Herzogenrath - „Realität und Traum“: Gegensätze in feiner Ausstellung vereint

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„Realität und Traum“: Gegensätze in feiner Ausstellung vereint

Von: Nina Krüsmann
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Traumhafte Arbeiten: Mirjam Korse (l.) und Carla Cremers speilen auch mit den Realitäten. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. „Realität und Traum“ – schon der Titel der aktuellen Ausstellung im Frauenkomm zeigt in seiner Aufreihung, dass sich hier zwei gegensätzliche Positionen begegnen. Es geht um Realität – das Äußere, das Seh- und Greifbare - und im Gegensatz dazu um den „Traum“, um innere Prozesse des Schlafs, der Phantasie, Gedankengebilde.

Die Ausstellungsorganisatorin Uta Göbel-Groß erklärte bei der Vernissage, worum es den beiden Künstlerinnen Carla Cremers und Mirjam Korse in ihrem kreativen Schaffen geht. Beide kommen aus den Niederlanden, beide leben in Maastricht.

„In Carla Cremers Arbeiten geht es um objektive Beobachtungen, um Zeichen von Vergangenheit. Durch extreme Vergrößerungen oder Verkleinerungen in ihren Objekten spielt sie mit der Perspektive von Realität und Zeit“, betonte Göbel-Groß. Beim Eintreten ins Frauenkomm fällt an der Eingangswand ein großes Objekt auf: das „Blatt“. Natur beeinflusst die Arbeiten von Cremers. Sie nimmt das Blatt und vergrößert es ins Unermessliche, ins Überdimensionale. Drähte nutzt sie für die Blattadern – und natürlich auch als Gerüst für das Ganze, Stoffe werden Blattflächen. „Cremers ist eine ausdrucksstarke Land-Art-Künstlerin. Ihre Objekte sind für die Natur geschaffen, für draußen. Sie sind oft grob gearbeitet, sie wirken auf die Ferne. Sie werden erst lebendig in der Natur, mit Licht oder Wind oder Wasser, sie dürfen vergehen, sie sind zeitlich begrenzt“, sagte Göbel-Groß.

Eine andere Arbeit sind die „Drei Grazien“ an der Hauptwand im blauen Saal: Zu sehen ist eine Frau im Bad. Sie ist auf Plexiglas gebannt, dreht sich in verschiedenen Posen in einer Triade. In kleineren Bildern hat die Künstlerin die Bewegungen und Haltungen schnappschussartig festgehalten. Zu sehen sind Details wie der Schoß oder der Finger mit rotem Nagel. Göbel-Groß: „Diese Details sind wichtig, es ist eine Fokussierung auf das Kleine, das hier bedeutend wird.“

Mirjam Korse zeigt ausgewählte Pastell-Arbeiten. Sie gehe der Frage nach, welche Träume der Mensch hat, was wahr werden kann. „In surrealen Bildern erzählt Mirjam uns Geschichten, die wir selber entdecken können oder die sie uns zu erzählen vermag. Manche Arbeit lässt Märchen anklingen, Lieder hören, oder eigene Träume reflektieren. Die Arbeiten sind manchmal fast zu klein für das Viele, das sich dort abspielt“, sagte Göbel-Groß.

Es geht um Leben und Tod, um Freiheit und das Gefühl, wie eine Marionette an den Fäden geführt zu werden. „Hier schließt sich für mich der Kreis der beiden Künstlerinnen, die dem Thema Zeit, Leben in der Zeit und Vergänglichkeit ihr Augenmerk widmen.“ Die Ausstellung im Frauenkomm im Eurodebahnhof ist bis zum 30. Januar zu sehen.

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