Rente: KAB macht „Cappuccino-Modell“ schmackhaft

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
15375062.jpg
„Neues sozial denken“: Vorsitzende Karin Linzenich, Präses Pfarrer Ralf Linnartz, und die Mitarbeiter der Diözesanleitung, Gerhard Milbert und Winfried Giesbertz (v.l.) stellten die neue Ausrichtung der KAB-Diözese Aachen vor. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Am Ende des Diözesantages der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) stand nicht nur ein gemeinsamer Gottesdienst mit den rund 70 Teilnehmern und Gästen im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath. Mit Karin Linzenich und in Abwesenheit Heinz Backes gab es auch gleich zwei neue Vorsitzende.

Zum Präses wiedergewählt wurde Pfarrer Ralf Linnartz, als Mitarbeiter der Diözesanleitung sind Winfried Giesbertz, der ebenfalls in Abwesenheit gewählte Peter Hülser und Gerhard Milbert dabei.

Neu war auch, dass sich die Kandidaten schon im Vorfeld mit einem Eckpunktepapier beschäftigt hatten, das unter dem KAB-Label „Neues sozial denken“ einen Ausblick der Arbeit bis zum März 2020 vorstellte. Schon im Bericht der bisherigen Diözesanleitung über die vergangenen vier Jahre wurde der Wille zur Veränderung verdeutlicht. „Wir müssen mit unseren Themen und Inhalten anschlussfähig bleiben, sowohl für Kooperationspartner wie auch für unsere Mitglieder“, steht dort zu lesen.

Diesen Anspruch einlösen will der Vorstand, indem er sich aktuellen sozialen und gesellschaftlichen Themen stellt. „Dazu haben wir beispielsweise ein eigenes Rentenmodell entwickelt“, sagt Pfarrer Linnartz. Mit dem durchaus provokanten Spruch „Sie planen Deine Altersarmut“ setzen die KAB-Vertreter einen Fokus darauf, dass die Politik es in ihren Augen versäumt hat, eine zukunftsfähige Rente zu entwickeln. „Vor dem Hintergrund der Industrie 4.0 oder auch Arbeit 4.0 muss das alles auf den Prüfstand“, ist der Geistliche sicher. Über die Einbeziehung aller Beschäftigten, inklusive der Freiberufler, Selbstständigen und Beamten, regt die KAB ihr so genanntes „Cappuccino-Modell“ an.

Die Basis, sozusagen der Espresso ist dabei eine Sockelrente als Pflichtversicherung für alle Bürger. Ebenfalls Pflicht wird die darauf aufsattelnde Erwerbstätigenversicherung, die den Milchkaffee bildet. Der Milchschaum schließlich wird über die betrieblichen und privaten Altersvorsorgen gewonnen. „Der Vorteil ist, dass alle beteiligt werden, ein echtes soziales System“, findet die neue Vorsitzende Karin Linzenich. Ein zweites inhaltliches Thema werden Sozialprojekte sein, die verstärkt beispielsweise Stadtteilprojekte oder die Erwerbslosenberatung betreffen.

„Ein schönes Beispiel ist der Teil- und Tauschring in Alsdorf“, so Pfarrer Linnartz. Abseits von diesem geldlosen Tauschsystem, gelte es aber beispielsweise auch, in solchen Projekten das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein der Betroffenen zu stärken. „Das gilt auch für prekäre Arbeitsverhältnisse, wie beispielsweise bei Saisonarbeitern oder auch den Frauen, die als häusliche Pflegekraft ihren Lebensunterhalt verdienen“, sagt er weiter. Inhaltlich passen solche Tätigkeitsschwerpunkte, die nach wie vor mit einer riesigen Mannschaft von Freiwilligen mit angepackt werden zum Veränderungsprozess, der die KAB in der Diözese Aachen durchläuft.

„Wir sind mittendrin“, weiß Gerhard Milbert, „ein hohes Mitgliederalter und der Wunsch, für die Menschen als Verband attraktiv zu bleiben, waren die Auslöser“. Dazu wird gemeinsam überlegt, wie sich beispielsweise die Leitung anders und attraktiver gestalten lässt, Arbeitsgruppen wurden gebildet und nehmen nun mit verschiedenen Ausrichtungen auf die Zukunft der KAB vor Ort ihre Arbeit auf.

„Die Frage bleibt doch, wie wir mit unseren Themen zu den Menschen kommen, gerade auch zu den Jüngeren“, schließt Pfarrer Linnartz. Doch mit dem Engagement nicht nur für die gerechte Rente oder Erwerbslose, sondern beispielsweise auch bei klaren Statements in Sachen Freihandelsabkommen, sieht der Präses die KAB-Leitung gut für die kommenden Jahre aufgestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert