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„Quartetto Silvestro”: Ohrwürmer auf Burg Rode

Von: jope
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Eindringliche Interpretationen
Eindringliche Interpretationen: Cynthia Knoch und Glenn Desmet beim Duett „Zuhälterballade”. Foto: Joachim Peters

Herzogenrath. „An der schönen blauen Donau”: Unter diesem Motto gibt es an jedem 1. Januar morgens das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Nahe des kleinen Flüsschens Wurm, auf Burg Rode, spielt sich nachmittags aber auch kultivierte Festlaune ab.

Seit mehreren Jahren bietet dort eine national buntgemischte Musiker-Gruppe ein Programm, das Herz, Ohren und auch die Augen erfreut. „Quartetto Silvestro” heißt sie sinnigerweise.

Musikalisches Feuerwerk

Zusammengestellt wird sie von einem Mann, dessen Name schon Konstanz verspricht: Constant Notten, seines Zeichens Pianist und Konzertbegleiter sowie Kontakt-Pool für Künstler, die am Konservatorium Maastricht studiert haben. Dies waren in diesem Jahr Cynthia Knoch und Kasia Wilk (beide Sopran) und Glenn Desmet (Tenor). Sie boten ein über zweistündiges musikalisches „Nach-Silvester-Feuerwerk”. Als fulminante „Raketen” wurden neben bekannten Johann-Strauß-Melodien auch klassische Opern-Arien sowie moderne und textlich freche Balladen des Brecht-Freundes Kurt Weill „abgebrannt”: mal dezent, subtil und leise, dann wieder mit einer gehörigen Portion sängerischer, gestischer und Garderoben-Erotik.

Rote Rosen

Die junge Polin Kasia Wilk gewann schnell die Herzen der Zuhörer. So zierlich sich die Sopranistin auf der Bühne ausnahm, so zog sie die Besucher mit ihren „sprechenden” Augen und einem beachtlichen Stimmvolumen in den Bann. Als Glanzpunkte ihres Aufritts seien hier die Arie „Caro Nome” aus Verdis „Rigoletto” - eine Art weibliches Pendant zur Leporello-Arie aus Mozarts „Don Giovanni” - und das humoristische „Lachlied” von Daniel Auber genannt. Von galanter Dame bis betörend-erotischer „Femme fatale” reichte das Repertoire von Cynthia Knoch, die nach Arien von Mozart auch die Knef mimte („Für mich soll es rote Rosen regnen”) sowie das „Lied der Unzulänglichkeit” und „Nanas Lied” von Kurt Weill mit großem Ausdruck interpretierte.

Dass wütende Raserei und erotische Anziehung beim „Kampf der Geschlechter” schnell ins jeweilige Gegenteil umschlagen, zeigten Cynthia Knoch und Tenor Glenn Desmet bei dem Duett „Zuhälterballade”, ebenfalls von Weill. Etwas ungewohnt war das für Burg Rode, aber stark. Der Saal erwies sich schließlich als fast zu klein für das Stimmvolumen von Glenn Desmet: Vollblütig gab er seine Arien „Als flotter Geist” und „Komm Zigany” (Johann Strauß) und „Dein ist mein ganzes Herz” (Léhar).

Mit „Wien, Wien, nur Du allein” klang ein Konzert aus, das laut Pianist und Moderator Constant Notten eines zeigen sollte und denn auch eindrucksvoll zeigte: Dass die Liebe viele Facetten haben kann - vom romantischen Gefühl über schnöde Berechnung und Täuschung bis hin zur brennenden Eifersucht.
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