Rattenplage sorgt für jede Menge Ärger

Von: Karl Stüber
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Ratten werden zum Problem: In Würselen muss ein Schädlingsbekämpfer ran. Foto: Imago
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Die Idylle des heimischen Gartens an der Erlenstraße in Würselen ist trügerisch: Roswitha und Heinz Lesmeister haben mit Ratten auf ihrem Grundstück zu kämpfen. Die Ratten haben von einem verwilderten Grundstück an der nahen Teutstraße den Weg zu ihnen und auch einigen Nachbarn gefunden. Foto: Karl Stüber

Würselen. Seit 64 Jahren lebt Roswitha Lesmeister in ihrem Elternhaus an der Erlenstraße mitten in Würselen. Ratten waren dort nie ein Thema. Das hat sich erstmals im Jahre 2015 gravierend geändert, und in diesem Jahr werden die Lesmeisters, aber auch Nachbarn, erneut von einer Rattenplage heimgesucht, wie sie erzählt.

Die Nager unterminierten auf dem Grundstück der Lesmeisters den Steg am Gartenteich und legten Gänge unter der Auffahrt vor der Garage an. Im vergangenen Jahr und auch diesmal musste ein Kammerjäger aus Aachen beauftragt werden, den Tieren ans Leder zu gehen. Jetzt noch ist Gift in speziellen Fallen, die andere Tiere davor bewahren sollen, in Mitleidenschaft gezogen zu werden, auf dem Grundstück ausgelegt.

Heinz Lesmeister, ein Architekt, der früher bei dem Bauamt einer Nachbarstadt arbeitete, hatte und hat viel zu tun, um die Schäden zu beseitigen. In Familien und in verzweigten Bauen lebende Ratten sind äußerst findig und anpassungsfähig. Sie sind in der Lage, mit ihrem kräftigen Gebiss zum Beispiel elektrische und vermeintlich stabile Rohrleitungen zu beschädigen, ja zu zerstören. Und sie können Krankheitserreger übertragen.

Die Lesmeisters haben als Ursache und Quelle der Invasion dieser unangenehmen Nager ein brachliegendes und von Unkraut überwuchertes Grundstück an der benachbarten Teutstraße ausgemacht, das von Häusern umgeben ist. Diese Einschätzung habe der von ihnen beauftragte Schädlingsbekämpfer bestätigt.

Dort war vor etwa drei Jahren ein Bagger bei Erdarbeiten eingebrochen, wie sie sagen. Ein offenbar aus Zeiten des Bergbaus stammender Schacht war zusammengebrochen. Jetzt noch ist die große „Delle“ auf dem brachliegenden Grundstück gut zu erkennen. Eigentlich sollte dort neuer Wohnraum entstehen, aber die Baustelle wurde stillgelegt. Das Areal wechselte mehrfach den Besitzer. Ursprünglich hatte dort ein Haus der Stadt Würselen gestanden. Das wurde mitsamt umstehender Bäume abgeräumt.

Es besteht eine Meldepflicht

Würselens Stadtsprecher Bernd Schaffrath bestätigte, dass das Areal unter anderm auch einmal der kommunalen Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) gehörte. Das Auftreten von Ratten ist nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtig. Dem waren die Lesmeisters nachgekommen und hatten sich im vergangenen Jahr und auch jetzt an die Stadt Würselen gewandt. Erstmals, nachdem sie im August 2015 aus dem Urlaub kommend feststellen mussten, dass der Teich über den Verdunstungsgrad weit hinaus Wasser verloren hatte.

Es stellte sich heraus, dass Ratten die Teichfolie angefressen hatten. Damals habe sich das Ordnungsamt nicht so konstruktiv erwiesen, wie es dann zum Glück jetzt war, sagen sie. Diesmal habe ein sehr zuvorkommender Mitarbeiter dort dafür gesorgt, dass der Fachdienst Kommunale Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) aktiv wurde. Wild abgelagerter Müll auf dem Grundstück an der Teutstraße wurde beseitigt und Rattengift auf dem Gelände eingesetzt, wie die Lesmeisters sagen.

Stadtsprecher Schaffrath antwortete auf Nachfrage unserer Zeitung, was die Stadt Würselen zur Gefahrenabwehr für die Anwohner zu tun gedenke, dass der in Aachen angesiedelte Grundstückseigner jetzt per Schreiben informiert wurde. Die Stadt habe ihm mit Frist bis zum 20. November aufgetragen, die vom dem Grundstück ausgehenden Probleme zu beseitigen. Dazu gehöre die Beseitigung von Müll und der Einsatz eines Schädlingsbekämpfers. Sollte dies nicht geschehen, so Schaffrath, werde das die Stadt als Vorleistung („Ersatzvornahme“) übernehmen und dem Grundstückseigentümer in Rechnung stellen.

An das Ordnungsamt wenden

Bürger, die weitere Ratten entdecken, sollen sich bitte an die Stadt Würselen unter Telefon 02405/67-0 wenden und sich mit dem Ordnungsamt verbinden lassen.

Und wer kommt für die Beseitigung der Schäden auf, die die Ratten bislang angerichtet haben? Was ist mit den Kosten für den Schädlingsbekämpfer, den die Lesmeisters zweimal engagieren mussten? Dies dürfte wohl ein privatrechtlich auszufechtende Frage sein. Nachdem der Grundstückseigener mehrfach gewechselt hat, keine einfache Rechtslage.

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