Reichlich frischen Wind gebracht

Von: Lars Odenkirchen
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Scharfzüngiger Auftritt: Frank Küster in Foto: Lars Odenkirchen

Baesweiler. Die erste kleine Revolution erwartete die „Kultur nach Acht”-Besucher schon beim Betreten der Burg: Die gewohnte Sitzordnung wurde über den Haufen geworfen. Nun befand sich die Bühne in der Mitte des Saals, mit kreisförmig darum angeordneten Sitzreihen. Es sollte nicht die einzige Neuerung bleiben.

Auch auf der Bühne sah man neue Gesichter: Moderator und Kabarettist Frank Küster empfing mit seiner Zwei-Mann-Kapelle Andreas Hirschmann (Keyboard) und Marcel Marder (Schlagzeug) die Baesweiler Kulturfreunde. Es war der erste von zunächst vier Auftritten des Düsseldorfers, der künftig zum Quartalsende einen kabarettistischen Rückblick liefern wird.

Küsters Auftritt versprach eine nicht unbedeutende Neuerung, denn wer zuvor „Kultur nach Acht” sagte, der meinte automatisch auch Jürgen Beckers. Schließlich hatte der „Hausmann” über mehrere Jahre hinweg erfolgreich das Kulturprogramm in Baesweiler gestaltet - mit eigenen Auftritten, aber auch mit Gästen aus Musik und Comedy. Im ersten Moment könnte man da kritisch anmerken, dass die Generalüberholung mit Frank Küster ohne Not geschieht. Schließlich spielte „Kultur nach Acht” beinahe immer vor ausverkauftem Haus. Mit seinem ersten Auftritt bewies Frank Küster aber, dass die Weisheit „never change a winning team” eben nicht immer stimmt, denn der Düsseldorfer brachte mit seiner Band frischen Wind ins Kulturprogramm und sorgte für zahlreiche Lacher.

Küsters, der neben seinen eigenen Auftritten als Texter für Kollegen wie Harald Schmidt erfolgreich ist, ergänzt den bisherigen Gastgeber Jürgen Beckers, der weiterhin einige Shows übernimmt, besonders deswegen gut, weil sein kabarettistischer Quartalsrückblick in eine andere Richtung zielt. Während Beckers meist scharfzüngig die Gewohnheiten und Sprache des Rheinlands aufs Korn nimmt, orientiert sich Küster stärker am aktuellen Geschehen.

So blieb kaum ein wichtiges Thema der letzten Wochen unberührt: Es ging um die Pleite Griechenlands, die Probleme der FDP und die „Mietbarkeit” von Landesvater Jürgen Rüttgers. Auch die Kölner Bauprobleme blieben nicht außen vor: „Köln hat bald neben dem Dom eine zweite Attraktion. Die erste U-Bahn, die nicht mit Zügen, sondern mit U-Booten betrieben wird.” Auch der Boulevard kam nicht zu kurz: „Als Tiger Woods seine Pressekonferenz gab, sah das aus als wäre er Präsident. Ich dachte schon, Bill Clinton steht gleich auf und referiert zum gleichen Thema.”

Fest zum Programm wird in Zukunft der „Open Spot” gehören, in dem prinzipiell jeder, der etwas vorzutragen hat, einen Auftritt wagen kann.

Diesmal nutzte Marc Breuer, in Baesweiler als Bestandteil des Rurtal Trio bekannt, die Gelegenheit und erntete viel Applaus. Als Gaststar bekam zudem Andy Sauerwein aus Würzburg einen Auftritt.

Mit seinem unkonventionellen „Jazzkabarett” und teils derbem Humor erntete der junge Comedian viel Beifall und kam am Ende trotz des bereits weit fortgeschrittenen Abends nicht um eine Zugabe herum.
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