Alsdorf - Public Viewing: Freude bei den Fans, Sorge bei der Polizei

Public Viewing: Freude bei den Fans, Sorge bei der Polizei

Von: Leandra Kubiak
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Beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich während der Fußball-WM 2014 hatten die Fans am Cinetower in Alsdorf beim 1:0 Grund zum Jubel. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Am Freitag ist es soweit: In Frankreich findet das Eröffnungsspiel der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft statt. Während der Auftakt für viele Fußballfans ein Grund zur Freude sein dürfte, ist es für die Polizei in der Städteregion Aachen leider auch ein Grund zur Sorge: In den vergangenen Jahren kam es bei den Welt- und Europameisterschaften immer wieder zu Randalen – vor allem am Denkmalplatz in Alsdorf und in der Eschweiler Innenstadt.

Die Polizei Aachen hat sich daher jetzt mit dem Appell an die Fußballfans gewandt, friedlich zu feiern. „Wir haben in der gesamten Städteregion mehr als zwölf Gefährdeansprachen ausgesprochen“, sagt Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei Aachen. Mehrere dieser Ansprachen hätten sich dabei auch an Alsdorfer gerichtet. Viele dieser Personen seien in der Datei „Gewalttäter Sport“ gelistet, also schon mehrfach negativ aufgefallen, erläutert Kemen.

Ein Verbot gebe es für diese Personengruppe zwar vorerst nicht, beispielsweise Public Viewing-Veranstaltungen zu besuchen, sagt Kemen. Es sei aber eine Art Vorwarnung. Falle eine der Personen negativ auf, gebe es einen Platzverweis. Gerade in Alsdorf sei die Situation in den vergangenen Jahren eskaliert, sagt Kemen. Eine aufgeheizte Stimmung sei da mit dem Einfluss von Alkohol zusammengekommen. Das Resultat: Aggressivität, vor allem der Polizei gegenüber.

Um vorzubeugen, hat die Polizei ihr Personal zu den Fußballspielen aufgestockt. Wer sich nicht an sein Platzverbot halte, komme in Gewahrsam, sagt Kemen.

Stefan Hanrath, Geschäftsführer der Cinetower Gastronomie in Alsdorf, veranstaltet das Public Viewing im Cinetower schon zum siebten Mal. Schlechte Erfahrungen hat er bisher nicht gemacht. „Es ist immer friedlich verlaufen“, sagt er. Auch die Polizei kann bestätigen, dass weniger das Public Viewing ein Problem sei, als vielmehr die Stimmung nach den Spielen auf der Straße – zum Beispiel beim Autokorso.

Zusätzlich zum Personal der Polizei und des Ordnungsamtes wird bei den Veranstaltungen des Cinetowers auch eigenes Sicherheitspersonal vor Ort sein. Etwa zehn Mitarbeiter seien pro Deutschlandspiel dabei, sagt Hanrath. „Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team“, sagt Frank Dohms vom Ordnungsamt der Stadt Alsdorf.

Alle Spiele der EM im Cinetower

Im Cinetower geht das Public Viewing bereits am Freitag, 10. Juni, mit der Übertragung des Eröffnungsspiels los. Gezeigt werden hier, auf einer Leinwand im Außenbereich rund um den Wasserturm, alle Spiele der EM. Die Spiele, bei denen die deutsche Mannschaft auf dem Feld steht, werden sogar in mehreren Räumen des Kinos parallel gezeigt, erläutert Hanrath. Besucher haben dann die Wahl, ob sie die Spiele unter freiem Himmel, oder in einem der Kinosäle verfolgen möchten.

Draußen hätten fast 1000 Menschen Platz, sagt Hanrath – dort wird für die Veranstaltung auch ein Teil der Hubertusstraße gesperrt. Insgesamt könnten sogar rund 3000 Besucher die Spiele in und um den Kino-Komplex herum verfolgen. „Schön wäre, wenn in diesem Jahr wieder 2000 bis 2500 Menschen kommen“, meint Hanrath. Der Eintritt zu den Fußballspielen ist frei.

In der Burg Baesweiler hat das Public Viewing ebenfalls Tradition. Seit zehn Jahren bietet Willi Köhnen, Leiter der Burg Baesweiler, das Public Viewing zu den großen Fußball-Meisterschaften an. Gezeigt werden in diesem Jahr alle Spiele mit deutscher Beteiligung – und das auf vier Leinwänden, beziehungsweise Bildschirmen. „Zwei Leinwände werden in der Scheune stehen und eine im Innenhof“, sagt Köhnen. Zusätzlich gebe es einen Fernseher im Restaurant, dem „Bistrorant Löwenherz“.

Genug Möglichkeiten also für die Besucher, sich auf dem Gelände auszubreiten. Platz gebe es für rund 500 Menschen, sagt Köhnen. Rund 250 Sitzplätze stehen zur Verfügung. Der Zutritt zu den Veranstaltungen ist frei, es gibt allerdings einen sogenannten Mindestverzehr.

Ob über die Spiele der deutschen Mannschaft hinaus noch weitere Spiele gezeigt werden, hänge von der Stimmung ab und davon, ob es – aus deutscher Sicht – besonders interessante Begegnungen gebe, erklärt Köhnen. Mit Blick auf die Events hat auch er ein gutes Gefühl. Auch die Burg Baesweiler stellt eigenes Sicherheitspersonal. Was Köhnen an dem Public Viewing in der Burg besonders schätzt, sei das Zusammengehörigkeitsgefühl, das beim gemeinsamen Schauen entsteht. Zudem sei es schön, dass das Publikum – von jung bis alt – immer sehr gemischt sei.

Public Viewing bei der Feuerwehr

Etwas Neues hat sich in diesem Jahr die Löschgruppe Würselen Mitte der Freiwilligen Feuerwehr einfallen lassen: Erstmals veranstaltet auch sie ein Public Viewing zur Fußball-EM. Gezeigt werden in der Fahrzeughalle an der Industriestraße in Würselen alle Spiele mit deutscher Beteiligung.

Aufgebaut wird in der Halle eine rund 15 Quadratmeter große Leinwand. Die Veranstaltung ist kostenlos und für jedermann geöffnet. Auch für Speisen und Getränke ist gesorgt. „Etwa 550 Menschen dürfen in die Halle rein“, sagt Löschzugführer Ulrich Grossmann, der das Public Viewing gemeinsam mit Sebastian Röhrhoff federführend organisiert.

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