„Reifes” Dreigestirn will Baesweiler Rathaus stürmen

Von: mas
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Noch tragen sie dezente Anzüg
Noch tragen sie dezente Anzüge, bald schlüpfen sie in bunte Kostüme und wollen Baesweiler träumen lassen: Prinz Peter Herff (Mitte) Bauer Theo Göddertz und Jungfrau Frida Steinbach (l.) sind in gut einer Woche Baesweilers karnevalistischen Regenten. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Als „Men in Grey” betraten sie die Bühne. Als Hoffnungsträger für eine traumhafte und bunte Session 2011/12 hat das designierte Baesweiler Dreigestirn das jecke Volk hinter sich. Man spürte es zur Vorstellung im Saal des Restaurants Werden an allen Ecken.

Die „Neuen” sind Profis und gewillt, nach der krachenden Frauenpower in der abgelaufenen Session nun wieder „Mann” regieren zu lassen. Ein dreiviertel Stündchen „kramten” Festkomitee-Kassiererin Nicole Müller-Fleu und ihre Assistentin Stephanie Prall bildlich und textlich im Leben des kurz vor der Machtübernahme stehenden Prinzen Peter I. (Herff), Bauer Theo (Göddertz) und Jungfrau Frida (alias Wernfried Steinbach). Danach war klar, die Jungs sind „reif”. Reif, einem närrischen Staat mit Hof fachgerechte Führung anzugedeihen.

Bevor Bürgermeister Willi Linkens den Dreien ihre Ernennungsurkunden überreichte, breitete Nicole Müller-Fleu mit lockerer Zunge den Werdegang des „NRW-Teams” einem wissbegierigen Publikum aus. Prinz Peter, gebürtiger Öcher, ist in Baesweiler heimisch geworden und hat die Schule der Narrenzunft erfolgreich bis zur Beförderung zum Senator durchlaufen.

Der Mariadorfer Theo Göddertz ist der Narrenzunft ebenfalls zugetan und liebt wie Peter und Frida den Fußball. Dabei traute sich Göddertz sogar zuzugeben, dass er Fan von Alemannia Aachen ist. Worauf Nicole Müller-Fleu angesichts der (ausbleibenden) sportlichen Erfolge die Veranstaltung für eine - elf Sekunden dauernde - Schweigeminute unterbrach. Verständlich, dass FC-Bayern-Fan Willi Linkens zur Urkundenübergabe wie ein ganz Großer auf die Bühne kletterte. Auch, weil er stolz ist, einer karnevalistischen Hochburg vorzustehen.

Aus einem jecken Niemandsland kommt eher Jungfrau Frida. Sie wurde aus dem sauerländischen Kirspe (ein aufgeräumter Linkens augenzwinkernd: „Wie heißt das Kaff noch mal, Knispel?”) nach Baesweiler transferiert und lernte hier „richtigen Karneval”. Willi Linkens äußerte seine Überzeugung, mit dem Dreigestirn sei eine gute Wahl getroffen worden, dass dem Baesweiler Karneval einen ganz individuellen Anstrich geben werde. Allerdings wird die Geschichte der Rathausstürmungen wohl in der innovativen Kommune Baesweiler neu geschrieben werden müssen. „Ihr kriegt von mir eine Hebebühne”, lästerte der Bürgermeister in Richtung der an Lebensjahren reifen Angreifer. Ein Anlass für Peter Herff, mahnend und lächelnd den Zeigefinger zu heben...
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