Reizende Maibräute, schmucke Maijungen: Jungenspiele in Weiden

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
5876241.jpg
Herrlich: Auch der Nachwuchs der Spellsleute zeigte sich von seiner besten Seite.
5876234.jpg
Prächtige Paare bei der Kirmes: die Spielspitzen von Weiden (oben) und Vorweiden-Nassau. Foto: Sevenich

Würselen. Zum fünften und letzten Mal entfaltete das Jungenspiel-Brauchtum bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen – diesmal in Weiden – vier Tage lang bei den Veranstaltungen auf den Zelten am Holzweg und auf dem Marktplatz sowie bei den Aufmärschen seine ganze Pracht.

„Was wir hier und heute erleben, das ist Brauchtumspflege in Reinkultur“, überschüttete der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele (AWJ), Hans Maassen, die reizenden Maibräute und die ebenso schmucken Maijungen beim gemeinsamen Defilee nur so mit Komplimenten. Beim 46. Weidener Jungenspiel zählte er – sage und schreibe – 42 Pärchen. Hochachtung! Die noch recht zahlreichen Schaulustigen am Straßenrand spendeten immer wieder spontan Applaus. So begeistert waren sie von dem Schauspiel, das sich ihnen eine halbe Stunde lang darbot.

Bei der Thekeneröffnung war die Kirmes in Weiden schon prima auf Touren gekommen. Eine gelungene Fortsetzung fand sie nach den ersten Aufmärschen und dem Zapfenstreich in Nassau am nächsten Abend. Ihre Höhepunkte erlebte sie am Sonntag, zunächst mit dem Besuch eines festlichen, von Pfarrer Barnabas in der Pfarrkirche St. Lucia zelebrierten Gottesdienstes.

Musikalisch gestaltet wurde er von Gerd Schicke an der Orgel, der unter anderem das Mailiedchen intonierte, im Verein mit dem Musikverein Konzen – beim „Großer Gott wir loben Dich“ verbreitete sich Gänsehaut-Feeling. Aber auch vom Chor „Lucivers“, untermalt vom Instrumentalensemble „Lucitonis“. Pritschenkinder „dienten“ und sprachen die Fürbitten, die Herren der Spielspitze gingen mit dem Körbchen rund. Eine Kirmesmesse, die bei den zahlreichen Besuchern einen emotional starken Eindruck hinterließ.

Danach nahmen die Spielspitzen das erste Bad in der Menge, als AWJ-Vorsitzender Maassen sie im Beisein von Bürgermeister Arno Nelles, dem Vorsitzenden des Kulturausschusses Hans-Josef Bülles und von Pfarrer Barnabas, „einem Freund der Jungenspiele“ in seiner afrikanischen Tracht, vorstellte. Zunächst die Spitze des 64. Weidener Spiels: Maikönigin Yasmin Schöner, Maikönig Chris Eigelshoven, Ehrendame Jana Rothe, Maiknecht Tobias Bayer, Maimagd Sylvia Kuck, Ehrendame Maria Mingers, 1. Pritschenmeister Stefan Gottschalk und 2. Pritschenmeister Markus Lürken. Dann stellten die Fahnenschwenker Grün Weiß unter Friedbert Willems in mehreren Formationen ihr Leistungsvermögen unter Beweis, unterlegt mit Walzerklängen. Ihre Tücher wanderten kreuz und quer durch die angenehmen Lüfte.

Zünftiger Frühschoppen

Ihrem ersten Auftritt entgegen fieberte die Spitze des Vorweidener Spieles: Maikönigin Nadin Piotrowski, Maikönig Marcel Schümmer, Ehrendame Sarah Feilhaber, Maiknecht Alexander Emonds, Maimagd Jana Flachs, Ehrendame Angelina Hümmer und 1. Pritschenmeister Daniel Huppertz. Die Fahnenschwenker Blau Weiß unter Dieter Künkeler boten eine sehenswerte und begeisternde Synchronshow. Das Blasorchester Schaufenberg unterlegte sie mit „Tulpen aus Amsterdam“. Da war Eile geboten, um noch „rechtzeitig“ zurück ins Zelt zu kommen, wo der Nachdurst auf einem zünftigen Frühschoppen heruntergespült werden konnte.

Den Weg für den großen Festzug machten grün-weiß geschmückte Kettcars und Cityboarder, aber auch junge Einradfahrerinnen – die Westwacht ließ grüßen – frei. Der Ehrenvorsitzende des Weidener Jungenspiels, Heinz Dautzenberg, ging mit gutem Beispiel voran. Er trug die Ehrenfahne. Mit von der Partie war die 25-jährige Jubiläums-Spielspitze: Maikönigin Claudia Birken (Jünger), Maikönig Franz-Josef Sieprath, Ehrendame Erna Sieprath, Maimagd Sabine Groten-Thal, Maiknecht Stephan Kriescher und Ehrendame Claudia Offermanns (Cohnen).

Mit 14 Pärchen hatte sich, freundschaftlich über Jahre verbunden, Oppen-Haal „eingeklinkt“. Der Vorsitzende des Nassauer Spiels, David Hermanns, trug die Fahne. Als Silberkönigspaar grüßten Königin Petra Heck und König Klaus Kern. Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft präsentierte voller Stolz ihre Majestäten, allen voran König Olaf Rath. Das Jungenspiel Markt-Preck durfte in Weiden nicht fehlen. Dass die Ortsnachbarn Euchen und Linden-Neusen mit ihren zahlreichen Akteuren die Szenerie aufmischten, versteht sich von selbst. Alle auswärtigen Spellsleute verdienten ein dickes Lob, dass sie sich noch einmal zur Pflege des Brauchtums in Schale geworfen hatten. Mit den Gastgebern sorgten auch sie dafür, dass Lebensfreude pur – diesmal auch in Weiden – Trumpf war!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert