Restaurant Gut Kaisersruh: Gescheitert am Straßenbauamt

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Die Ruine von Gut Kaisersruh, Krefelder Straße, an der Stadtgrenze zu Würselen.

Würselen/Aachen. Ein Restaurant der gehobenen Klasse sollte in Gut Kaisersruh einmal eröffnen, am 1. Dezember 1971. Eine rustikale Gaststätte mit 250 Plätzen samt Bar umfasste das Konzept einer Projekt-Gesellschaft, dazu Club- und Konferenzräume. Dann machte das Amt einen Strich durch die Rechnung.

Als gute Adresse für Tagungen, Hochzeiten und andere Festivitäten war das Anwesen in bester Verkehrslage vorgesehen. Ein Hotelbetrieb mit 20 Fremdenzimmern sollte noch ergänzt werden. Geplant war zudem ein Gartenrestaurant samt Kinderspielplatz und Ponyhof im Kutscherhaus.

Der englische Garten sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und 250 Pkw-Stellplätze ein Parkproblem gar nicht erst aufkommen lassen. Doch dann wieherte der Amtsschimmel: Genau einen Tag vor der Eröffnung erging eine einstweilige Verfügung seitens des Landesstraßenbauamts. Die Zufahrt zu Kaisersruh liege an einer freien Strecke der Bundesstraße 57, der Unterschied zur bisherigen Nutzung sei so gravierend, dass man keinen Präzedenzfall schaffen wolle, hieß es seinerzeit. Will heißen: die Zufahrt sei für den zu erwartenden Publikumsverkehr nicht ausgerichtet.

Zudem spielte auch der Verlauf der damals noch angedachten Wurmtalautobahn, die später als B 57n firmierte, eine Rolle, die unmittelbar an Kaisersruh vorbeigeführt hätte. Die Pächter unterlagen 1979 schließlich einem entsprechenden Rechtsstreit. Uneinigkeit hatte offenbar auch über Konzessionsangelegenheiten geherrscht.

In den Folgejahren wurde das unbewachte Anwesen, im Besitz einer Erbengemeinschaft, geplündert. Unter anderem wurde ein Marmorkamin herausgeholt, eine Büste Zar Alexanders gestohlen und die Delfter Kacheln von der Wand geschlagen. Vandalismus und Witterungseinflüsse erledigten den Rest, so dass aus dem einst stolzen Gut innerhalb weniger Jahrzehnte eine traurige Ruine geworden ist.

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