Prostatakarzinom: Tabuisierung der Krankheit entgegenwirken

Von: Yannick Longerich
Letzte Aktualisierung:
14222180.jpg
Rührig: Reinhard Krause, Leiter der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Alsdorf, möchte mit dem Männer-Gesundheitstag so viele Menschen wie möglich erreichen. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung sei für Männer unabdingbar. ist er überzeugt. Foto: Yannick Longerich

Alsdorf. Wenn man danach fragt, ist es für gewöhnlich ein Thema, mit dem der „Mann von Welt“ niemals zu tun hat – oder zumindest zu tun haben will. Über „Männerprobleme“ wird nach wie vor nicht gesprochen. Wird es dann doch irgendwann unumgänglich, ist meist schon viel wertvolle Zeit vergangen. Meistens sogar zu viel.

Aufklärung und Sensibilisierung ist gefragt bei durchschnittlich 67.000 Neuerkrankungen am Prostatakarzinom pro Jahr in Deutschland. Seit 2001 existiert in Alsdorf die Prostatakrebs Selbsthilfegruppe, die den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen will.

Zur zehnten Auflage des erfolgreichen Alsdorfer Männer-Gesundheitstages appelliert Gruppenkoordinator Reinhard Krause an Männer und Frauen gleichermaßen, das „Tabu-Thema“ aus dem Schatten zu holen und rechtzeitig einer Erkrankung durch Vorsorge entgegen zu wirken.

Als Referenten konnte Krause den Leiter der Poliklinik der Klinik für Urologie am Klinikum Aachen, Dr. Volker Perst, gewinnen sowie Dr. Christian Bach, Leiter der Sektion Robotik der Klinik für Urologie am Klinikum Aachen, und Prof. Dr. Ziya Akcetin, Chefarzt der Urologie am Medizinischen Zentrum der Städteregion in Bardenberg. „Die rege Zusage aus den Expertenreihen der Region stimmt mich optimistisch, dass wir noch mehr Besucher für die Thematik empfänglicher machen können, als schon in den vergangenen Jahren“, so Krause.

Seit 2011 leitet Krause nun die Gruppe, welche einst zehn Jahre zuvor auf Initiative des Alsdorfer Urologen Dr. Wilhelm Wirtz gegründet worden war. „Die Statistik lügt leider nicht. Während rund 50 Prozent der Frauen Früherkennungsuntersuchungen absolvieren, ist es bei den Männern der Anteil in den vergangenen Jahren konstant bei knapp über 15 Prozent geblieben“, so Krause. Das „Prostatakarzinom“ als häufigster bösartiger Tumor beim Mann führe zwar in den seltensten Fällen zum raschen Tod, jedoch sei die Anzahl der Todesopfer mit 12.000 pro Jahr in Deutschland unverhältnismäßig hoch.

Das Programm des Gesundheitstages ist auch in diesem Jahr breit gefächert. „Was Männer grundsätzlich wissen sollten“ lautet einer der vielen Vortragstitel, die sich unter anderem mit möglichen Therapien eines Karzinoms auseinander etzen werden.

Besonders gespannt dürfen Besucher auf Dr. Akcetin sein, der über die ersten einhundert robotischen Eingriffe am Bardenberger Krankenhaus zurückblickt. „Zum einen möchten wir den Menschen die Angst nehmen, zum anderen ist es enorm wichtig, nach einer Erkrankung durch fachgerechte Beratung und Betreuung die Lebensqualität weiterhin hochzuhalten. Der erste Schritt soll durch uns erleichtert werden“, erklärt dazu Krause.

Die immer noch weitgreifende Tabuisierung der Thematik werden Krause und seine Mitstreiter wahrscheinlich niemals ganz auflösen können. Letztendlich sei aber schon jeder einzelne, der sich dank ihrer Aufklärungsarbeit zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen entschließen könne, ein großer Erfolg.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert