Rathaus-Drache hat noch keinen Namen

Von: mabie
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Angekommen: Metallkünstler und -bauer Patrick Hagelstein (r.) und sein Chef und Mitinitiator Michael Kerres legten noch letzte Hand an den hier noch unverpackten Drachen von Roda. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Bislang ist der Drache im Herzogenrather Rathaus noch ohne Namen. Doch dass er wohl kaum als Sinnbild für den Pleitegeier herhalten kann, obwohl manche das hinter vorgehaltener Hand schon augenzwinkernd sagten, dass die Finanznot der Kommune sich nun wohl versinnbildlicht hat.

Zumindest einer hat darüber sicherlich keine Sekunde nachgedacht und das ist der Künstler selbst: Patrick Hagelstein. Der Metallbauer hat sich in eineinhalb Wochen täglich mehr als die nur gefragten acht Stunden im Betrieb seines Chefs Michael Kerres an den Bau des metallenen Drachen gemacht. Auf einem selbst gefertigten Gerüst befestigte er in mühevoller Kleinstarbeit nicht nur die gut 700 Schuppen, die den Körper des Drachen zu einem funkelnden Unikat machen. „Ich habe Augen, Flügel und die Zunge aus Edelstahl gefertigt, damit die ganz besonders funkeln“, ist Patrick stolz.

Und bevor er gemeinsam mit seinem Arbeitgeber noch den Plexiglaskasten, in dem der Drache nun im Foyer des Herzogenrather Rathauses ausgestellt wird, zuschraubt, geht er noch mal ganz leicht mit der Hand über die Details des noch namenlosen Fabelwesens. „Wenn ich später Sehnsucht habe, komme ich mal vorbei und streiche ihm über Schuppen und Kopf“, meint der Künstler noch lächelnd, ehe der Drache in seinem Schaukasten, der übrigens keinen Deckel bekommen wird, verschwindet. „Dann können Kinder sich gerne auf Papas Arm mal dem Drachen nähern und ihn ganz vorsichtig streicheln“, kommentierte Michael Kerres die Aktion.

Rund 40 Kilo Drache wurden aber nicht alleine auf die Beine gestellt, um das ohnehin mit Kunst reich bestückte Foyer von Rodas Rathaus noch weiter auszustaffieren. Denn begonnen hatte der Weg zu Herzogenraths eigenem Drachen mit einem Traum von Michael Kerres. „Ich habe mich immer gefragt, was man Gutes tun kann“, sage er. Bei der Suche nach der guten Sache kam ihm das Ronald McDonald-Haus in Aachen in den Sinn. Dort betreuen drei hauptamtliche Mitarbeiter die Familien schwer kranker Kinder. „Wir bieten ein Zuhause auf Zeit, während die Kinder im Aachener Klinikum behandelt werden“, erläuterte Leiterin Claudia Berning beim Ortstermin.

Allerdings hat das Haus auch 24 wechselvolle Jahre hinter sich, in denen die zwölf Familien-Appartements viele Menschen kommen und gehen sahen. Entsprechend muss auch hier und da mal was in dem Haus geschehen, damit es auch in Zukunft eine Anlaufstelle für Familien mit schwer kranken Kindern ist. Wie der Drache mit der guten Sache verbunden ist, erklärt Michael Kerres: „Die einzeln angefertigten Schuppen konnten von Spendern quasi ‚erworben‘ werden, und so wurde Geld für das Haus gesammelt“.

1250 Euro kamen so zusammen, dazu die Arbeitszeit und das Material, das den Gesamtwert des einzigartigen Drachen auf rund 20.000 Euro summiert. Verkäuflich ist er nicht, schließlich sind die Namen der Spender einzeln in die Schuppen graviert und noch mal in der Schatzkiste vorhanden, die der Drache „bewacht“. Dank der Unterstützung von Marmor Esser gab es zudem noch eine glänzende Granitplatte, auf der der Drache ruht, und zwei Stein-Findlinge, die er in seinen Klauen wie zur Abwehr von Feinden mit sich trägt. Patrick Hagelstein wird sicherlich die Klauen des Drachen nicht spüren, aber er freut sich auch auf den Moment, wo das Fabeltier einen Namen bekommt.

Denn dazu wurde seitens der Stadt noch ein kleiner Namenswettbewerb ausgerufen, an denen sich alle Interessierten per Mail an Petra Baur unter petra.baur@herzogenrath.de beteiligen können. „Denn schließlich hat die Stadt schon eine Burg, da darf ein Drache, der natürlich einen Namen braucht, nicht fehlen“, schloss Bürgermeister Christoph von den Driesch bei der Vorstellung des Objekts.

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