Sanierung: Museumsverein Grube Anna 2 richtet neues Zentrum ein

Von: Karl Stüber
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Altbau erweist sich als „Wundertüte“: Das attraktive Tonnengewölbe im alten Speisesaal des ehemaligen Ledigenwohnheims an der Herzogenrather Straße in Alsdorf hängt am „seidenen“ Faden. Dr. Georg Kehren, Vorsitzender des Bergbaumuseums Verein Grube Anna Alsdorf, möchte mit Hilfe von Freunden und Gönnern die Decke sanieren und einen attraktiven Raum für Veranstaltungen schaffen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Friedrich Ebbert kann den Helm einfach nicht ab- und das Werkzeug in die Ecke legen. Der ehemalige Bergmann ist immer noch höchst aktiv. Und das mit Mitte 80! Das hält ihn jung.

Stolz zeigt Ebbert dem Besucher, was Freiwillige, Ein-Euro-Jobber und er schon im ehemaligen Hausmeistergebäude und dem längst ausgedienten Speisesaaltrakt des ehemaligen Ledigenheims des Verbundbergwerks Anna umgebaut und modernisiert haben. Hier entsteht das „Alsdorfer Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“, in das der Bergbaumuseumsverein Grube Anna 2 einziehen und seine wichtigen Sammlungen einbringen wird.

„Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zum Energeticon, sondern als Ergänzung und arbeiten mit dem Dokumentationszentrum für Energieformen eng zusammen“, betont Vereinsvorsitzender Dr. Georg Kehren, der in den Osterferien den Einsatzort gewechselt hat und nicht als Lehrer in der Alsdorfer Gustav-Heinemann-Gesamtschule, sondern als Bauleiter im neuen Domizil seiner Initiative mit Hand anlegt.

Tragfähigkeit wird verstärkt

Grundlegend Wichtiges ist in dem Altbau, der direkt gegenüber dem Energeticon liegt, bereits geleistet. Da die unterzubringenden Sammlungen – Bücher, Exponate aus der Bergbauzeit, Fotos und geologisch-mineralogische Bestände – allesamt erhebliches Gewicht haben, muss die Tragfähigkeit der Böden bzw. Decken erhöht werden. Dafür wurden bereits und werden noch zusätzliche Wände gesetzt und Träger eingezogen – alles korrekt nach Vorgaben eines Statikers.

Nicht alles muss hierfür neu angeschafft werden. Manches muss „nur“ ausgebaut, hergerichtet und wieder an geeigneter Stelle eingebaut werden, verweist Ebbert auf einen aufgebockten Metallträger, dessen neuer Schutzanstrich noch trocknen muss. Eine ganz spezielle Aktion ist der Einbau eines zusätzlichen Trägers im Bereich des ehemaligen Speisesaals. Da wird ein Scherenhubwagen oder vielleicht sogar ein Kran zum Einsatz kommen müssen. Überhaupt bereitet der Saal den „Machern“ des „Zentrums für Montan- und Industriegeschichte“ die größten Kopfschmerzen. Beim Freilegen kam ein attraktives Deckengewölbe ans Tageslicht. Diese aufwändige Konstruktion, auf Drahtgeflecht basierend, hängt buchstäblich am „seidenen“ Faden und muss saniert werden. Diese Aufgabe will Kehren mit Zugriff auf Rücklagen und die weitere Unterstützung von Freunden und Gönnern, gerne auch durch Hilfe von Handwerksbetrieben, meistern.

Der jetzt im Umbau befindliche Bau wurde mit Blick auf das geplante „Zentrum für Montangeschichte und Industriekultur“ dank der „NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur“ zum Grundstückspreis der städtischen „Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Alsdorf GmbH“ (GSG) abgekauft.

„Wir wollen unsere Bücher nicht einfach nur wieder auspacken und in die Regale stellen“, will Kehren den Umzug aus dem Ledigenheim in den alten Speisesaalkomplex dazu nutzen, die Katalogisierung der Sammlungen und damit die Verfügbarkeit effektiver zu gestalten. Hier ist vor allem das Neumitglied Heinz Maas aktiv, wie der Vorsitzende sagt. In Kooperation mit der RWTH Aachen und dem Bergbaumuseum in Bochum soll neue Software zum Einsatz kommen, um die systematische Erfassung zu optimieren und mit externen möglichen Nutzern zu optimieren. Ganz im Gegensatz zum Vorurteil, im Bergbaumuseumsverein seien nur alte Männer aktiv, verweist Kehren auf wachsenden Zuspruch. Mehrere Bürger hätten zwischenzeitlich ihre Unterstützung angeboten, nachdem nicht zuletzt durch die bisherige Berichterstattung unserer Zeitung klar geworden war, woran der Verein mit dem neuen Zentrum arbeitet. „Wir schauen als Verein zuversichtlich in die Zukunft“, sagt der heimatgeschichtlich engagierte Gesamtschullehrer. Natürlich wird weitere Unterstützung gerne angenommen. Interessierte wenden sich an den Bergbaumuseumsverein unter Telefon 02404/558780 oder per Mail grube-anna-2@netaachen.de

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