samstag postwendend dementierte. Anstelle des „echten“ warteten die Aktivisten mit dem „wahren“ Martin Schulz auf, einem Double, gemimt vom Kölner „Mietrebell“ und Aktionsmitglied Kalle Gerigk, der sich auf dem Toys-Parkplatz für Fehler der Vergangenheit „entschuldigte“ und ankündigte, die Hartz-Gesetze reformieren zu wollen: „Das, was hier stattfindet, macht mich glücklich: Ihr kämpft für die Rechte, für die Arbeitsrechte, für Mona!“ Den Kunden empfahlen die Aktivisten via Flugblatt: „Wir wollen, dass alle genug verdienen. Wir wollen, dass alle ihre Meinung sagen dürfen. Wir wollen, dass die gewählten Betriebsräte von den Chefs in Ruhe gelassen werden.“

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