Herzogenrath - „Rhonda“ reißt Zuhörer mit Retro-Sound von den Sitzen

„Rhonda“ reißt Zuhörer mit Retro-Sound von den Sitzen

Von: mabie
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Starke Stimme, starke Show: „Rhonda“-Frontfrau Milo Milone und ihre vier Jungs gaben in Roda Vollgas. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Für Milo Milone war der Abend in Herzogenrath etwas ganz Besonderes. Denn die Frontfrau der deutschen Retro-Soul-Band „Rhonda“ konnte zumindest ab dem Bühnenrand nichts und niemanden sehen. „Ich kann wirklich keinen von euch erkennen“, sagte die Sängerin, die im Rahmen des „Kulturfestivals X“ der Städteregion Aachen im Forum der Merksteiner Gesamtschule zu Gast war.

„Und ihr dreht wahrscheinlich gerade endlos durch“, sagte sie mit einem breiten Grinsen und verführerischem Augenaufschlag. Das mit dem Durchdrehen war übrigens kein Problem bei der Musik des Quintetts, das in Hamburg und Bremen verortet ist, und sich dem Sound einer längst vergangenen Ära widmet. Bei ihnen groovt der Bass ganz satt, die Hammondorgel wummert und die Sängerin brilliert mit einer Stimmbreite, die in solcher Umgebung ungewohnt wirkt.

Was schon auf dem Debütalbum „Raw Love“ bestens funktioniert, wurde in Herzogenrath bestens live auf die Bühne gebracht. Schon nach zwei, drei Stücken, hielt es die Besucher im übrigens ausverkauften Haus nicht mehr auf ihren Klappsitzen. Sie nutzten Treppen, freie Flächen vor der Bühne und hinten an der Wand, um ihrem Tanzdrang freien Lauf zu lassen. Das, was von „Rhonda“ vorne musikalisch beigesteuert wurde, ließ auch fast keine andere Möglichkeit offen, seine Begeisterung für die Klänge zu zeigen.

Erinnerungen an die Schulzeit

Das galt übrigens auch, obwohl Milo sich am Anfang ein bisschen an ihre eigene Schulzeit erinnert fühlte. „Ich stand auch mal auf der Bühne so einer Aula, früher war das allerdings hell erleuchtet und man konnte sehen, was die Leute so von einem denken...“

Dass auch nur einer der Gäste in Roda schlecht über die Band oder die Sängerin oder den ausgezeichneten Sound gedacht haben könnte, scheint ausgeschlossen. Denn von zart bis hart, von sanft swingenden Tönen bis zur großen Dramatik einer verletzlichen Soul-Diva hatte Milo alles dabei. Und die Jungs im Hinter- und Vordergrund sorgten mit ihrem Gesang und ihren Instrumenten dafür, dass nicht nur die Titel „Camera“, „My Thing“ oder „That’s How I Roll“ den Weg über den Kopf direkt in die zwangsläufig mitwippenden Füße fanden. Am Ende war es sogar so, dass das Publikum die Band gar nicht gehen lassen wollte und sich alle, wirklich alle, von den Plätzen erhoben, um den einzigartigen Mix aus Motown-Sound, Mod-Beat, Northern Soul, Ska und einer Prise Punk tanzend zu zelebrieren. Dass dabei die um ihren Fixstern zentrierte Band aus einem Guss ihre ganz eigene Synthese dieser Sounds zu einer wohltemperierten Collage zusammensetzte, dürfte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt haben.

Und über eines konnten sich alle Gäste des Abends auch sicher sein: dieses atemberaubend swingende Konzert von „Rhonda“ zu verpassen, wäre ein Verlust gewesen. Und da war es am Ende auch ziemlich egal, ob die Fünf auf der Bühne die Bespaßten nun sehen konnten, oder nicht denn der Spaß am Konzert einte schließlich alle.

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