Ralf Wagemann ist 17. Preisträger des Goldenen Wappens

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Stolzer Wappenträger: Ralf Wagemann bekam die hohe Auszeichnung vom Narrenzunft-Präsidenten Udo Kriz (l.) sowie die Urkunde vom KG-Vorsitzenden Antoni Messias. Rechts Laudator und Vorjahres-Preisträger Reiner Spiertz. Tanzmariechen Joelle Esser gratulierte auch. Foto: mas

Baesweiler. Reiner Spiertz hatte keine Probleme, sich die Blöße zu geben. Gelang dem letztjährigen Träger des Goldenen Wappens dies doch in sehr sympathischer Manier. Spiertz, Präsident des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzland (VKAG) gestand, dass es nicht einfach ist, eine Lobrede auf einen Banker zu halten.

„Man ist dabei versucht, überwiegend über Geld, das man nicht hat, zu reden und den Menschen hintan zu stellen“, formulierte Spiertz in einem Moment, in dem die Verleihung ihren absoluten Höhepunkt erreicht hatte.

In der Alten Scheune des Kulturzentrums der Burg hatten sich die Wappen verleihende Narrenzunft und ihre Gäste zwei Stunden lang nach allen Regeln der Kunst hochgeschaukelt. Und nun sprach Spiertz wohl geformte Worte und Sätze, um den 17. Träger, Ralf Wagemann vorzustellen.

Zuvor hatten die Narrenzunft und ihre Spitzen Udo Kriz (Präsident) und Antoni Messias (Vorsitzender) sowie Moderator Stephan Demus durch ein sehr unterhaltsames Programm geführt, bei dem unter anderem auch die titelverwöhnten Tänzer Hanna Leven und Marius Nacken sowie Joelle Esser und die U15-Tanzgruppe die Gelegenheit hatten, ihren hohen Leistungsstandard zu präsentieren. Was auch für die ausgelassene Gruppe „Die Quetschbüllsänger“ aus Hastenrath galt.

Ein locker-flockiges Programm, das dem neuen Wappenträger sozusagen als roter Teppich ausgerollt wurde und in das die Renngemeinschaft „de Schörjer“, die am Vorabend eine brillante Sitzung nach 30-jähriger Abstinenz gefeiert hatten, sowie die Gesellschaften Rot-Weiße Funken Beggendorf und der Karnevalsausschuss Setterich eingebunden waren.

Kein aktiver Karnevalist

Ralf Wagemann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, „ist zwar kein Aktiver im organisierten Karneval, aber er weiß um die Bedeutung unseres Kulturgutes und unterstützt es immer wieder nach seinen Möglichkeiten“, sagte Spiertz.

Der gebürtige Dortmunder und aktive Reiter Ralf Wagemann „hat ein großes Herz für Karnevalisten“, stellte Reiner Spiertz heraus. Der frischgebackene Wappenträger wisse, auch das betonte der VKAG-Präsident, „dass Karneval mehr als Humba-täterää, Kamelle werfen oder ,Alaaf‘ rufen ist“.

In Wagemann hätten viele einen Ansprechpartner und Förderer gefunden, „wie man ihn sich nur wünschen kann“. Der ranghohe Banker „ist ständiger und auch gern gesehener Gast bei der KG Narrenzunft, die sich mit einer herausragenden Ehrung bei Ralf Wagemann bedankt“.

Viele Lacher fand die Spiertz’sche Feststellung: „Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass während des großen Banken-Crashs in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Amerikaner gesagt haben soll: Wenn ein Banker aus dem Fenster springt, springe hinterher!

Da, wo er aufkommt, ist Geld zu verdienen!“ Der Laudator fügte an: „Ich glaube nicht, dass wir Karnevalisten mit Ihnen das freihändige Fliegen lernen müssen, um das zu erreichen, was Sie schon seit vielen Jahren tun, nämlich unser Brauchtum, die es tragenden Vereine und Verbände finanziell zu unterstützen.“

Nach Überreichung des Wappens, das die Narrenzunft-Legende Herbert Kusseler einst „erfunden“ hatte, und der Urkunde dankte Ralf Wagemann. Er hielt einen pointenreichen Vortrag in Sachen Tierkunde und insbesondere auf den Baesweiler Löwen abzielend. Zudem stellte er fest: „Ich bin sehr stolz, diese Auszeichnung erhalten zu haben. Es ist ein wunderschönes Gefühl.“

Erlöse werden gespendet

Seine Wertschätzung für den Baesweiler Karneval drückte er so aus: „Hier wird monatelang auf einen Auftritt hin geprobt. Und wenn ich beispielsweise die Narrenzunft-Mariechen tanzen sehe, stelle ich fest: Die sind zehnmal besser als in den großen Städten oder bei Veranstaltungen des hoch bezahlten Karnevals.“

Die Erlöse aus der Feier – 1111,11 Euro wurden gesammelt – will der Wappenträger halbiert wissen. 50 Prozent bekommt die Baesweiler Bürgerstiftung und 50 Prozent die Baesweiler Tafel. (mas)

Mehr Karneval auf unseren „Jecken Seiten“ am Dienstag.

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