„Reparaturcafé“: Hier werden Radios und Mixer wieder heil

Von: Stefan Schaum
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Prüfender Blick: Hans-Dieter Dittel hat auch so manches alte Radio in Schuss gebracht. Wie das geht, zeigt er Besuchern gern. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Ein defektes Haushaltsgerät einfach wegzuwerfen, bringt Hans-Dieter Dittel nicht übers Herz. „Das lässt sich fast immer reparieren“, sagt er. Und er ist einer, der weiß, wie es geht. Sein Wissen will der Rundfunk- und Fernsehtechniker gern weitergeben.

Im „Reparaturcafé“, das am Dienstag im Haus Setterich gestartet ist, steht ein ehrenamtliches Team gestandener Handwerker parat, um Besuchern beim Instandsetzen ihrer Apparate behilflich zu sein.

Das Konzept des Ganzen: Wer mag, darf Reparaturbedürftiges mitbringen und sich von den Fachleuten – ein Elektroinstallateur, ein Elektriker, ein Schreiner und andere gehören zum Team – zeigen lassen, wie man es wieder flott bekommt. Und dazu gibt es Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis. Reparatur auf die gemütliche Tour. „Wir wollen den Besuchern die Sachen aber nicht einfach so wieder in Ordnung bringen“, sagt Dittel. „Sie sollen vielmehr erfahren, wie sie es künftig auch selbst machen können.“

Schritt für Schritt, Schräubchen für Schräubchen. „Das kann man alles lernen!“ Handwerkszeug steht in dem Raum, den auch die Schrauberwerkstatt nutzt, reichlich bereit. Natürlich gibt es nicht für jedes defekte Teil, den passenden Ersatz, „aber ganz oft ist nur ein Kabel defekt oder eine Verbindung sitzt nicht mehr richtig“, sagt Dittel. „Das sind dann bloß ein paar Handgriffe.“ Und sollte doch mal ein Ersatzteil nötig sein, „dann können wir immer ganz gut einschätzen, ob eine Reparatur sich überhaupt noch lohnt“.

Meist lohnt sie sich, ist Frank Störtz überzeugt. Der Mobile Jugendarbeiter in Baesweiler ist nämlich auch gelernter Schreiner und hilft ebenfalls im Team mit, wenn es die Zeit erlaubt. „Hier geht es auch um Ressourcenschonung. Es kann nicht sein, dass teure Geräte heutzutage weggeworfen werden, obwohl sie ganz leicht wieder zu reparieren sind. Diese Wegwerfmentalität ist mir zuwider.“

Zwar stehen am Dienstag die Besucher im Reparaturcafé noch nicht Schlange, aber einige Besucher des Hauses Setterich werden doch aufmerksam auf die Herren. Eine Dame erwähnt, dass ihr Fax-Gerät kaputt sei, und Hans-Dieter Dittel sagt gleich: „Bringen Sie es beim nächsten Mal mit. Das bekommen wir schon wieder hin!“ Ob Bügeleisen oder Mixer, Heckenschere oder Rasenmäher – „wir schauen uns alles an“, sagt Dittel.

Auf zwei Dinge legt er dabei Wert. Zum einen sei das Angebot keine Konkurrenz zu professionellen Werkstätten, denn der Besucher lege ja vor allem selbst Hand an. Zum anderen sei es „keine behelfsmäßige Bastelei. Wenn wir die Dinge instand setzen, kann jeder sicher sein, dass sie anschließend auch wieder richtig gut funktionieren.“

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