Rathauscenter: Neu-Konzept mit Handel und Gastronomie

Von: Holger Bubel
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in ziemlicher Klotz, der sein Potential noch nicht entfaltet hat: Das Rathauscenter an der Hubertusstraße. Fotos: Holger Bubel
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Wollen die Pläne gemeinsam umsetzen: Architekt Hans-Willi Mertens (.l) und Andreas Baur (2.v.l.) und Ilker Simons (r.) von Hess & Partner Immobilien GmbH. Bürgermeister Alfred Sonders (2.v.r.) begrüßt das wirtschaftliche Engagement der Investoren in Alsdorf.

Alsdorf. Gute Nachrichten in und für Alsdorf sind vor dem Hintergrund der finanziellen Situation rar geworden in jüngster Zeit. Und da war es erfrischend, Bürgermeister Alfred Sonders noch einmal zufrieden lächelnd in seinem Dienstzimmer vorzufinden.

Mit dabei: Ilker Simons, Geschäftsführer der Immobilien GmbH Hess & Partner, und Immobilienfachwirt Andreas Baur in der Gesellschaft sowie der Alsdorfer Architekt Hans-Willi Mertens. Das, was diese drei zu berichten hatten, machte zumindest eine Zeitlang aus des Bürgermeisters Sorgenfalten Lachgrübchen um die Mundwinkel herum: Große Pläne nämlich hat die Immobilien GmbH im Auftrag privater Investoren aus Aachen mit dem als „Rathauscenter“ bekannten Gebäude an der Otto-Wels-Straße/Hubertusstraße. Und das spielt den Alsdorfer Planern mit Blick auf das Vorantreiben der Innenstadtentwicklung in die Karten.

Seit fünf Jahren beobachtet

„Das Objekt haben wir seit fünf Jahren in Beobachtung. Die Gespräche zogen sich lange hin, weil die Darlehen auf die Immobilie wechselnd verkauft wurden. Bei einer Zwangsversteigerung im Dezember 2013 konnten wir den Zuschlag erwirken. Die Eigentumsverhältnisse sind jetzt klar“, erklärt Ilker Simons. Und: „Wir haben nicht die Katze im Sack gekauft. Von der Qualität des Gebäudes sind wir überzeugt“, betont er.

Denn eine solche war bei der Ende der 1990er Jahre fertiggestellten Immobilie nicht nur hinter vorgehaltener Hand in Frage gestellt worden. „Die Grundsubstanz des Gebäudes ist in Ordnung“, bestätigt aber Architekt Hans-Willi Mertens, der das Objekt genau unter die Lupe genommen hat: „Für eine umfängliche Lösung der baulichen Mängel fehlte bislang halt nur das Budget.“ Dass es statische Probleme beim Parkdeck gebe und die Entwässerung nicht geregelt sei, wäre „simpel zu lösen“, koste aber Geld. „Für uns war das kein Deal-Killer“, bekräftigt Ilker Simons.

Wichtiges Zeichen

Dass die Eigentumsverhältnisse nun geklärt seien, stuft Simons als ganz wichtiges Zeichen nach außen und innen ein. Es läge in der Natur der Sache, dass unter einer Zwangsverwaltung keine Investitionsbemühungen zu erwarten gewesen seien.

„Die aktuellen Mieter sind jetzt aber froh über das Ende der Unsicherheit und haben fast alle ihre bestehenden Mietverträge verlängert“, sagt der Geschäftsführer und stellt in Aussicht, „das Rathauscenter neu am Markt zu positionieren“.

Und dafür sind die Investoren auch bereit, das Portemonnaie weit zu öffnen. Die Rede ist von einer hohen sechsstelligen beziehungsweise sogar siebenstelligen Summe, die in den Bestand gesteckt werden soll, was letztendlich von der weiteren Nutzung abhänge. „Bereits jetzt haben wir diverse Anfragen von Interessenten, bei denen die Verlässlichkeit der langfristigen Entwicklung der Immobilie eine große Rolle spielt“, sagt Ilker Simons.

Mit den Arbeiten an dem Objekt soll schnell begonnen werden, „auch um ein Zeichen zu setzen, dass hier was passiert“.

Diese sichtbaren Arbeiten gehen von kleineren Reparaturen und einem neuen Anstrich, bis zu einer kompletten Umgestaltung der Fassade zur Otto-Wels-Straße hin, erklärt Architekt Hans-Willi Mertens. Und auch die Gebäuderückseite, dort, wo die Stadt Alsdorf den Parkraum, der eigentlich zum Gebäude gehört und kein städtisches Gebiet ist, derzeit „bewirtschaftet“, soll repräsentativer gemacht werden, etwa durch Ladenlokale mit Außenzone. Parkraum würde dann wegfallen.

Begrünung oder Bebauung

Ebenso – und das wird eine der markantesten Veränderungen am Bestandsgebäude sein – entfallen die rund 800 Quadratmeter Parkraum auf Höhe des zweiten Obergeschosses, das über Rampen zu erreichen ist. „Durch den Abriss dieser Rampen wird Platz geschaffen für 25 ebenerdige Parkplätze. Die obere Fläche wird zukünftig anders genutzt“, erklärt Architekt Mertens. Eine Begrünung etwa käme in Frage, aber auch eine zusätzliche Bebauung – wenn der Bedarf bestünde. Derzeit befinde man sich noch in der Phase der Ideenfindung. Hierzu gehört etwa auch, der Immobilie einen neuen Namen zu geben: „Der Titel ‚Rathauscenter‘ ist doch irgendwie verbrannt“, sagt Ilker Simons.

Egal, wie das Gebäude zukünftig auch heißen wird, Bürgermeister Alfred Sonders ist glücklich, dass das Rathauscenter, auf das er täglich von seinem Dienstzimmer aus blickt, nun einen ordentlichen Schub nach vorne bekommt: „Eine Attraktivierung trägt zu einer neuen, vernünftigen Entwicklung der nördlichen Innenstadt maßgeblich bei.“ Auf der „Dienstleistungs- und Freizeitachse“ mit Ärzte- und Rathaus, Luisenpassage als Heimat des Projekts „Soziale Stadt Mitte“ sowie Cinetower und Bowlingcenter sei ein neues Rathauscenter eine hervorragende Ergänzung und passe bestens ins Konzept, auch mit Blick auf die weitere Innenstadtentwicklung und der geplanten Erschließung des Geländes hinter dem Rathaus.

Womit das Rathauscenter inhaltlich aufgewertet werden soll, sickert so mit und mit durch. Nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung haben die neuen Eigentümer bereits intensive Verhandlungsgespräche unter anderem mit einem gesundheitsorientierten Fitnessstudio geführt. Konkreteres zeichnet sich hier ab. Auch ein Betreiber für das derzeit ungenutzte Restaurant an der Hubertusstraße ist wohl gefunden.

Platz gibt es reichlich

In die Karten schauen lassen wollen die Makler sich aber noch nicht: „Vorstellbare Nutzungen für das Center sind Einzelhandel, Gastronomie, Kindertagesstätten, Tagesbetreuung für Senioren oder auch Fitness“ – so viel verrät Ilker Simons dann aber doch. Platz genug wird vorhanden sein. Alleine die ehemalige „Lidl“-Verkaufsfläche bietet über 1000 Quadratmeter, eine attraktive Größe auch für Filialketten des avisierten Angebots.

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