Roda stellt Gebäude und Plätze auf den Prüfstand

Von: Elisa Zander
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Das Rathaus als Vorbild für Barrierefreiheit: Seniorenbeiratsmitglied Ludwig Clärding, Mirjam Küpper vom Koordinationsbüro „Rund ums Alter”, Bürgermeister Christoph von den Driesch, Behindertenforums-Vorsitzende Anne Fink, Arbeitskreismitglied Maria Dünwald und Dezernentin Birgit Froese-Kindermann (v.l.) wünschen sich viele weitere barrierefreie Gebäude in Roda. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Mit einem Kinderwagen durch ein Drehkreuz im Supermarkt zu gelangen - das grenzt schon an ein nahezu unmögliches Vorhaben.

Einige Stufen am Eingangsbereich einer öffentlichen Einrichtung mit einem Rollator zu überwinden? Ist ebenso schwierig. Es gibt viele Situationen im Alltag, die insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität vor Herausforderungen stellen. In Herzogenrath sollen diese Schwierigkeiten nun weitgehend eingeschränkt werden.

Dazu führt ein Initiativkreis - gebildet aus dem städtischen Koordinationsbüro „Rund ums Alter”, dem Seniorenbeirat, dem Behindertenforum, der ehrenamtliche Senioren-Informationsbörse und der Stadtverwaltung - das Signet „Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren” ein. Damit sollen landesweit einheitliche Standards gewährleistet werden.

Das Signet basiert auf Kriterien, die unter anderem in Berlin und Essen erprobt worden sind. Im ersten Schritt soll in Roda Barrierefreiheit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erreicht werden. Ein weiterer Schritt soll dann die Barrierefreiheit für Hör- und Sehgeschädigte herstellen.

Kommission prüft vor Ort

Es ist eine Initiative, „die die Stadt als Gebäudeeigentümer, aber auch die private Wirtschaft und Infrastruktur betrifft”, sagt dazu Bürgermeister Christoph von den Driesch. Entsprechend sollen viele Interessenten gefunden werden, die sich für das Signet bewerben. Eine Kommission wird dann vor Ort nach vorgegebenen Kriterien prüfen, ob ein Gebäude den Standards entspricht.

„Wenn nicht alle Anforderungen erfüllt werden, kann man in der Regel mit wenig Geld kleine Mängel nachrüsten, so dass dann die Auszeichnung vergeben werden kann”, sagt Maria Dünwald als Mitglied des Arbeitskreises.

Änderungsmöglichkeiten gibt es viele. Das kann eine kleine Rampe sein, die den Eintritt in ein Ladenlokal erleichtert oder eine Umkleidekabine, die mit einer zusätzlichen Liege ausgestattet wird. Das Ziel, ganz Herzogenrath barrierefrei zu gestalten, verfolgt das Behindertenforum bereits seit längerer Zeit. Eine Umfrage erzielte vor einigen Jahren jedoch kaum Resonanz.

Umso mehr freut sich Anne Fink, Vorsitzende des Behindertenforums, „dass sich das Bewusstsein der Bevölkerung geändert hat”. Schließlich sei die gleichberechtigte Teilnahme von mobilitätseingeschränkten Menschen am öffentlichen Leben und im öffentlichen Raum auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels eine drängende Aufgabe. Fink: „Wir wollen natürlich, dass alle Menschen, die möchten, an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen können.”

Generationsübergreifend

„Mit der Einführung des Signets können wir den demographischen Wandel gestalten und warten ihn nicht einfach ab”, sagt Christoph von den Driesch. Darüber hinaus nutzte Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit einer Behinderung, sondern sei ein zusätzlicher Komfort für alle. „Das ist generationsübergreifendes Denken”, betont er.

„Es ist auch eine große Chance für die Gewerbetreibenden”, sagt Mirjam Küpper vom Koordinationsbüro „Rund ums Alter”. „Es eröffnet sich ein neuer Markt für den Einzelhandel.” Ruhemöglichkeiten sowie die öffentliche Verkehrsanbindung sind ebenso Themen, die zur Einführung des Signets aufgegriffen werden sollen.

Die Einführung des NRW-Signets sei das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Institutionen und Initiatoren, die als Sprachrohr für die Interessenten arbeiteten und aktiv seien. „Die Ehrenamtlichen setzen sich dafür ein, dass Themen über die Politik hinweg in die Gesellschaft tragen werden”, freut sich von den Driesch über das große Engagement. „Das könnten wir als Verwaltung gar nicht leisten.”
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