Sandwerke: Stadtteil Worm endlich entlasten

Von: Beatrix Oprée
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Hier soll die Trasse verlaufen: Charles Russel weist den Weg in Richtung Hochfeld. Rodas Umwelt- und Planungsausschuss befasst sich am Donnerstag, 18 Uhr im Rathaus, mit dem Bebauungsplan. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Wirtschaftlich haben wir nichts davon, uns geht es um eine gute Lösung für die Bürger”, Charles Russel, Inhaber der Nivelsteiner Sandwerke, setzt auf Offenheit. Die Abgrabung Markstein im Südwesten des Hochfelds ist genehmigt, ein Antrag für weitere 32 Hektar in Richtung Hofstadt ist gestellt und soll die Existenz des Betriebs für weitere 40 Jahre sichern.

Dass die Schwertransporter von und zu den Sandgruben tagtäglich durch teils enge Wohnbebauung fahren müssen, behagt Russel aber genauso wenig wie den betroffenen Anwohnern. „Seit 1996 haben wir das Bestreben, die Trasse zwischen den Abgrabungen Nivelstein und Hochfeld auszubauen,” sagt Russel. Denn vom Hochfeld aus kann der Verkehr über unbebautes Ackerland direkt auf die Bicherouxstraße geleitet werden.

Das Problem: Rund 300 Meter der angestrebten Trasse - in städtischem Besitz - führen durch Naturschutzgebiet. Nun gibt es einen neuen Vorstoß der Stadt, genau diese Streckenführung endlich zu gewährleisten, um die Wohnbereiche Worm und Wildnis zu entlasten. Da der Naturpark Worm nicht dem Bergrecht unterliegt, soll dazu ein vorhabenbezogener Bebauungsplan „Betriebsstraße Nivelsteiner Sandwerke” aufgestellt werden.

Per Vertrag hat die Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH bereits das Gutachten zur Verkehrsanbindung und zum Immissionsschutz sowie den Landschaftspflegerischen Begleitplan übernommen, bezogen auf eine von einem Ingenieurbüro ausgearbeitete Trassenführung, die etwas verschwenkt zu der schon bestehenden Rohrleitungstrasse in besagtem Bereich verläuft.

Eine rund sechs Meter breite Straße soll hier asphaltiert werden, um auch den Begegnungsverkehr der Laster gewährleisten zu können. Die Städteregion hat bereits mitgeteilt, dass sie gegen den Landschaftspflegerischen Begleitplan keine Bedenken mehr hat. Mit Blick auf die voraussichtlichen Umweltauswirkungen soll eine Umweltprüfung erfolgen, deren Ergebnisse in den Umweltbericht einfließen. „Schon jetzt pflanzen wir jährlich rund 5000 Bäume als Ausgleichsmaßnahmen”, sagt Russel. Rund einer Million Euro wird die neue Erschließung das Unternehmen kosten - im Sinne der Bürger, aber auch der gewünschten neuen Genehmigungen wegen.

Bahnanschluss reaktiviert

In 2010 hat Russel erst noch rund 300.000 Euro in die Ertüchtigung der 2,7-Kilometer langen Gleisanlage gesteckt, die im Zuge von Mora C, dem Sanierungsprogramm der Bahn für den Güterverkehr, in 2002 stillgelegt worden war. Durch die Installation einer elektronischen Bogenweiche ist der Gleisanschluss bei der DB Netz für die kommenden 20 Jahre gesichert. Rund 50.000 Tonnen Sand pro Jahr waren von hier einst abtransportiert worden, zwar „keine zehn Prozent” der Gesamttonnage, sagt Russel, „aber jeder Lkw, der nicht durch Worm fährt, zählt”.

Jetzt muss er bei den Kunden, die seinerzeit aufgrund von Mora C auf Lkw umsatteln mussten, Überzeugungsarbeit leisten, doch wieder auf die Bahn umzusteigen. Doch die müssten dazu auch ihre verwaisten Anlagen wieder herrichten. Bisher hat also noch kein sandgefüllter Waggon die hochmoderne Nivelsteiner Gleisanlage verlassen. Jährlich 5740 Euro für die Weichenunterhaltung müssen an die Bahn AG dennoch gezahlt werden.
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