Herzogenrath - „Quintetto Sylvestro”: Überzeugende Darsteller mit großen Stimmen

„Quintetto Sylvestro”: Überzeugende Darsteller mit großen Stimmen

Von: Christoph Hahn
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Schwungvoller Musikgenuss am ersten Tag des neuen Jahres: Das Konzert auf Burg Rode mit (v.l.) Constant Notten am Steinway-Flügel sowie den Sängern Ben Heijnen, Carla Maffioletti, Jihyun Yi und Richard Meijer. Foto: Christoph Hahn

Herzogenrath. Wenn Constant Notten Programme „baut”, liegt eine Stimmung in der Luft wie feinster Sekt oder gar Champagner. Immer wieder schafft es der niederländische Pianist und Liedbegleiter, Künstler-Kollegen zusammenzuholen, die für diese Atmosphäre sorgen - und zwar genau dann, wenn auf Burg Rode wieder das Neujahrskonzert ansteht.

Dann zaubern Notten und die seinen so, dass sich die Karten wie von alleine verkaufen. In diesem Jahr verhielt sich das nicht anders: Das „Quintetto Sylvestro” sorgte in Herzogenraths guter Stube für ein begeistertes Publikum.

Das liegt mit daran, dass Notten und die Sänger die hohe Kunst der Leichtigkeit beherrschen. Der Prinzipal gibt den hintergründig-humorvollen Conférencier und, wenn es sein muss und passt, den augenzwinkernden Juxbeutel am Klavier.

Die Italo-Brasilianerin Carla Maffioletti, eine überaus zierliche Person mit großer (Sopran-)Stimme, bringt ihren Charme ein und beweist eine behände Wandlungsfähigkeit, die die Klassikfreunde im Saal staunen macht.

Mit einem Schlag der Wimpern kann die Sängerin ihre Zuhörer um den Finger wickeln - zumal ein breites Spektrum, das von der Operette über das Musical bis zum Kunstlied der Romantik reicht, ihr und ihren drei Kollegen Jihyun Yi (Sopran), Ben Heijnen (Tenor) und Richard Meijer (Bass) genügend Raum für Charaktere lässt.

Mechanische Puppe

In ihre Gesangsrollen schlüpfen La Maffioletti und ihre Mitstreiter offenbar mit Wonne. Jihyun Yi aus Südkorea, ebenfalls eine filigrane Erscheinung, spielt bei der Arie „Les Oiseaux de la Charmille” die ganze Künstlichkeit der mechanischen Zauberpuppen aus Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen” aus.

Richard Meijer versteht sich herrlich aufs Burleske. Tenor Ben Heijnen, Junior des Quintetts, setzt auf seine Jugendlichkeit und zeigt dennoch bei Schuberts „Erlkönig”-Ballade sowie dem „Frühlingstraum” aus der „Winterreise” Format und Größe. Ein bunter Strauß an Melodien, dargeboten von überdurchschnittlichen Interpreten - das liebt das Publikum an den Neujahrskonzerten auf der Burg. Und kann es vielleicht kaum darauf warten, dass bald wieder Silvester ist.
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