Baesweiler - Rauchmelder: Eine schwammige Formulierung verärgert den Fachmann

Rauchmelder: Eine schwammige Formulierung verärgert den Fachmann

Von: sie
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Laien tendieren dazu, den Rauchmelder möglichst unauffällig zu platzieren. Dabei sei das genau falsch, sagt Stefan Litzel. Foto: dpa

Baesweiler. Im Bürgertreff Ortsteil Oidtweiler hat jetzt eine Informationsveranstaltung zum Thema Brandmelder stattgefunden. Brandmelder gehören seit April dieses Jahres in NRW zur Pflichtausstattung jeden Neubaus.

Altbauten müssen sukzessive nachgerüstet werden, allerdings besteht noch eine Kulanzzeit bis ins Jahr 2017 – jedes Haus, das sich derzeit noch im Bau oder in der Planung befindet, ist also bereits von der neuen Gesetzesregelung betroffen.

Bei der von der CDU initiierten Infoveranstaltung gab es eine kurze Einführung von Peter Strauch, Technischer Beigeordneter Baesweilers. Er referierte über die bauliche Situation der Stadt Baesweiler , die weiter auf Wachstumskurs sei. Besonders in Oidtweiler sei Bauland immer sehr schnell vergeben, doch auch in anderen Ortsteilen entstehe kontinuierlich neuer Wohnraum. Insgesamt resultierte in den vergangenen 20 Jahren aus acht verschiedenen Bebauungsplänen die Erschließung von Bauland für 1400 neue Einwohner, 22 Hektar Ackerland mussten dafür weichen.

Das neue Brandmelder-Gesetz sieht die Anbringung eines Rauchmelders vor. Dieser soll so installiert werden, dass der Rauch optimal wahrgenommen werden kann. Diese etwas schwammige Formulierung wurde von Stefan Litzel, Leiter des Arbeitskreises Brandschutzerziehung des Feuerwehrverbandes Kreis Aachen e.V. und Löschzugführer in Oidtweiler, scharf kritisiert. Ein Laie wisse nicht, wie sich Feuer und Rauch im Ernstfall entwickeln. Deshalb sei es sinnvoll, dass der Rauchmelder von einem Fachmann montiert werde. Zudem schreibe das Gesetz weder einen Brandmelder in der Küche vor – wo laut Stefan Litzel die größte Brandgefahr besteht – noch in den Kellerräumen.

Unvollständig und fahrlässig gehandhabter Schutz könne ebenso tödlich sein wie mangelnde Vorkehrungen. Eindringlich wies Litzel darauf hin, dass viele dazu neigten, Brandmelder unauffällig zu platzieren. Dabei habe jedoch eine zentrale Platzierung an der Decke den größten Effekt. Weiterhin warnte der Fachmann vor billiger Ramschware, die zumeist nicht die nötige Sicherheit und Zuverlässigkeit gewährleisten könne wie ein hochwertigeres Markenprodukt.

In einer klaren Wortwahl referierte Litzel weiterhin über die Biologie der Atemwege und unterlegte seine Worte mit Bildern von Einsätzen, Diagrammen und Statistiken. Er wollte die Zuhörer wachrütteln – und schaffte es.

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