Rheinlandtaler: Gleich dreimal regionale Pionierarbeit

Von: Carolin Kruff
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Würdige Feierstunde: Dr. Karl Allgaier, Rudolf Bast (v.r.) und Meinolf Bauschulte (l.), erhielten von Dr. Eckhard Bolenz (LVR/2.v.l.) die höchste Auszeichnung des Landes. Foto: Ralf Roeger
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Rheinlandtaler I: Dr. Karl Allgaier (rechts) nimmt für seine Verdienste um das Öcher Platt die Auszeichnung entgegen.
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Rheinlandtaler II: Dr. Eckhard Bolenz (links) zeichnet den Historiker Rudolf Bast (rechts) für sein Engagement im Alsdorfer Geschichtsverein aus.
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Rheinlandtaler III: Mit Meinolf Bauschulte (rechts) wird auch ein „Zugereister“ vom Landschaftsverband Rheinland geehrt. Foto: Ralf Roeger

Alsdorf/Aachen. Das war preisverdächtig! Gleich drei Mal wurde der vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) ins Leben gerufene Rheinlandtaler in diesem Jahr vergeben. Im Alsdorfer Energeticon, im Fördermaschinenhaus der Zeche Anna II, nahmen Dr. Karl Allgaier, Rudolf Bast und Meinolf Bauschulte im feierlichen Rahmen und unter den Augen vieler geladener Gäste den mit einem Medusenhaupt verzierten Taler entgegen.

Mit dieser Auszeichnung werden seit 1976 Persönlichkeiten geehrt, die sich um die Erhaltung und Förderung der rheinischen Kultur besonders verdient gemacht haben – bekannte Namen wie Helmut A. Crous, Leo van den Daele und Hans-Josef Thouet finden sich in der Liste der bisherigen Preisträger.

Solch ein Engagement hat viele Gesichter – das zeigte die Verleihung eindrucksvoll. „Alle drei zu ehrenden Rheinlandtaler-Träger haben hier in der Städteregion Aachen Beispielhaftes bei der Bewahrung des Kulturerbes geleistet. Die Liebe zur und vielleicht auch Sorge um die Geschichte und die Sprache hat unsere drei Rheinlandtaler-Empfänger dazu gebracht, sich für den Erhalt historischer Zeugnisse und für die Erinnerung an Vergangenes einzusetzen“, lobte Dr. Eckhard Bolenz, Leiter des Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte des LVR, in seiner Laudatio die Leistungen der designierten Preisträger, bevor er die Rheinlandtaler an diese überreichte.

Beiträge zur Heimatgeschichte

Hans Josef Hilsenbeck, Stellvertretender Städteregionsrat, sprach nach der Verleihung von der „höchsten Auszeichnung in unserem Land“.

Der Alsdorfer Rudolf Bast erhielt den Rheinlandtaler für seine vielfältigen Beiträge zur Heimatgeschichte und sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Alsdorfer Geschichtsverein.

Er kenne die Geschichte seiner Heimat so gut wie kein anderer. Besonders in seiner langjährigen Funktion im Vorstand des Alsdorfer Geschichtsvereins, den er mitbegründete, arbeitete er die Alsdorfer Stadtgeschichte minutiös auf. Zahlreiche Publikationen sind Zeugnis seiner intensiven Arbeit, so etwa „Das Ende des Zweiten Weltkriegs und der Neubeginn in Alsdorf“ (1998) sowie „Alsdorf in der NS-Zeit“ (2001). Mitgewirkt hat der studierte Historiker und ehemalige Gymnasialdirektor ebenfalls an den so genannten „Stolpersteinen“ – Andenken an das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Den beiden Aachener Preisträgern, Dr. Karl Allgaier und Meinolf Bauschulte, hat es in erster Linie die Sprache angetan – genauer: das Öcher Platt. Seit vielen Jahren engagieren sie sich im Verein Öcher Platt, wo sie seit den 1990er-Jahren Vorstandsmitglieder sind. Nun wurden sie gemeinsam für ihre Verdienste um die Dialektforschung und Mundartpflege ausgezeichnet.

Allgaier, der Direktor der Bischöflichen Akademie in Aachen, spricht selbst „fließend“ Öcher Platt und ist als ausgewiesener Kenner der Lokalsprache besonders von dessen Reichtum fasziniert. Denn diese sei keine „Schmalspurversion des Standarddeutschen“.

Der gebürtige Westfale Bauschulte hingegen hat das Öcher Platt nicht mit der Muttermilch aufgesogen. Er erinnerte sich daran, dass er ziemlich „sprachlos“ war, als er nach Aachen kam. Abgeschreckt hat ihn das nicht, und seine Liebe zu der Lokalsprache wuchs mehr und mehr. Dabei konzentrierte er sich auf das gesprochene Öcher Platt, das er in seinem Aachener Tonstudio auf CDs festhielt. Gemeinsam haben Allgaier und Bauschulte zahlreiche Publikationen und CDs zur Aachener Mundart herausgegeben, darunter das „Öcher Liederbuch“, das beeindruckende Dialektwörterbuch „Neuer Aachener Sprachschatz“ und das „klingende Wörterbuch“. Mit diesem Wörterbuch wurde der Aachener Dialekt-Wortschatz erstmals digital erfasst und hörbar gemacht. Und so passten auch die abschließenden Worte Bauschultes, mit denen er sich für den Preis bedankte: „Dubbele Merssi“.

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