Rammbalken für Banker Tunnel geplant

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Kann es kaum glauben: Bernd Fasel begutachtet den Zustand der Bahnbrücke auf der L 259. Die Passage ist schon für Pkw eng, Lkw rammen sogar oft die Mauer. Foto: Beatrix Oprée
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Kann es kaum glauben: Bernd Fasel begutachtet den Zustand der Bahnbrücke auf der L 259. Die Passage ist schon für Pkw eng, Lkw rammen sogar oft die Mauer. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Damit hatte Grünen-Fraktionschef Dr. Bernd Fasel nicht gerechnet, als er die Listen über den Zustand der Bahnbrücken im Land studierte: „Herzogenrath ist ein echter Schwerpunkt!“ Gleich vier Brücken der bahninternen Kategorie 4 („gravierende Schäden, wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich“) und immerhin drei der Kategorie 3 („umfangreiche Schäden, Instandsetzung möglich, Wirtschaftlichkeit zu prüfen“) sind dort verzeichnet.

Fasels Sorgenkind: der Banker Tunnel.

Grüne fordern Konsequenzen

Beim Ortstermin wird schnell klar warum. Als Fasel auf die markanten Risse zeigt, löst sich ein Stein. Zwei weitere liegen locker daneben im Mauerwerk. Vibrationen oder Umwelteinflüsse – wer weiß? Ohnehin gestaltet sich der Aufenthalt an dem Nadelöhr auf der Landstraße 259 zwischen Roermonder – und Haus-Heyden-Straße als gefährlich: Ein Fahrzeug nach dem anderen passiert den Tunnel – von beiden Seiten. Ab Lieferwagengröße wird’s ganz kritisch, muss ein Fußgänger den Kopf einziehen, um nicht mit einem Außenspiegel zu kollidieren. An die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbeschränkung von 10 km/h hält sich ohnehin kaum jemand.

Doch dies ist mit Blick auf die lockeren Mauersteine nur ein Randaspekt. Fasel: „Wir fordern, dass sich die Bahn wieder darauf besinnt, die Infrastruktur funktionsfähig zu halten. Es kann nicht sein, dass ein überteuertes Großprojekt wie Stuttgart 21 gebaut wird, und im Rest des Landes verfallen die Brücken!“ Eine Sanierung der Banker Brücke hätte den erfreulichen Nebeneffekt, dass endlich auch der Engpass beseitigt würde.

„Lebensdauerverlängerung“

So haben Rodas Grüne einen Fragenkatalog ins Rathaus geschickt, der sich auf die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer, aber auch den Zeitrahmen für Instandsetzungsarbeiten und eventuelle anteilige Kosten für die Stadt bezieht. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda mit, dass der Vorgang im Fachamt in Bearbeitung sei.

Und die Bahn betont zunächst, „dass alle Brücken, die im Verantwortungsbereich der Deutschen Bahn liegen und in Betrieb sind auch standsicher sind!“ Drei Maßnahmen sind laut Aussage des Bahnsprechers in Herzogenrath angedacht: Die „Eisenbahnüberführung“ (EÜ) Banker Straße sei ins Präventionsprogramm aufgenommen, das Mauerwerk werde instand gesetzt und verfestigt. Zudem sei geplant, in Absprache mit dem Straßenbaulastträger an beiden Portalen Rammbalken anzubringen, da diese oft von Lkw angefahren und beschädigt würden. Ob dies der Grund für die lockeren Steine ist? Auf alle Fälle geht die Bahn davon aus, dass durch diese Maßnahmen, die noch 2015 erfolgen sollen, eine „Lebensdauerverlängerung“ von 25 bis 30 Jahren erreicht werde. Dass sich am Banker Schlauch vorerst also nichts ändert, davon geht man auch beim Landesbetrieb Straßen NRW aus, wie ein Mitarbeiter erläutert. Regelmäßig würden Streckenkontrollen vorgenommen, speziell noch mal aufgrund der Nachfrage unserer Zeitung. Über das weitere Vorgehen an der aus dem Jahr 1800 stammenden Brücke werde mit der Bahn AG Kontakt aufgenommen.

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