Rund 700 Tänzer kämpfen um Qualifikation

Von: nt
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Eingespieltes Team: Hubert (l.) und Hans-Josef Mertens organisieren auch in diesem Jahr für die KG Scharwache das BDK-Qualifikationsturnier in der Stadthalle Alsdorf. Foto: Nadine Tocay

Alsdorf. Die Wertungshefte sind erstellt, Werbeanzeigen, Turnierärzte und Sanitätsdienste organisiert und der Musikablauf für die einzelnen Tänze ist koordiniert. Jetzt müssen nur noch die Pokale an die Sieger verteilt werden. Beim 45. BDK-Qualifikationsturnier heute und morgen in der Stadthalle Alsdorf können sich die beiden Hauptorganisatoren des Tanzturniers, Hans-Josef und Hubert Mertens, nun entspannt zurücklehnen. Die beiden sind zuversichtlich, dass alles reibungslos verlaufen wird.

Über 700 „Aktive“ werden dann um die Qualifikation zur Norddeutschen und Süddeutschen Meisterschaft tanzen. Im März 2017 werden die Sieger in Oberhausen bei der Deutschen Meisterschaft antreten. Bereits ein Jahr im Voraus beginnt die Planung für ein Event wie das Qualifikationsturnier, erklärt Hans-Josef Mertens, Präsident der KG Scharwache.

Der Bund Deutscher Karneval e.V. (BDK) legt einen Termin und einen ausrichtenden Verein fest, und wie in jedem Jahr wurde die KG Scharwache ausgewählt: „Unsere Vorgänger haben damals angeboten, dass unser Verein sich darum kümmert. Und seitdem machen wir das Turnier – nun schon seit 45 Jahren, also von Beginn an“, berichtet Hubert Mertens.

1991 war der heute 78-Jährige Karnevalsprinz in Alsdorf, entdeckte dort die Leidenschaft für den Verein und bekleidete bis 2010 das Amt des Präsidenten. Dann löste sein Sohn Hans-Josef, der 1996 bei den „Karnevalsjecken“ dazustieß, ihn ab, wurde Präsident und gab die Stelle des Schatzmeisters an seinen Vater ab.

Nach seiner Arbeit in der Qualitätssicherung bei Lumileds Lighting setzt sich der 53-Jährige noch mit dem Schatzmeister zusammen und plant. „Wenn der Termin für das Turnier feststeht, setzen wir uns mit der Stadthalle in Verbindung“, so sagt er. Diese biete die perfekten Gegebenheiten, um dort ein Turnier auszurichten.

„Man sitzt da fast auf der Bühne. Rund 1000 Leute haben Platz. Es ist eine Atmosphäre wie im eigenen Wohnzimmer“, findet er. Die Vorgaben für die Bühne sind streng: Sie muss mit Tanzteppich ausgelegt sein, es darf keine Unebenheiten geben. „Wenn da auch nur eine Haarnadel liegt, spüren die Tänzer das sofort“, so der Präsident.

Darüber hinaus darf nur weißes Licht verwendet werden. Bei den technischen Anforderungen sei die Stadthalle allerdings immer ein verlässlicher Partner gewesen, der sich um alles kümmere. Steht die Örtlichkeit fest, werden Ausschreibungen veröffentlicht. Nach dem Motto „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ werden die Anmeldungen der Vereine entgegengenommen.

Wer keinen Platz mehr ergattern konnte, wird auf die Warteliste gesetzt und bekommt eine Chance, falls jemand ausfällt. Die Organisation von einem solchen Turnier sei wahnsinnig viel Arbeit, aber mittlerweile hätten sie ja auch schon Übung darin, sind sich Vater und Sohn einig.

Unterstützt werden die beiden von Hildegard Marx, der Geschäftsführerin des Vereins. „Sie kümmert sich um die Starterlisten, lost die Startnummern aus und unterstützt uns, wo sie nur kann“, zeigen sich die Mertens dankbar. Ohne die ganzen Helfer sei die Durchführung einer solchen Veranstaltung gar nicht möglich, betont der Präsident. „Saaldienst, Eingangskontrollen, Garderobendienste und Küchenhilfen, sie alle helfen uns enorm.“

Drei Altersklassen (Junioren, Jugend und Senioren) werden antreten, in Form von Tanzpaaren, Garden, Mariechen oder Showtänzern. Um neun Uhr morgens beginnt das Turnier. Pro Tag gibt es 120 Starts. Jede Präsentation dauert um die 2,5 Minuten.

Selbst getanzt haben Hans-Josef Mertens und sein Vater nie. „Aber meine Tochter tanzt seit sie drei ist“, erzählt der Präsident stolz. Auch von der KG Scharwache werden einige Tänzer an den Start gehen. „Für die Vereine ist so ein Event natürlich auch ein enormer Aufwand“, erläuterte der 53-Jährige.

Viermal pro Woche werde in der Regel trainiert, häufig komme Akrobatikunterricht hinzu. Trainer und Eltern seien bei den Reisen finanziell und organisatorisch extrem eingespannt, gibt er zu bedenken. Aber auch bei der Ausrichtung eines so großen Turniers spiele die Finanzierung eine Rolle. „Es ist wie bei den meisten Ehrenämtern: In der Regel zahlt man drauf“, so Hubert Mertens.

Es gebe zwar Start- und Eintrittsgelder, aber die würden die Kosten nicht vollends decken. Und auch die Juroren bewerten ehrenamtlich. Der BDK schreibt vor, welcher Juror wann und wo bewertet. Der Verein sorgt dann für die Unterkunft und Verpflegung während der Veranstaltung. Mittlerweile „alles Routine“, meint Hubert, der früher auf der Grube Anna gearbeitet hat.

Und es sei ja auch eine Ehre, schließlich sei das BDK-Qualifikationsturnier „die Champions League des Tanzsportes“. Dem stimmt auch sein Sohn zu. Es sei zwar anstrengend und aufwändig, aber „wenn das erste Mädchen den Fuß auf die Bühne setzt, fällt der ganze Druck von einem ab“.

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