Radiokoch Helmut Gote lässt sich in Pfannen und Töpfe blicken

Von: mas
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Ein bisschen Kochen, ein bisschen Quatschen und ganz viel Lachen: So genoss das Publikum in Würselen den Radiokoch Helmut Gote. Foto: Sigi Malinowski

Würselen. Was hat der Gote da unterm Arm? Tatsächlich, einen Campingkocher. So scheint‘s einen Moment, als er den Saal betritt. Die doppelte Kochplatte – sozusagen „für unterwegs“ – ist allerdings eine recht luxuriöse Ausführung. Auch wenn Spitzenkoch Helmut Gote ein solches Gerät nicht brauchen würde. Ihm gelänge wohl auch mit einem Lagerfeuer als Energiespender Feinstes aus Töpfen und Pfannen.

In grauer Dienstkleidung kommt er ins Alte Rathaus. Das ist aber auch das einzige, das an diesem Abend grau bleibt. Im ausverkauften Hause sind die Besucher gespannt. Auf das was er zu sagen hat und auf das, was er kreativ zu leisten vermag. Gote ist einer der hochbegabten Köche im Lande, die mit dem Mund und mit den Händen kochen. Dabei bedient er sich an diesem Abend einfachster Gemüsekomponenten.

Ein Blumenkohl darf‘s zunächst sein, danach folgt Salat. „Blumenkohl, richtig zubereitet, ist eine Delikatesse“, empfindet der Fachmann und fügt hinzu, „der sollte nicht unter einer Sauce Hollandaise begraben sein“.

„Zu viel Salz?“

Der WDR-Mann erzählt zwischen Schneiden, Würzen, Schwenken und Abschmecken aus seinen Sendezeiten im Funkhaus. Aus der Zusammenarbeit mit der Redakteurin Steffie Neu und er bekennt, dass ihn nur eins stört. „Die Musik zwischen den Beiträgen. Die könnte ganz wegbleiben“, grinst der Starkoch. Jede Minute (mindestens) kommt eine Lachsalve aus dem Publikum, denn der Maitre auf Tour mit seinem Programm „Einfach Gote“ erzählt derart humorvoll und plastisch, dass seine Fans (70 Prozent Frauen, der Rest immerhin Männer) förmlich an den Lippen kleben bleiben. Bei der Zubereitung des Blumenkohls – er kocht ihn nicht, er schmort ihn – schaut Gote eine Zuschauerin an und fragt: „Meinen Sie, das war zu viel Salz? Bedenken Sie, es ist sehr hell hier im Raum. Das empfinden Sie nur so.“

Immer wieder kommen Tipps herüber („Wie kriege ich ein Pfund Butter in den Stollen rein?“), dann wird gekostet, und einige Augen verdrehen sich. Weil der Blumenkohl „schweinelecker“ ist. Noch bevor Teil 2 der Show erreicht ist, hat er alle Fans äußerst sympathisch vereinnahmt.

Zuschauerin Angelika Melander aus Würselen sieht sich in ihren Erwartungen bestätigt. „Ich wünsche mir von dieser Veranstaltung einen Aha-Effekt.“ Ihre Freundin Ellen Elbers ist dagegen sehr gespannt, „was er an Gewürzen einsetzen wird“. Denn der Umgang mit Gewürzen ist für die erfahrene Hausfrau elementar beim Kochen.

Würselens Kulturamtsleiterin Sigrid Kerinnis möchte gerne eine Portion Lachen serviert bekommen. Dass das keine enttäuschte Erwartung sein wird, weiß sie. „Ich habe ihn vor zwei Jahren schon mal gesehen und finde den ganz toll.“

Hobbykoch Helmut Geusen möchte sich „gerne etwas unterhalten lassen“ und ist sicher, dass Helmut Gote diesen Wunsch erfüllen wird. Schade nur, so empfindet das Geusen, dass Gote nicht die asiatische Küche an diesem Abend streifen wird. Denn die liebt der Lokalpolitiker außerordentlich.

Ingrid George aus Jülich möchte sich an diesem Abend „verführen lassen“. Natürlich nur in Sachen neuer Rezeptur. Zudem hofft sie, dass ihr Mann neue Dinge erfährt. Denn ihr „Schorsch“ lässt sich vom Herd nicht verdrängen. Das ist sein Hoheitsgebiet.

Und zum Schlussapplaus hat sich dann auch die Prognose Gotes erfüllt. Wie sagte er doch gleich zu Beginn? „Ich bin heute Abend nicht zu bremsen!“ Auftrag klar erfüllt.

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