Ralf Schmitz: Comedian freut sich auf Alsdorf

Von: Stefan Schaum
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So still steht er nur selten: Ralf Schmitz ist auf der Bühne immer in Bewegung. Foto: Boris Breuer

Alsdorf. Wer Ralf Schmitz kennt, weiß: Nur Flummis hüpfen schöner. Auf der Bühne rennt und springt und quatscht der Comedian in einem Tempo, das für sich schon beachtenswert ist. Zum dritten Mal besucht er die Alsdorfer Stadthalle und spricht vor dem Auftritt über die Lust an der Improvisation und die Furcht vor der Routine.

Wissen Sie eigentlich, wie oft sie schon in Alsdorf waren?

Schmitz: Nee, nicht so genau. Dreimal? Oder noch öfter? Im vergangenen Jahr war ich jedenfalls da, glaube ich. Läuft immer super für mich in dieser Stadt.

Sind die Alsdorfer denn so ein tolles Publikum?

Schmitz: Ja, kann man wirklich sagen. Oder sagen wir so: Es gibt kaum Ecken, wo Witze über Holländer besser funktionieren! Die mach ich ja zu gern. Wie überhaupt verschiedene Dialekte und so. Dafür ist die Region Aachen-Köln immer gut. Das Publikum in Alsdorf macht bei den Improvisationen gern mit. Ach, das ist schon ‘ne große Liebe, die da entstanden ist.

An der Improvisation halten Sie nach wie vor fest. Noch nie Lust gehabt, auf Nummer sicher zu gehen und alle Texte vorzubereiten?

Schmitz: Nein, viel zu langweilig! Wer sein Programm immer gleich abspult und damit ein, zwei Jahre unterwegs ist, geht sich doch selbst auf die Nerven. Nur Routine – das kann ich nicht. Ich will mich auf der Bühne ja nicht ausruhen, ich will was Frisches machen. Da sollen alle ihren Spaß haben. Das Publikum – und ich selber auch.

Ist das schon mal schiefgegangen? Sie fragen auf der Bühne nach Stichworten – und kein Mensch antwortet?

Schmitz: Zum Glück nicht. Irgendwas kommt immer. Toi, toi, toi (klopft auf Holz). Ich mach mir da aber auch keine Gedanken drüber, sondern geh einfach raus. Wenn du auf der Bühne keine Angst hast, kann auch nicht viel daneben gehen.

Viele Comedy-Kollegen spielen mit Tabus und Schmerzgrenzen. Die derberen Zoten scheinen aber nicht Ihr Ding zu sein?

Schmitz: Stimmt. Das passt nicht zu mir. Unter die Gürtellinie geh ich eigentlich nie. Ich hab mehr ein Händchen für die Alltäglichkeiten. Kleine Szenen, in denen sich jeder wiederfinden kann.

Wo steht die deutsche Comedy aktuell? Täuscht der Eindruck, oder ist die ganz große Zeit langsam vorbei?

Schmitz: Puh, das kann ich nicht sagen. Ist schwer, das pauschal zu beantworten. Das komische Fach war in Deutschland lange Zeit unterbesetzt. Dann tauchten ganz viele neue Gesichter fast gleichzeitig auf. Soviel neuen Input gibt es nicht immer, das ist klar, aber es werden noch einige gute Leute nachkommen. Das stutzt sich auf ein gesundes Maß zurück, denke ich.

Sie haben sich in Otto-Filmen auch als Schauspieler versucht. Keine Lust auf neue Rollen?

Schmitz: Lust schon, aber bei den momentanen Angeboten ist nicht das Richtige dabei.

Müsste es denn unbedingt eine komische Rolle sein?

Schmitz: Gute Frage. Tja, ich bin halt in der Komik zu Hause und ich liebe das sehr. Ob ich auch was Ernstes könnte? Weiß ich gar nicht. Sagen wir mal: Eine weniger alberne Rolle würde ich mir noch zutrauen.

Sie wollten schon als Kind auf die Bühne. Da waren Sie in der Schule doch sicher der Klassenclown?

Schmitz: Nee, gar nicht mal. Ich hatte allerdings schon immer eine große Klappe. Aber ich war ein leistungsorientiertes Kind und kein Rebell. Einträge ins Klassenbuch gab es nur ein paar, soweit ich weiß. Ich hab zu Schulzeiten sicher viel Theater gemacht – aber immer nur auf der Bühne.

Ihr Sprachtempo ist nicht nur live beeindruckend. Auch jetzt im Interview sprechen sie ziemlich schnell. Halten Sie das den ganzen Tag durch?

Schmitz: Ach, ich selbst find mich gar nicht so schnell. Ist wohl ‘ne Wahrnehmungssache. Das liegt so in meiner Natur, ich leg es jedenfalls nicht darauf an, jemand 24 Stunden am Tag zuzuquatschen.

Hat sich noch nie eine Freundin die Ohren zugehalten und gesagt: Ralf, mach bitte mal langsamer?

Schmitz: Nein. Privat kann es bei mir durchaus auch mal langsam zugehen.

Was steht beruflich an?

Schmitz: Ein neues Bühnenprogramm im nächsten Jahr. Vielleicht mach ich dann auch ein weiteres Buch.

Zu welchem Thema?

Schmitz: Sind Sie verrückt? Das kann ich doch jetzt noch nicht verraten!

Und Fernsehen?

Schmitz: Auch. Wir basteln an einem neuen Format.

Lassen Sie mich raten: Es hat mit Improvisation à la „Schillerstraße“ zu tun?

Schmitz: Nein gar nicht. Lustig, oder? Kann ich aber auch nichts zu sagen, ist doch klar. Das ist wie immer bei meinen Auftritten: Am besten, man lässt sich überraschen.

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