Rektor geht „von Bord“: Abschied vom Flaggschiff Realschule

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Mit einer eindrucksvollen Feier wurde Realschuldirektor Lorenz Hellmann verabschiedet. Regierungsschuldezernentin Helga Jarosch von der Bezirksregierung Köln überreichte die Entlassungsurkunde. Foto: Sevenich

Würselen. Nach 20 Jahren und sechs Monaten geht der Rektor der Realschule, Lorenz Hellmann, Ende des Monats von Bord des Flaggschiffs der Würselener Schullandschaft. In einer Feierstunde in der Aula verabschiedete ihn jetzt die Schulgemeinde. Es freute den Pädagogen, dazu zahlreiche Weggefährten begrüßen zu dürfen.

Es verschlug ihm die Sprache, als der Schulleiterkollege der lettischen Partnerschule, Didzis Baunis, auf der Bildfläche erschien, eine von einer Reihe von Überraschungen. Es sei ihm und seiner Ehefrau eine große Ehre, an der Feierstunde teilnehmen zu dürfen, sagte er. Als kleines Dankeschön gab es für die Frau an der Seite des erfolgreichen Schulleiters vorab Blumen durch Konrektor Paul Witschen, der im Plauderton durch das Programm führte.

Die obligatorische Urkunde zur Versetzung in den wohl verdienten Ruhestand überbrachte die unmittelbare Vorgesetzte bei der Bezirksregierung in Köln, die Leitende Regierungsschuldezernentin Helga Jarosch. In den verflossenen vier Jahrzehnten, vor allem aber während seiner Zeit als Schulleiter habe Schule viele Veränderungen erfahren und sich großen Herausforderungen stellen müssen, rief sie in die Erinnerung zurück.

Hellmann habe seine Schüler stets getreu seines Wahlspruches „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ (Galileo Galilei) fit für die Zukunft gemacht. Im Sinne des böhmischen Pädagogen Comenius habe er die Realschule zu einer Stätte der Menschlichkeit geformt. „Vor Ihnen liegt ein neuer Lebensabschnitt frei von allen beruflichen Zwängen“, sprach sie dem scheidenden Pädagogen ein „ganz großes herzliches Dankeschön“ für gute Zusammenarbeit aus.

Als Vater von zwei Kindern, die die Realschule zu Hellmanns Zeit besucht hatten, würdigte Bürgermeister Arno Nelles das Wirken von Lorenz Hellmann, aus eigener persönlicher Erfahrung. Vieles sei von ihm an der Realschule im Laufe der vergangenen mehr als zwei Jahrzehnte angestoßen worden.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers lobte die gute Bildungsarbeit, die von allen Beteiligten unter Hellmanns Regie über zwei Jahrzehnte hinweg geleistet worden ist. Lorenz Hellmann habe das Flaggschiff stets auf Kurs gehalten, schloss sich die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Doris Harst, an. Harst überbrachte herzliche Grüße des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, der das Wort vom Flaggschiff geprägt hat.

Für die Schulpflegschaft meldeten sich Vorsitzender Ralf Böker und sein Vorgänger Michael Holz zu Wort. Sie testierten Hellmann, immer ein offenes Wort auch für die Eltern und deren Anliegen gehabt zu haben. Für eine ausgewogene Zusammenarbeit bedankten sich der Vorsitzende des Fördervereins, Rudolf Ross, und dessen Vorgängerin Brigitte Seidel.

Als Vorsitzender der Schulleiterkonferenz stattete der Leiter des Heilig-Geist-Gymnasiums, Christoph Barbier, Dank für Hellmanns Beitrag zu einem guten Verhältnis unter den Schulen der Stadt ab. Wo der Scheidende die Schwerpunkte seiner schulischen Arbeit gesetzt hat, das beleuchteten die beiden Konrektoren Paul Witschen und Monika Froitzheim aus der Sicht die Kollegiums.

Lorenz Hellmann thematisierte, dass er die schöne Schule über eine so lange Zeit habe leiten dürfen. Dass er sie erfolgreich habe führen können, daran seien viele beteiligt gewesen: engagierte Kolleginnen und Kollegen, „die in vielen Diskussionen und Konferenzen mit mir um die Weiterentwicklung gerungen haben“, aber auch Eltern, „die uns immer eng begleitet haben.“ Dank sagte Hellmann auch Rat und Verwaltung, natürlich nicht minder den Schülern, „die uns das Leben nicht allzu schwer gemacht haben“.

Auf die Mitarbeiterinnen im Sekretariat habe er sich immer verlassen können. Dass seine Schule stets eine Vorzeigeschule gewesen sei, dafür bedankte sich Hellmann bei den Hausmeistern und Reinigungskräften.

Mit Blick auf das Auslaufen der Realschule wegen der Gründung der Gesamtschule verbreitete er Zuversicht mit den Worten: „Unser Schiff sinkt nicht. Die Reederei ist lediglich der Meinung, sie bräuchte ein neues, moderneres Schiff.“ Er könne guten Gewissens von Bord gehen, weil er wisse, „dass mein Brückenpersonal und meine Mannschaft alle Passagiere bis 2020 wohlbehalten ans Ufer bringen wird.“

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