Prüfstand und „Schlankheitskur” für den Busverkehr

Von: -ks-
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Alsdorf. Angesichts knapper Kassen sieht der Ausschuss für Stadtentwicklung die Chance, rund 60.000 Euro pro Jahr zu sparen. Es geht um gezieltes Zurückfahren von Angeboten im Rahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Stadtgebiet Alsdorf, hier im Bereich Busverkehr.

Diese Maßnahmen würden dazu führen, dass Alsdorf über 72.000 Kilometerleistung an Busfahrten im Jahr weniger abrufen müsste.

Nebenbei könnte auch die Stadt Herzogenrath, das ebenfalls weniger (Bus-)Kilometer benötigen würde, Geld sparen. Der Geschäftsführer der Aachener Verkehrsverbund (AVV) GmbH, Hans Joachim Sistenich, stellte mit Kollegen ein entsprechendes Konzept im Ausschuss vor, das zum Fahrplanwechsel im Dezember zeitgleich mit der Weiterführung der Euregiobahn bis Kellersberg/Ost umgesetzt und umfangreich mit einem „Ergänzungsheft” zum Fahrplan beworben werden soll.

Sistenich geht von der „katastrophalen Finanzlage der Kommunen” aus. Wie kann demnach Nahverkehr noch bezahlbar bleiben? Wichtiger, aber belastender Faktor ist laut Sistenich die Konsequenz aus dem ständig wachsenden Angebot im Rahmen Offener Ganztagsschulen. „Das ist ein großes Problem und Kosten treibendes Element.

Aber wir können die Schüler am Nachmittag auch nicht vor der Schule einfach stehen lassen”, sagte er. An welchen Schrauben kann also noch gedreht werden? Die Antwort lautet laut AVV-Geschäftsführer: „Die Grundversorgung der Stadtteile erhalten, aber auch Busverbindungen auf den Prüfstand stellen, die gar nicht oder kaum genutzt werden.”

Was ist dabei für Alsdorf herausgekommen, nachdem der AVV mit dem Anbieter Taeter ein entsprechendes „Dämpfungskonzept” erarbeitet hat?

Bei den Linien AL1 und AL4 (Annapark - Schaufenberg - Blumenrath/Hoengen - Mariadorf) ist eine „nachfrageorientierte Anpassung einzelner Früh- und Spätfahrten und eine „Umstellung auf Schwachlastbetrieb ab 19 Uhr” vorgesehen. Zudem geht es an Samstagen ganztägig um die Einführung des (nur noch) Stundentaktes mit Anbindung Hoengener Markt zwischen 8 und 16 Uhr als Verlängerung der Linie AL1. Auch an Sonntagen soll gespart werden (insgesamt minus 16200 Kilometer).

Ähnliches ist für die Verbindung AL2 (Annapark - Busch) geplant. Zudem soll die Anbindung Busch an Samstagen ganztägig über Linie 69 und zwischen 8 und 14 Uhr ergänzt zum Halbstundentakt mit Linie AL2 erfolgen (minus 6000).

Für die Strecke Annapark - Ofden - Kellersberg - Annapark wird laut AVV zwecks klarer Zuordnung für den ÖPNV-Kunden aus der AL2 die AL3. Dort werden die Fahrten für den Schulbedarf montags bis freitags reduziert (minus 9800). Auch bei der „Destination” Duffesheide - Ofden - Annapark (AL 5) werden Fahrten für den Schülerbedarf zurückgedreht (minus 10100), das gilt auch für die AL 4 Mariadorf - Begau - Warden - Mariadorf, die Dezember dann AL6 heißt (minus 9500).

Wochentags soll eine Anpassung an den Schul- und Berufspendlerbedarf bei der Linie 31 erfolgen (Alsdorf - Alt-Ofden - Euchen - Neusen). Fahrten am Samstag werden eingestellt - unterm Strich minus 16600 Kilometer.

Weitere Maßnahmen: Linie 69 Alsdorf (Busch) - Noppenberg - Bierstraß - Herzogenrath Bahnhof, weniger Früh- und Spätfahrten, Anpassung an Schwachlastbetrieb ab 19 Uhr sowie an Samstagen ganztägig Stundentakt mit Linienführung über Busch (für beide Städte minus 10.600); HZ 1 Hofstadt - Wildnis - Worm - Bahnhof Herzogenrath weniger Schülerfahrten (minus 13.000); HZ3 Bahnhof - Merkstein - Plitschard - Herbach - Hofstadt, hier Erweiterung der Linienführung über Wildnis bzw. Zollhaus, wenn HZ 1 nicht verkehrt, und Reduzierung erster und letzter Fahrten (minus 7600 Bus-Kilometer).

Sistenich sagte: „Wir nehmen nur da etwas zurück, wo die Leute nicht hinreichend oder nicht mit dem Bus gefahren sind.” Auf Antrag des Busfahrers Heinrich Plum (SPD), der laut Ausschussvorsitzendem Gustl Rinkens (SPD) nicht als befangen gelten konnte, wurde die Verwaltung beauftragt, zusätzlich im Zuge der Erweiterung der Euregiobahn die Auswirkungen zu prüfen, „um Doppel- und Dreifachversorgung” mit ÖPNV-Verbindungen im Stadtgebiet auszuschließen. Dem kam der Ausschuss, der die Vorschläge des AVV trotz Kritik der Grünen billigte, nach.
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