Rund 1,8 Millionen Euro fließen in die Kanalsanierung

Von: Karl Stüber
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Der Rat beschließt eine Erhöhung der Gebühren. Die neue Abschreibungspraxis ist dafür wohl eine entscheidende Ursache. Foto: imago/biky

Alsdorf. Wer sich durch den Dschungel bürokratischer Abkürzungen kämpft und mit Abwasserkanälen zu tun hat, trifft unweigerlich auf die verheißungsvolle Buchstabenfolge „SüwV Kan“. Diese steht für „Selbstüberwachungsverordnung Kanal“. Im Rahmen dieser Verordnung ist die Stadt Alsdorf verpflichtet, Betriebssicherheit, Funktionsfähigkeit und Bauzustand ihres Kanalnetzes zu überprüfen.

Dabei wurde festgestellt, dass der Mischwassersammler zur Kläranlage Broichtal gravierende Schäden aufweist. Das verwundert nicht, die Anlage ist etwa 80 Jahre – ein stolzes Alter. Der Sammler muss saniert werden. Kein kleines Unterfangen. Denn der Sammler reicht vom Regenüberlaufbecken – die Abkürzung hierfür lautet „RÜB“ – entlang der Bundesstraße 57 bis zur Einmündung B 57/Im Broichtal und folgt im Weiteren der Straße Im Brocihtal bis zur Kläranlage – insgesamt 1,1 Kilometer weit beziehungsweise lang. Über diesen Sammler werden die Einzugsgebiete Kellersberg, Ofden, Zopp, Busch, Schleibach, Duffesheide, Anna-Gelände und Teile von Alsdorf-Mitte entwässert. Da kommt einiges zusammen.

Bauingenieur Holger Klingebiel vom Fachbüro Aachten und Jansen (Aachen) berichtete im Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Technische Dienste – dieser ist im Auftrag der Stadt zuständig für Alsdorfs Abwasserkanalnetz – über den Stand der Sanierungsplanung. Demnach wird der Kanal überwiegend in geschlossener Bauweise, sprich: inline, saniert.

Neues Rohr ins alte

Beim Inliner-Verfahren wird praktisch ein neues Rohr im alten verlegt, etwa ein Schlauch aus Kunststoff oder Textilmaterial. Per Druck passt sich das neue Material von innen dem Rohr an und verschließt Löcher und Schäden.

Der Vorteil: Der Kanal muss nicht aufwendig ausgegraben und neuverlegt werden.

Das klappt nicht immer. Größere Schäden können nur in offener Bauweise beseitigt werden. Da müssen in der Tat Bagger, Spitzhacke und Schaufel ran, um den defekten Kanal durch einen neuen zu ersetzen. Bei besagtem Sammler zur Kläranlage müssen zum Glück nur 150 Meter auf diese Weise saniert werden.

Dennoch wird die Gesamtmaßnahme überschlägig rund 1,8 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten, wie Eigenbetrieb-Geschäftsführer Jörg Theißing auf Nachfrage aus Reihen des Fachausschusses sagte. Die Kosten würden in die Gebührenberechnung einfließen. Wenn die Vorarbeiten und Ausschreibungen erfolgt sind, will man im Oktober mit den Arbeiten beginnen, die im Februar 2014 abgeschlossen sein sollen.

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