Roda auf steigenden Pflegebedarf eingestellt
2009 waren in der Städteregion etwa 18.000 Pflegebedürftige gemeldet, davon 27,5 Prozent in stationärer und 72,5 Prozent in ambulanter Versorgung, die sich unterteilen in die Inanspruchnahme von Pflegediensten und Pflegegeldern. Von den insgesamt rund 18.000 Pflegebedürftigen entfallen 1766 auf Herzogenrath, die mit einem Prozentsatz von 3,8 über dem Landesdurchschnitt von 2,8 Prozent liegt. Es ist nach Eschweiler mit 4,6 Prozent der zweithöchste Pflegequotient der Städteregionskommunen.
Kontinuierlicher Ausbau
Von städteregionsweit 61 ambulanten Pflegediensten sind vier in Herzogenrath niedergelassen, wo auch eine von 15 Tagespflegeeinrichtungen ist. Xhonneux betonte den kontinuierlichen Ausbau in den Kommunen, was auch die vollstationären Einrichtungen betrifft, von denen es im Jahr 2010 in Herzogenrath sieben mit 571 Plätzen gab (Städteregion: 67 Einrichtungen mit 5449 Plätzen).
In Herzogenrath steigt der Anteil der Menschen im Alter von 70 Jahren und mehr bis 2030 von 15,1 auf 18,7 Prozent, womit die Zahl von 7062 auf voraussichtlich 9490 ansteigt. In der Städteregion wächst die absolute Zahl der über 70-Jährigen von 74.152 auf 106.089 an.
Demographischer Wandel und der Anstieg altersspezifischer Krankheiten sind zwei entscheidende Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit. Die wird bis 2020 in der Städteregion auf 3600 bis 3750 Menschen erhöhen, wovon etwa 200 auf Herzogenrath fallen. 2030 wird die Zahl städteregionsweit auf voraussichtlich 6500 bis 8000 Menschen wachsen. Dabei zeigt sich in der Modellberechnung, dass der Anteil der Pflegegeldbezieher bis 2020 um zwei Prozent zu Lasten der ambulanten und stationären Versorgung sinken wird.
Wohnraum fehlt
Was in allen Städteregionskommunen fehlt, ist alters- und behindertengerechter Wohnraum. „Wir haben kaum entsprechende Wohnungen auf dem Markt“, sagte Xhonneux. Zwar sei das Wohnraumförderungsprogramm aufgelegt, „aber das reicht nicht“. Darum müssten viele ältere Menschen in Altenheime umziehen, obwohl eigentlich eine Pflege daheim möglich wäre, würden denn die Gegebenheiten in den Wohnungen stimmen.
Dass die Stadt Herzogenrath „gut da steht“, liegt für Marie-Theres Sobczyck (CDU) daran, „dass wir schnell reagiert haben“. Nach den Berechnungen des Amts für Kultur und empirische Forschung der Städteregion zur Bedarfsabschätzung des vollstationären Pflegearrangements bedeutet dies bei 571 Plätzen (Stand 2010) und einem Bedarf von 550 im Jahr 2020, einen Überschuss von 21 Plätzen, wohin gegen städteregionsweit voraussichtlich über 600 Plätze fehlen werden.





