Herzogenrath - Rodas Schüler sollen vor Ort lernen können

Rodas Schüler sollen vor Ort lernen können

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Facebook habe es letztlich ans Tageslicht gebracht: Denn auf dieser Internet-Plattform diskutierten Eltern die Ablehnung ihrer Kinder an der Europaschule in Merkstein. Am Montagnachmittag hat Bruno Barth (SPD) davon erfahren, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur.

„Ich hatte die Wahl, das Thema am Folgetag in der Ausschusssitzung zu beraten oder bis zur nächsten Sitzung im April zu warten. Das erschien mir dann doch zu lang.“

Im Benehmen mit Bürgermeister Christoph von den Driesch sei die Anmeldesituation an den Gesamtschulen dann kurzerhand auf die Tagesordnung am Dienstag gesetzt worden. Zur Zufriedenheit der Eltern, die im Ratssaal waren, „weil sie sich wahrscheinlich unter dem Punkt ‚Anfragen und Mitteilungen‘ hatten äußern wollen“, wie Barth vermutet. Und zur Überraschung von Europaschul-Direktor Daniel Bick, der ebenfalls im Auditorium saß – und letztlich dann doch nichts dagegen hat, was die Politik einmütig für seine Schule beschlossen hat: nämlich die Sechszügigkeit der Eingangsklassen im Schuljahr 2013/14. Grundtenor: Herzogenrather Kinder sollen auch an einer Gesamtschule in der Stadt beschult werden können. Bruno Barth sieht seit Gründung der zweiten Gesamtschule eine neue Situation: „Es darf nicht mehr sein, dass Ablehnungen rausgehen, ohne dass mit Politik und Stadt nach einer Lösung gesucht wird. Im vergangenen Jahr war das noch anders, da hatten wir noch die Hauptschule, für die viele ja auch eine Empfehlung haben.“

Ganz ähnlich sieht das Vize-Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk (CDU), froh über den Schulkonsens in Roda und die gute Arbeit der Schulen lobend: „Es ist für uns als Lokalpolitiker wichtig, zeitnah zu handeln, denn wir haben versprochen, dass alle Herzogenrather Kinder einen Platz kriegen!“

Direktor Bick äußert sich auf Anfrage denn auch zufrieden mit der Aufstockung, macht allerdings darauf aufmerksam, dass aufgrund einer interkommunalen Vereinbarung Kinder aus Herzogenrath schon seit 1991 gleichberechtigt mit Kindern aus Würselen und Kerkrade zu behandeln seien. Seit dem vergangenen Jahr gelte dies auch für die neue Kohlscheider Gesamtschule. Bewerbungen aus Übach-Palenberg, Baesweiler und Alsdorf gehen daher in Merkstein zurzeit – von besonderen Gründen abgesehen – leer aus, auch wenn das OVG Münster am Freitag das Ortsprinzip gekippt habe, wie Bick erläutert.

169 Kinder hatten sich bis zum Ende der Anmeldefrist am 15. Februar in Merkstein beworben, 140 (= 5x28 Schüler) sind genommen worden. Bei den 29 Ablehnungen waren 12 aus Herzogenrath bzw. Würselen. In Kohlscheid hatten sich 118 Kinder beworben, 112 wurden genommen. Zwei aus der Stadt stammende Kinder seien in Kohlscheid abgelehnt worden. Aber für die sei die Heinrich-Heine-Gesamtschule in Aachen-Laurensberg schneller zu erreichen als Merkstein, mutmaßt Bick, dass sich die Abgelehnten in den meisten Fällen ohnehin schon anderweitig orientiert hätten.

Auch wenn Herzogenraths Politiker die Sechszügigkeit beschlossen haben, prüfe die Bezirksregierung nun, ob die rechtlichen Voraussetzungen dafür ausreichen. Die geforderte Erhöhung der Lehrerzahl sei nur die logische Folge aus dem Ergebnis. Bick macht über die personellen Mehrkosten fürs Land auch auf die finanziellen Konsequenzen für die Stadt als Schulträgerin aufmerksam: „Das alles geht nicht zum Nulltarif.“ Die Raumfrage sei der pädagogischen Frage schließlich nachgeordnet: „Eine Schule ist immer voll, notfalls muss eben ein Container aufgestellt werden“, möchte Bick aber die guten baulichen Standards gewahrt wissen. Dazu Bruno Barth, der sich über die große Resonanz für Rodas Gesamtschulen freut, als Indiz dafür, dass hier „sehr gute Arbeit“ geleistet wird: „Bei ihrer Gründung ist die Merksteiner Gesamtschule schließlich fünf- bis sechszügig ausgelegt worden.“

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