Saatkrähen brüten neuen Ärger aus

Von: Karl Stüber
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Von oben herab: Vor den Verdau
Von oben herab: Vor den Verdauungsprodukten der Vögel wird schon seit einigen Wochen am St.-Brieuc-Platz in Alsdorf. gewarnt. Foto: Stüber

Nordkreis. Na, wo sind sie denn geblieben, die 109 zuletzt im Baesweiler Volkspark gezählten und dann hoch-offiziell und behördlich legitimiert vertriebenen Saatkrähen? Zwischenzeitlich haben die Saatkrähen im Nordkreis „Position bezogen” und brüten eifrig in ihren Nestern.

Erster Nachwuchs müsste die Eierschale abgeschüttelt haben. Hans Raida aus Herzogenrath, Mitglied des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), spricht von 18 bis 20 Tagen Brutdauer und einer anschließenden Nistzeit von etwa 30 Tagen. Bis Mitte Juni müsste dann der „Ausflug” beendet sein - werden also die jungen Saatkrähen die Nester verlassen haben.

Raida und Karl Gluth aus Alsdorf, ebenfalls Nabu-Mitglied, hatten sich jetzt erneut auf den Weg gemacht und die Nester gezählt - soweit ihnen Standtorte bekannt sind. Darüber haben sich die Nabu-Leute auch mit der Unteren Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen ausgetauscht, berichtet Raida. „Da gibt es keine großen Abweichungen bei den Zahlen”, sagt er.

Demnach hat die von der Unteren Landschaftsbehörde genehmigte Vergrämung der Saatkrähen im Volkspark - hier war, wie berichtet, ein Kindergarten beeinträchtigt - hundertprozentig Erfolg gehabt. Die Saatkrähen sehen den Volkspark nicht einmal mehr mit einer Schwanzfeder an oder kommen gar auf die Idee, hier Nester zu bauen.

„Neubaugebiet” abgelehnt

Zweite Erkenntnis: Vollkomen gescheitert ist der Versuch der Behörde, die Schwarzflügler für ein Nest-Neubaugebiet Nahe des Strom-Umspannwerks zwischen Setterich und Siersdorf zu gewinnen. Dieser Vorschlag konnte bei den Saatkrähen nicht landen.

140 Nester haben die Vogelkundler an der Wolfsgasse in Setterich ausgemacht. Hier brüteten letztes Jahr noch 150 Paare. Folglich sind die am Volkspark Vertriebenen dorthin nicht in großer Zahl ausgewichen. Allerdings seien die Auswirkungen des Brutbetriebs vor allem für die Bewohner von zwei Doppelhäusern und deren Autos erheblich, zeigt Naturschützer Raida durchaus Verständnis für den Ärger dort.

Aber die Tiere stehen nun einmal unter Naturschutz. Neu ist eine kleine Kolonie von sieben Paaren „In Nähe” der Hans-Lothar-Straße, wie Raida sagt. 14 Paare sind erstmals im Bereich Park-/Bahnhofstraße „gemeldet”. Neu ist offenbar auch, dass vier Nester an der Windmühle auszumachen sind. Im Bereich Sportplatz Floverich wuchs die Zahl der Bruststätten gegenüber dem Vorjahr von 7 auf 23. In Immendorf Richtung Floverich wurden 30 Nester entdeckt. Zählt man den aktuellen Bestand in Baesweiler zusammen und vergleicht ihn mit dem Vorjahr, ist rein rechnerisch etwa ein Drittel der 109 im Volkspark vergrämten Brutpaare im Baesweiler Stadtgebiet anderweitig untergekommen.

Zunahme in Würselen

Und die anderen zwei Drittel, sind die - wie befürchtet - nach Alsdorf verzogen? Nein, oder besser nur ein paar Paare, lautet die Antwort. Am St.-Brieuc-Platz nahe des evangelischen Gemeindezentrums und direkt an der Schwimmhalle über den Parkplätzen wurden 81 Nester registriert, gerade mal 3 mehr als im Vorjahr. Hier war vor ein paar Wochen der Verdacht seitens des Naturschuztbundes geäußert worden, dass nachts Unbekannte Nester aus den Wipfeln entfernt hätten, was aber nicht zu belegen war. Vier nistwillige Paare sind offenbar im Alsdorfer Burgpark aktiv.

Eine Zunahme der „Population” ist in Würselen zu verzeichnen. In der Kolonie an Oppener Straße stieg die Zahl der Saatkrähen-Quartiere von 52 in 2010 auf nun 86. Kommen wir in die Randbereiche: Nothberg (Eschweiler) 9 Nester, Rurich 32.

Da Nabu-Mitglieder auch im Raum Aachen oder anderen an den Nordkreis angrenzenden Bereichen unterwegs waren und sind, um Vogelbestände zu erfassen, dort aber kein signifikanter Zuwachs an und in Saatkrähenkolonien ausgemacht wurde, kann Hans Raida nicht sagen, wo denn die Masse der in Baesweiler vertriebenen Saatkrähen geblieben sind. Möglicherweise sind den um Aufklärung bemühten Nabu-Mitgliedern neue Nistplätze nicht lückenlos bekannt.

Aber da könnten ja aufmerksame Leser helfen. Gerne werden die Nabu-Leute Hinweisen nachgehen.
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