Recyclingbörse feiert 25-Jähriges mit Kulturabend und Familienfest

Von: Beatrix Oprée
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An der Haltestelle für Nachhaltigkeit: (v.l.) „Patchwork“-Leiter Werner Wilfing, Nähwerkstatt-Leiterin Martina Bredohl, Martin Pier, Referent im Büro der Regionaldekane, Ludwina Hupfauer vom Nell-Breuning-Haus, KAB-Sekretärin Agnes Schnieders, Anne Weisshaupt von „Pro Arbeit“, Wilfried Hammers, Fördervereinsvorsitzender, Alfons Bäumer, Vorsitzender des Katholikenrats Aachen-Land, Hans-Michael Peinkofer, 2. Vorsitzender des Fördervereins, sowie Andrea Kever, Geschäftsführerin der Recyclingbörse. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Kritisch und knallbunt soll der Kulturabend werden, zu dem die Jubiläumsbörsianer am Samstag, 2. Mai, unter Schirmherrschaft der Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers in die Aula des Schulzentrums einladen. Moderiert von den „Strunx“-Veteranen Rudi Zins und Manni Hammers verspricht das Ganze, ein hintergründig-munterer Event zu werden.

Und das ist ganz im Sinne der Macher in der Recyclingbörse, die auf 25 wechselvolle Jahre zurückblicken – und trotz mancher Rückschläge das stete Wachstum der Arbeitsloseninitiative voran getrieben haben. „Das war‘s noch nicht, da geht noch was“ lautet das kampfeslustige Festmotto.

Ganz ihrer Tradition folgend, nehmen die Börsianer am Tag vorher, dem 1. Mai, an der zentralen Gewerkschaftsdemonstration teil, zu der sie auch ihrerseits einladen: 10 Uhr, DGB-Haus in Aachen, Dennewartstraße.

Das große Börsen- und Familienfest mit Praxisworkshops unter dem Motto „Made in Herzogenrath“ steigt am Sonntag, 3. Mai, im Gebrauchtwarenkaufhaus „Patchwork“. Grund zum Feiern gibt es, auch wenn sich nach zweieinhalb Jahrzehnten unermüdlichen Einsatzes Ernüchterung offenbart. Wilfried Hammers: „Der hohe Sockel an Langzeitarbeitslosigkeit in der Städteregion schmilzt nicht. Jeder redet von hoher Beschäftigungsquote, aber keiner fragt nach dem Rest.“

Die Sorge um die Langzeitarbeitslosen werde den Initiativen überlassen, konstatiert der Vorsitzende des Fördervereins für Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen ein „Gefühl des Alleingelassenseins“: „In den Kommunen wird über Langzeitarbeitslosigkeit kaum noch geredet, das Thema ist gar nicht mehr präsent! Offenbar verlasse man sich auf den Dienstleister Agentur für Arbeit. Seit Jahren aber herrsche eine unstete Fördersituation, verweist er auf das jüngst aufgelegte Programm „Förderung von Arbeitsverhältnissen (FAV), dessen Topf nun, lange vor dem avisierten Zeitpunkt, leer sei. Mit Generierung von Arbeitsplätzen habe dies nichts zu tun. Hammers: „Es geht nicht um Daueralimentierung: Menschen sollen wieder Akteure ihres eigenen Lebens werden können!“

Über die Schirmherrschaft der Landtagsabgeordneten indes freut er sich – einen neuen, landesweiten Verband der Initiativen im Blick, um speziell im Zuge des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wieder Gewicht zu bekommen. Damit die Initiativen vor Ort, die einst die Recyclingidee anstießen und mit Leben füllten, auch weiter daran teil haben können. Die Börsianer leben von Kooperationen. Seit vielen Jahren mit dabei sind etwa die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) und das Nell-Breuning-Haus (NBH).

Der KAB-Jahresschwerpunkt „Gut wirtschaften“ passt bestens in den Rahmen des Börsenfestes. „Es geht um die Frage, wie gute und nachhaltige Wirtschaft aussehen muss, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen“, erläutern KAB-Sekretärin Agnes Schnieders und Ludwina Hupfauer, pädagogische Mitarbeiterin im NBH. So werden die beiden am Sonntag im „Patchwork“ eine Haltestelle aufbauen, an der die Besucher ihre Ziele angeben können. „Und wer keine Perspektive hat, der kann eine Fahrkarte lösen“, sagt Schnieders. Auch sie geht ins Gericht mit dem System: „Es herrscht eine Haltung in der Politik, man könne sich einen Bodensatz Langzeitarbeitsloser leisten.“ In zehn Jahren Hartz IV sei die Zahl der Hilfeempfänger gestiegen. „Gut, dass es solche Projekte wie die Recyclingbörse gibt“, sagt sie: „Hier bekommen Menschen ihre Würde zurück!“

Hans-Michael Peinkofer, Geschäftsführer des Fördervereins, appelliert derweil an das Engagement junger Leute aus dem rund 60-köpfigen Verein: „Damit unser Projekt auch noch eine Zukunft hat!“

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