Roda verzeichnet die meisten Drogendelikte im Altkreis

Von: mabie
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Herzogenrath. Neun registrierte Drogendelikte in sechs Jahren: Beim Blick auf die Zahl der Fälle an Schulen im Stadtgebiet von Herzogenrath könnten die Offiziellen eigentlich eher ruhig bleiben.

Dennoch hatte Hans-Peter Sperber, Leiter der Polizeiinspektion 2, die für den Altkreis Aachen zuständig ist, keine guten Nachrichten für die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Soziales und Kultur dabei.

„In Schulen können wir keine verdachtsfreien Kontrollen durchführen“, sagte er. Daher würden an diesen Einrichtungen nur Delikte festgestellt, wenn ganz aktiv bzw. gezielt kontrolliert werde.

Außerhalb des Rechtsraums Schule allerdings kippt die scheinbar positive Bilanz für Herzogenrath. „Hier gibt es ein krasses Missverhältnis zur Drogenproblematik insgesamt“, sagte Sperber weiter. Mit 587 Drogendelikten im Jahr 2016 stellt Herzogenrath nämlich satte 60 Prozent aller registrierten Vorfälle dieser Art im ehemaligen Kreis Aachen.

„Und das sind nur die Zahlen im Hellfeld“, berichtete Sperber. „Es scheint so, als ob in der Nähe zu den Niederlanden der Drogenkonsum vielleicht sozial adäquater ist als in anderen Gegenden“, deutete der Polizist die Lage.

Und auch, wenn es sich bei den festgestellten Fällen um Cannabis in geringen Mengen oder in ganz wenigen Fällen um Amphetamine in ebenfalls geringen Mengen gehandelt habe, gebe es auch in dieser Hinsicht keinen Grund zur Entwarnung. „Schließlich brauchen die Konsumenten auch Geld, um sich Cannabis zu kaufen“, betonte Sperber. Bei einem angenommenen und realistischen Konsum von zwischen 25 und 35 Gramm Cannabis pro Monat bräuchten die Konsumenten 250 bis 300 Euro extra. Fehlt das passende Einkommen dazu, kommt die Beschaffungskriminalität ins Spiel, wie Sperber klarmachte.

„Mit jeweils rund 280 Straftaten in den Bereichen Pkw-Aufbruch und Ladendiebstahl haben wir hier ein Indiz dafür, dass noch viele Straftaten im Dunkelfeld liegen“, schloss Sperber.

„Das sind erschreckende Zahlen“, kommentierte SPD-Sprecher Dr. Manfred Fleckenstein den Vortrag. Daher sei es umso wichtiger, dass die Herzogenrather Schulen in Sachen Prävention einiges leisten. „Und unsere Schulen machen hier gute Arbeit“, schloss Fleckenstein.

„Unsere Schulen greifen die Problematik auf“, schloss sich CDU-Vertreterin Renate Gülpen dieser Ansicht an.

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