Würselen - „Radio Alaaf” geht auf Schunkelkurs

„Radio Alaaf” geht auf Schunkelkurs

Von: Stefan Schaum
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Im Radio siehts ja keiner: Als DJ, Moderater und Mädchen für alles kann sich Gottfried Kern bei „Radio Alaaf” jeck dekorieren. Foto: S. Schaum

Würselen. Heute ist dem Mann seine Nachtruhe heilig. Die Zeit, als Gottfried Kern sich in Disco-theken die Nächte hinterm Mischpult um die Ohren gehauen hat, ist lang vorbei. Damals hielt er locker bis morgens um 8 Uhr durch, jetzt liegt er schon um 22 Uhr im Bett. „Man wird halt ruhiger mit 41 Jahren und drei Kindern”, sagt er und lacht.

Doch der Discjockey in ihm ist immer noch heiß. Jetzt lässt er ihn wieder raus und geht auf Sendung. In einem Studio Marke Eigenbau: ohne großen Schnickschnack, dafür mit richtig viel „Täteräää”. Bis Aschermittwoch ist sein „Radio Alaaf” im Internet auf Schunkelkurs.

Sein kleines Mischpult übersieht man leicht. Es steht in einem Regal in einem Lagerraum, in dem der IT-Meister kartonweise Kabel und andere Technik hortet. Auf eine Stellwand daneben hat seine Frau vorsorglich mit Filzstift groß „Radio Alaaf” geschrieben, damit Studiogäste sich nicht fragen, wo sie hier wohl gelandet sind. Die Stadtprinzen will Gottfried Kern unter anderem zum Interview begrüßen. Broichweidens Prinzessin Claudia I. war schon da und hat ihr Lied ins Mikro gesungen. „Das war super, richtig tolle Stimmung”, sagt der Mann, der vor zwei Jahren selbst Stadtprinz in Würselen war. Wie viele wohl bei dieser Sendung zugehört haben? Er grinst. „Na ja, wohl nicht so viele.” Um die zehn Zuhörer gleichzeitig sind es aktuell, die sich im Internet einklinken und Öcher Hits hören können. 100 Hörer wären schon ein Traum.

Josef, Jupp und Jüppchen, Die Drei Atömchen & Co. hat Kern auf dem Server. Knapp 400 Aachener Titel, die per Software automatisch für die Rotation ausgewählt und mit kölschen Knallern von Bläck Fööss bis Höhner gemischt werden. Viel tun muss Gottfried Kern eigentlich nicht, damit er rund um die Uhr auf Sendung ist. „Schade eigentlich.” Er kennt da andere Zeiten, hat auch schon bei vielen lokalen Radiosendern am Mikro gesessen und Regler geschoben. Nach der Devise: „Ich hab das zwar nie richtig gelernt, hatte aber immer richtig Spaß dran!”

Mit allem „Bimmbammbumm”

Einmal, das war im Jahr 2003, hat er seine Idee von „Radio Alaaf” ganz groß rausgebracht. „Damals haben wir in den Aachener Kurparkterrassen mit Hilfe von Sponsoren ein ganz schickes Studio gebaut mit allem Bimmbammbumm und von dort richtig gesendet.” Im Jahr danach war der Ofen aber schon wieder aus: keine freien Frequenzen mehr, Schluss mit Lustig. Dann schlummerte die Sache bis 2009, als er schon einmal im eigenem Heimstudio für eine Session online ging.

„2010 hab ich es dann nicht gemacht, weil ich dachte, dass eh niemand zugehört hat.” Doch dann haben sich die Leute beschwert und gesagt: „Mach das weiter.” Jetzt macht er das. Nicht für die Quote, auch für sich selbst. Und weil er die Hoffnung hat, vielleicht im kommenden Jahr mit finanzieller Hilfe noch mal „so richtig” Radio machen zu können. Nicht bloß im Internet, sondern mit Antenne und all dem Pipapo. „Wir senden ja auch für die Prinzen in der Region. Die sitzen doch meistens im Auto und fahren von Auftritt zu Auftritt, da muss man das Programm unbedingt empfangen können”, sagt er. Und bleibt dran. Als DJ mit der Extraportion Schunkelhits.
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