Prostatakrebs: „Haschisch in der Therapie ist Quatsch“

Von: Christoph Hahn
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Leisteten beim Alsdorfer Männer-Gesundheitstag ein Stück Aufklärung über den Kampf gegen Prostatakrebs: Reinhard Krause, Vorsitzender der Selbsthilfegruppe, der Bardenberger Urologe Dr. Thomas Pulte, Chefarzt Professor Dr. Thomas Alexander Vögeli und Referent Josef Pagen (von links). Foto: Christoph Hahn

Alsdorf. Ein voller Saal – da braucht es kaum noch Worte, um zu beschreiben, wie sehr Reinhard Krause, Josef Pagen und die anderen Aktiven der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Alsdorf mit den „Männer-Gesundheitstagen“ den Nerv der zumindest potentiell Betroffenen treffen. Auch der jüngste Gesundheitstag in den Seminarräumen der Stadthalle war ein glatter Publikumserfolg.

 Das Plus der Veranstaltung: kompetente Information in einer zugänglichen Sprache. Bürgermeister Alfred Sonders, Schirmherr der Veranstaltung, brachte das Anliegen der Ausrichter auf den Punkt: „So ein Thema darf kein Tabuthema sein.“ Auch die besondere Bedeutung der Vorsorge ließ der Rathauschef nicht außer Acht: „Je früher man weiß, was kommt, desto besser kann man es behandeln.“ Das sah der erste der insgesamt drei Referenten, Professor Dr. Thomas Alexander Vögeli, Chefarzt der Urologie im Betriebsteil Bardenberg des Medizinischen Zentrums der Städteregion Aachen, auch so. In seinem Vortrag über – so der Titel – „Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms“ sagte der Mediziner den Gastgebern eine wachsende Bedeutung voraus: „Die Position der Selbsthilfegruppe wird eine deutliche Aufwertung erfahren“, prognostizierte er und wies dabei auf die Rolle einer solchen Initiative bei der Orientierung des mit seiner Krankheit konfrontierten Patienten hin.

Skepsis und Distanz

Des weiteren unterzog Vögeli eine Reihe von Heil- und Behandlungsmethoden seiner kritischen Bewertung. Zu einigen Methoden ging der Chefarzt auf Distanz, so zum Beispiel zur Operation mit so genannten Da-Vinci-Robotern: „Das ist kein Thema mehr.“ Manches Mal ließ der habilitierte Facharzt Skepsis oder gar Distanz spüren, sprach von „einer ganzen Reihe von neuen Dingen, die da über uns hinweg gerollt sind“ und erklärte kategorisch: „Haschisch in der Krebstherapie – das ist doch Quatsch; davon schlafen Sie höchstens hinterher gut.“ Noch deutlicher sprach sich der Referent gegen den Einsatz von Mistel-Extrakten aus: „Glauben Sie nicht jeden Unsinn“, appellierte Vögeli an seine vielen aufmerksamen Zuhörer.

Dr. Thomas Pulte, einst Oberarzt im MZ Bardenberg und jetzt am gleichen Ort niedergelassener Urologe, informierte zudem über die LDR-Brachytherapie, bei der radioaktive Stifte in die vom Krebs befallene Prostata eingesetzt werden – „jedoch nur bei weniger aggressiven Karzinomen“. Josef Pagen, langjähriger Vorsitzender der Alsdorfer Selbsthilfegruppe und jetzt Stellvertreter an der Seite von Reinhard Krause, berichtete zudem aus seiner Sicht als Betroffener und vermittelte so auch ein Stück Hoffnung über die Diagnose hinaus. Seine zentrale Botschaft: „Vorsorge ist wichtig.“

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