Recycling im doppelten Sinn: Albert Sous stellt Skulptur auf

Von: Angelina Boerger
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Sie freuen sich über die Skulptur von Albert Sous (5. von links): die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der „Wabe“ mit deren Geschäftsführer Alois Poquett (6. von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen/Würselen. Was andere wegwerfen, muss nicht immer gleich unbrauchbar sein. Dieses Motto haben sich sowohl das jüngste Beschäftigungsprojekt des Hilfsvereins „Wabe“ mit Namen „Bandbreite“ als auch der Würselener Künstler Albert Sous auf die Fahne geschrieben.

In der Kleinkölnstraße 18 betreibt die „Wabe“ seit kurzem ein Secondhand-Kaufhaus für Langzeitarbeitslose, in dem diese auch gleich mitarbeiten. Jetzt bekam eine der Sous-Skulpturen aus recycelten Stahlresten vor dem Kaufhaus einen neuen Standort, um die dort ungenutzte Freifläche zu verschönern.

„Ich bin vor einiger Zeit hier am neuen Laden vorbeigegangen und hatte spontan die Idee, dass dieses Monument aus Stahl hier seinen neuen Platz finden könnte“, erklärte Sous. Das Projekt der „Wabe“ habe ihm gezeigt, dass hier etwas passiere. „Hier muss ich etwas zu beitragen, als hätte es auf mich gewartet. Ich freue mich sehr, dass ich meine Skulptur hier aufbauen durfte.“

Die Skulptur, ursprünglich ein verdrehtes industrielles Stahlrohr, und somit Schrott, rettete Sous 2010 vor der Müllkippe. „Diese außergewöhnlichen Reste aus industrieller Fertigung waren beinahe vollkommen, als ich es entdeckte. Ich habe es lediglich aufgestellt.“ Bevor es den „blauen Ozean“, ein Wasserbecken auf der Freifläche, schmückte, konnte man es schon in einem Museum in Zülpich und auf der Bundesgartenschau bestaunen.

Alois Poquett, Geschäftsführer der „Wabe“, ist mächtig stolz, dass ein Kunstwerk des bekannten Metall-Bildhauers, der beispielsweise auch Schöpfer des Kugelbrunnens ist, nun an diesem neu geschaffenen Ort der Begegnung steht. „Albert Sous hat sich in den letzten Jahren mit großem Engagement in die Diskussion um die Zukunft und die Gestaltung des Nikolausviertels eingebracht. Sein kulturelles Werk bedient sich, genau wie unsere Arbeit, des Prinzips des Recyclings – wir versuchen, aus ungenutzten Dingen wieder etwas Verwendbares zu machen. Mit seiner Skulptur hat uns ein besonderer Mensch ein besonderes Geschenk gemacht.“

Bei den „Sierhörnern“, so der Name der Skulptur, handelt es sich um eine Leihgabe von mindestens zwei Jahren. Sie passt ins kulturelle Konzept des neuen Hauses. Das Secondhand-Kaufhaus plant für dieses Jahr Lesungen, Ausstellungen und Konzerte.

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