Realschulen bieten bald Hauptschulzweige an

Von: Verena Müller
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realschule ofden
Die Realschule Ofden wird ab dem Schuhljahr 2017/2018 auch Schüler mit Hauptschulempfehlung aufnehmen und dementsprechende Kurse anbeiten. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Die beiden Alsdorfer Realschulen wollen nach den Sommerferien Hauptschulbildungszweige anbieten. Hintergrund ist die auslaufende Europahauptschule, an der bereits seit dem Schuljahr 2015/2016 keine Schüler mehr für die fünfte Klasse angenommen werden. Mit anderen Worten: Derzeit besuchen die Schüler an der Pestalozzistraße die Klassen 7 bis 10 und zum Ende des Schuljahrs 2020/21 können die letzten ihren Abschluss machen.

Danach gibt es keine reine Hauptschule mehr in Alsdorf, und ob alle Kinder mit Hauptschulempfehlung an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule unterrichtet werden können, ist ungewiss.  Nach einem im vorletzten Sommer beschlossenen neuen Schulgesetz (§ 123c, Sicherung von Schullaufbahnen) ist es Realschulen freigestellt, Hauptschulzweige anzubieten. Und davon wollen sowohl die Marienschule als auch die Realschule Ofden Gebrauch machen. Gemeinsam haben die beiden Leiterinnen, Susanne Kaempf und Reinhild Behr-Bennemann, ihr Konzept für einen solchen Bildungszweig vor dem Schulausschuss der Stadt Alsdorf vorgestellt.

Eine kurze Zusammenfassung: Ab dem kommenden Schuljahr können die Realschüler, die nach der Erprobungsstufe (Ende der 6. Klasse) eine Hauptschulempfehlung erhalten, an der Realschule bleiben. Für die späteren Eingangsklassen ist die Empfehlung am Ende der Grundschulzeit für Real- oder Hauptschule im Grunde noch irrelevant, denn unterschieden wird erst ab der 7. Klasse.

Klassenverband bleibt erhalten Wichtigste Nachricht an dieser Stelle: Egal, wie die Empfehlung lautet, der Klassenverband bleibt erhalten. In den meisten Fächern werden die Schüler weiterhin gemeinsam unterrichtet, aber in Englisch und Mathe wird ab Klasse 7 in Grund- und Erweiterungskurse unterschieden; in Deutsch werden Klassenarbeiten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad geschrieben. 

Außerdem werden im Wahlpflichtbereich die Schwerpunktfächer Französisch, Sozialwissenschaften, Biologie und das neue Fach Arbeitslehre angeboten. Arbeitslehre setzt sich aus Wirtschaft, Hauswirtschaft, Biologie, Physik und Chemie zusammen. Für Hauptschüler ist die Belegung dieses Fachs Pflicht, Realschüler dürfen es wählen. Insgesamt wird ein Drittel der Stunden getrennt unterrichtet (zehn Stunden), der Rest räumlich und inhaltlich identisch. Sollte eine geringe Schülerzahl gegen separates Unterrichten sprechen, könnte auch im Klassenverband differenziert werden.

Ein Wechsel von Haupt- in Realschulzweig oder umgekehrt ist halbjährlich nach den Zeugniskonferenzen möglich: vom Haupt- in den Realschulbildungsgang bis zum Ende des Jahrgangs 9, umgekehrt bis zum Ende des Jahrgangs 8. Die Ausführungen der beiden Schulleiterinnen stießen im Ausschuss auf Wohlwollen. Martin May, Leiter der Gustav-Heinemann-Gesamtschule, bemerkte ironisch, er freue sich, dass es künftig drei Gesamtschulen in Alsdorf gebe.

Wer nach Erlangen des Realschulabschlusses Abitur machen wolle, sei an seiner Schule herzlich willkommen. Reinhild Behr-Bennemann ließ das nicht unkommentiert im Raum stehen: Wenn die Klassen der Gesamtschule leer wären, könnten natürlich alle Schüler mit Hauptschulempfehlung die Schule Am Klött besuchen. Das Konzept ist auch über das Ratsinformationssystem der Stadt Alsdorf (zu finden unter dem Stichwort „Hauptschulbildungszweig) runterzuladen.

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