Promillezahlen werden bei Jugendlichen immer höher

Von: ssc
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Ein Meer von Bierflaschen und „Kurzen”: Das findet sich vielerorts im Karneval. Und nicht selten auch dort, wo Minderjährige feiern. Foto: ddp

Nordkreis. Betrunkene Jugendliche hat Carsten Lange auch vor 20 Jahren schon im Karneval aus den Büschen gezogen und in die Krankenhäuser der Region gebracht. „So etwas hat es leider immer schon gegeben”, sagt der hauptamtliche Mitarbeiter des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes.

Doch beobachtet er mit Sorge den Trend, „dass die Promillezahl immer höher wird. Die sind nicht mehr einfach nur betrunken. Die spielen mit ihrem Leben - und finden oft auch noch, dass das cool ist!” Deshalb spricht er von „harten Tagen für Rettungsdienstler”, wenn er vom Karneval spricht.

13-jährige Schnapsleichen

Gut 120 „Schnapsleichen” im Karneval - teils 13, 14 Jahre alt - verzeichnet die DRK-Statistik im vergangenen Jahr für den Nordkreis. Wer von denen einigermaßen ansprechbar war, landete zur Ausnüchterung vorübergehend auf Liegen, die das DRK auch in diesem Jahr an bekannten närrischen Plätzen aufstellen wird.

„Wir haben Sanitätsdienste am Zelt am Baesweiler Feuerwehrturm, am Morlaixplatz in Würselen und am Zelt der KG Klöös am Würselener Heilig-Geist-Gymnasium.” Die passen auf, dass der Betrunkene im Schlaf nicht etwa Erbrochenes verschluckt. Wer das Komasaufen besonders weit getrieben hat, kommt ins Krankenhaus, „wir haben drei Rettungswagen zusätzlich in Bereitschaft”.

Damit die möglichst leer bleiben, werdendie Ordnungsämter der Kommunen schon lange vor der heißen Phase des Straßenkarnevals aktiv. „Gefährdungsansprachen halten” nennt das Amtsdeutsch, was die Kräfte in Alsdorf getan haben. „Wir haben Verkäufer in Supermärkten, in Kiosken und Tankstellen noch einmal intensiv auf die Bestimmungen zum Jugendschutz und zum Alkoholverkauf hingewiesen”, sagt Stadtsprecher Klaus Mingers.

Auch in Schulen seien Flyer zum besonnenen Umgang mit Alkohl verteilt worden. Am Altweibertag selber wollen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht verstärkt Präsenz zeigen. Mingers: „Das bringt nichts. Wenn Jugendliche Uniformierte sehen, hauen die doch gleich ab.”

Rundgänge in Würselen

Anders ist der Einsatz in Würselen. Mitarbeiter des Jugendamtes werden die des Ordnungsamtes bei Rundgängen begleiten. „Bis mindestens 14 Uhr schauen wir den Jugendlichen beim Feiern zu”, sagt Herbert Schaefer, Fachbereichsleiter Rechts- und Ordnungswesen. Vor allem am Lindenplatz habe man in vergangenen Jahren etliche „Alcopops” bei Minderjährigen konfisziert.

Auch Kioske sollen am Tag selbst Ziel von Kontrollen sein. „Wir sind gewappnet”, stimmt sich Schaefer auf die tollen Tage ein. Rund 100 Ausweise von Jugendlichen haben seine Kollegen in Herzogenrath im vergangenen Jahr kontrolliert. 15 Flaschen wurden an Ort und Stelle ausgekippt.

Mit zwei Fahrzeugen wollen Ordnungsamt und Polizei etwa den August-Schmidt-Platz, die Bergerstraße und den Bereich am Kohlscheider Bürgerhaus ins Visier nehmen. „Die Kontrollen zeigen Wirkung”, sagt Jürgen Venohr, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, „aber ich glaube, dass die Dunkelziffer der Alkohol trinkenden Jugendlichen sehr hoch ist.”

Auch in Baesweiler wird Präsenz gezeigt. Dort sind zusätzlich ein Streetworker und Mitglieder des Ausländerbeirates mit im Boot. Um möglichst umfassend dafür zu sorgen, dass kein Kind nach einem Korn ins Koma kippt...
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