Alsdorf - Rettungshubschrauber: Landeplatz-Suche ein Problem?

Rettungshubschrauber: Landeplatz-Suche ein Problem?

Von: vm
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Der Christoph Europa 1. Foto: ssc

Alsdorf. Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 wird zu einem Notfall in Kellersberg gerufen, findet aber in unmittelbarer Nähe keinen Landeplatz. Letztlich weicht er auf ein Stoppelfeld aus. Da dieses wiederum für den Krankenwagen nicht direkt erreichbar ist, wird der Patient von Rettungssanitätern auf der Trage zum Hubschrauber gebracht.

So geschehen am vergangenen Wochenende, wie Augenzeugin Bianka Beißel-Schings unserer Zeitung berichtet hat. Ein Unding findet sie, schließlich zähle doch jede Minute. Ob es nicht sinnvoll wäre, Notlandeplätze für Rettungshubschrauber vorzuhalten, fragt sie am Ende ihrer Darstellung.

Der ADAC, der den Christoph Europa 1 unterhält, aber gibt Entwarnung: „Ohne besondere Vorkommnisse oder Besonderheiten“ sei der Einsatz am Samstagmittag vonstatten gegangen. Wie ist das einzuschätzen? Wird da etwas heruntergespielt oder sind solche Situationen Alltag?

Der Pressesprecher für Luftrettung des ADAC, Jochen Oesterle, erläutert am Telefon von München aus, dass es „leider nicht immer möglich ist, nah am Unfallort zu landen“, auch wenn dieser Anspruch natürlich immer bestehe. Das gelte gleichermaßen für Wohngebiete, Innenstädte, Autobahnen oder Kreuzungen.

Ein größeres Problem als dichte Bebauung sei aber die Versperrung durch Fahrzeuge auf einer noch nicht abgeriegelten Straße oder: „Gaffer und Neugierige“, wie er sagt.

Er würde kein Vorhalten von Notlandeplätzen fordern, sondern vielmehr, „dass die Leute nicht mehr im Weg stehen, wenn wir Einsätze haben“. Was ja auch gefährlich für die Schaulustigen sei: „Der Downwash, also die Aufwirbelung bei der Landung, ist nicht zu unterschätzen.“ Die Sicherheit der Crew gehe außerdem bei der Suche nach einem geeigneten Landeplatz immer vor, ergänzt Oesterle. „Deshalb nimmt man dann auch den Fußballplatz, der 300 Meter weiter liegt, in Kauf.“

50 Meter Mindestabstand müssen die ADAC-Hubschrauber zu Bebauung oder anderen Hindernissen einhalten. Denn: „Bei der kleinsten Berührung mit einem Ast dürfen wir flugrechtlich nicht mehr abheben. Dann wären die Einsatzkräfte gezwungen, den Patienten mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus zu transportieren.“ Wie außerdem das Ordnungsamt der Stadt Alsdorf auf Nachfrage mitteilt, sind Kommunen nicht mehr verpflichtet, Flächen als Notlandeplätze vorzuhalten, seit die Rettungshubschrauber deutlich kleiner geworden sind.

Amtsleiter Jürgen Kochs sagt, ihm sei für Alsdorf auch nicht bekannt, dass es regelmäßig zu solchen Problemen käme. Eher dadurch, dass der Hubschrauber etwa auf einer Straße lande, bevor die Polizei diese abgesperrt habe.

Übrigens sagt der bloße Einsatz des Rettungshubschraubers nichts über den Grad der Verletzungen des Patienten oder die Lebensbedrohlichkeit aus. Der stellvertretende Wehrleiter der Alsdorfer Feuerwehr, Markus Dohms, erklärt die Abläufe: „Ist der erste Notarzt mit dem Auto im Einsatz, kommt eben der zweite mit dem Hubschrauber. Es sei denn, der Hubschrauber ist extra angefordert worden, weil das Verletzungsmuster und eine Verbringung in ein spezielles Krankenhaus dies erfordern.“ Beispielsweise bei schweren Verbrennungen.

„Nur bei einem geringen Prozentsatz der Einsätze wird der Patient überhaupt mit dem Hubschrauber in die Klinik gebracht“, so Dohms weiter. Der Regelfall sei, dass der Hubschrauber nur der Zubringer für den Notarzt sei und dieser dann im Rettungswagen mit dem Patienten ins Krankenhaus fahre.

„Gang und gäbe ist auch, dass wir vor unserer Wache die Straße absperren, der Notarzt mit dem Hubschrauber landet und wir ihn mit unserem Rettungswagen zum Einsatzort bringen“, so Dohms außerdem. Dramatisch sei also längst nicht jeder Einsatz.

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