Reformationsjubiläum: Luther in allen seinen Facetten im Blick

Von: Beatrix Oprée
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Laden in den Nordkreis ein: (v.l.) Die Pfarrer und Pfarrerinnen Harry Haller, Petra Hartmann, Joachim Wehrenbrecht, Elisabeth Peltner, Renate Fischer-Bausch, Jochen Gürtler, Prädikant Erhard Lay und Dorothea-Elisabeth Alders vor der Herzogenrather Markuskirche. Foto: Beatrix Oprée

Nordkreis. Als „Poltergeist“ hat Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihn jüngst in einem Interview bezeichnet. Ohne dabei seine über die Jahrhunderte hinweg wirkenden weitreichenden Verdienste schmälern zu wollen: Martin Luther.

Der am 10. November 1483 in Eisleben geborene Augustiner-Eremit und Theologieprofessor war zeitlebens ein Suchender, dabei streitbar und radikal in den Konsequenzen, die er aus seinen Erkenntnissen zog. Nicht zuletzt wegen seines Frauenbildes reiben sich Kritiker bis heute an dem wohl bedeutendsten Kirchenreformator, der vor 500 Jahren seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlichte. Erzählungen und Mythen ranken sich um sein Leben und Wirken – dass er besagte Thesen mit lautem Hammerschlag ans Wittenberger Kirchenportal geschlagen haben soll, gehört wohl auch dazu.

500 Jahre Reformation – auch die fünf evangelischen Kirchengemeinden des Nordkreises wollen dem großen Reformator ein Denkmal setzen. Gemeinschaftlich haben die Verantwortlichen ein Jahresprogramm auf die Beine gestellt, das Einblicke ins lutherische Weltbild gibt und bei weitem nicht nur an die 24.000 evangelischen Christen in den fünf Nordkreis-Gemeinden, sondern an alle Interessenten gerichtet ist.

Auftakt ist am Samstag, 21. Januar, mit einem klassisch kirchlichen Format, einer Pilgertour. Titel: „Spuren der Reformation in unserer Geschichte entdecken“. Die Pfarrerinnen Dorothea-Elisabeth Alders und Petra Hartmann laden ein. „Wir erhoffen uns, über die Begegnung auch ins Gespräch zu kommen“, sagt Alders. Treffpunkt ist um 11 Uhr am Eingang zum Alsdorfer Tierpark, über mehrere Stationen geht es fünf Kilometer weit zur ältesten evangelischen Kirche im Nordkreis, in Broichweiden. Jülicher Straße 109. Dort gibt es einen Imbiss und eine Ausstellung über die Anfänge evangelischen Lebens im Aachener Norden, Rücktransport auf Wunsch per Shuttle, Anmeldung: Telefon 02405/896264 oder hoengen-broichweiden@ekir.de.

„Play Luther“ heißt es am Sonntag, 29. Januar, 17 Uhr, in der Alsdorfer Martin-Luther-Kirche. Das Duo „Eure Formation“ präsentiert ein musikalisches Theaterstück über das Leben und Wirken Luthers. „Es lohnt sich“, beschreibt Pfarrerin Elisabeth Peltner das Bühnenwerk als „humorvoll“ und „tiefgründig“. Eintritt: 5 Euro.

Ein gemeinsamer Festgottesdienst krönt den Sonntag, 12. Februar, 11 Uhr, in der Merksteiner Martin-Luther-Kirche, Geilenkirchener Straße 397. Gastpredigerin ist Prof. Dr. Athina Lexutt, Institut für Evangelische Theologie der Uni Gießen. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur die Gemeinde vor Ort sind, sondern auch eine Gemeinde, die sich auf den Weg macht, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern“, erläutert Pfarrer Joachim Wehrenbrecht. Lexutt steht zum Nachgespräch zur Verfügung.

„Von der Freiheit eines Christenmenschen“ heißt eine der Schriften Luthers, mit der sich Interessierte mittwochs am 1., 8. und 15. Februar, 19.30 bis 21.15 Uhr, im Gemeindehaus der Markuskirche, Geilenkirchener Straße 41, auseinandersetzen können. „Es geht um das, was Christen ausmacht und heute noch Gültigkeit hat“, sagt Pfarrer Jochen Gürtler. Anmeldung: Telefon 02406/3203 oder joachim.wehrenbrecht@ekir.de.

Auf „gemeindeübergreifende Teilnahme“ hoffen die Initiatoren, des Abends „Bibel ins Gespräch bringen“, Prädikant Erhard Lay und Pfarrerin Renate Fischer-Bausch, im Gemeindezentrum, Geilenkirchener Straße 397, am Dienstag, 28. März, 20 Uhr.

Als „Menschen mit Esprit“ stellt Pfarrerin Alders Kantor Jens-Peter Enk vor, der am Sonntag, 23. April, 18.30 Uhr, in der Broichweidener Kirche an der Jülicher Straße ein Konzert auf der englischen Orgel darbietet – unter dem Titel „Reformation und Musik“.

Rund 20 Kilometer weit führt eine Radpilgertour zum Thema „Kunst & Spiritualität“ am Samstag, 29. April, 9.30 bis 13.30 Uhr. Unter Leitung von Joachim Weh-renbrecht ist der Ausgangspunkt an der Markuskirche, Geilenkirchener Straße 41. Werke von Paul Hodiamont, unter anderem in der Herzogenrather Markuskirche, werden zu sehen sein, Kloster Rolduc wird besucht, und es geht zum Energeticon. Unterwegs werden auch noch diverse Wegekreuze passiert. Anmeldung: Telefon 02406/ 3203 oder joachim.wehrenbrecht@ekir.de.

„Martin und die Lutherin“ heißt ein musikalisches Programm über den Reformator und seine Frau Katharina von Bora, präsentiert von Vanessa Feilen und Andreas Schuss alias „WindWood & Co.“, die wie Spielleute von Stadt zu Stadt ziehen. Am Freitag, 9. Juni, 19.30 Uhr, sind sie an einer „besonderen Location“, so Wehrenbrecht, zu erleben: im Alsdorfer Energeticon.

Hoch zu Drahtesel geht es weiter am Samstag, 10. Juni, 11 Uhr: rund 20 Kilometer auf den Spuren der Reformation, mit Vortrag, Imbiss, Ausstellung und Gesprächen. Info und Anmeldung: Telefon 02405/896264 oder hoengen-broichweiden@ekir.de.

Der nächste Festgottesdienst mit Nachgespräch steht am Sonntag, 9. Juli, 11 Uhr, in der Alsdorfer Martin-Luther-Kirche an. Zum Thema „Wie regiert Gott die Welt?“ predigt Dieter Korsch, Prof. i. R. für Systematik aus Marburg, dessen Vater einst Pfarrer in Alsdorf war.

„Schuld und Scham heute“ ist der Schwerpunkt beim Festgottesdienst am Sonntag, 24. September, 11 Uhr, in der Gnadenkirche in Setterich, An der Gnadenkirche 1. Gastprediger ist der Schriftsteller und evangelische Theologe Dr. Dr. Klaas Huizing aus Würzburg.

Auf den Spuren der Reformation in Aachens Norden aufs Rad schwingen können sich Interessierte wieder am Samstag, 7. Oktober, 11 Uhr. Info und Anmeldung: hoengen-broichweiden@ekir.de.

Festgottesdienst zum Abschluss

Mit einem festlichen Reformationsgottesdienst wird das Jubiläumsjahr am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober, 11 Uhr, in der Baesweiler Friedenskirche, Otto-Hahn-Straße 1, beendet. Danach gibt es einen Empfang zum 90-Jährigen der Friedenskirche.

Das Nordkreis-Programm ist eingebettet ins Programm der vier Kirchenkreise. Darüber hinaus bieten die einzelnen Gemeinden ökumenische Veranstaltungen an, so etwa zum Thema „Lutherschriften“ – abwechselnd in der evangelischen Kirchengemeinde und der Pfarre St. Sebastian, wie der Würselener Pfarrer Harry Haller erläutert.

Er macht zudem auf Workshops in Sachen „Lutherlieder“ aufmerksam, bei denen ergründet wird, vor welchem Hintergrund, mit welchen Melodien und in welchem politischem Kontext diese Kirchenmusik entstand. Die Termine werden noch bekanntgegeben.

Infos zum gesamten Programm: Telefon 02406/3203.

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