Projektkoordinatorin Heinen: „Schenken Sie Zeit!“

Von: mas
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Baesweiler. Die Entwicklung ist beunruhigend: Die Zahl an Menschen, die in den nächsten 30 Jahren an Demenz erkranken, wird sich nach jüngsten Prognosen verdoppeln.

„Wir können uns glücklich schätzen, dass wir seit September des vergangenen Jahres in das Bundesmodellprogramm ‚Lokale Allianz für Demenz‘ aufgenommen wurden“, sagte Baesweilers Beigeordneter Frank Brunner im Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Senioren. Die Allianz ist in Trägerschaft des Roten Kreuzes, Kreisverband Städteregion Aachen, gegründet worden und kooperiert mit der Stadt Baesweiler sowie der Alzheimergesellschaft der Städteregion und weiteren Partnern.

Ziel des Bundesprogramms ist es, regionale Netzwerke auf- und auszubauen. „Somit soll die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren nachhaltig gefördert werden“, ging aus der Tagesordnung weiter hervor. Was bisher geleistet wurde und welche Aufgaben in den nächsten beiden Jahren anstehen, listete die Projektkoordinatorin Heike Heinen in einem Vortrag auf. „Alzheimer beschäftigt immer mehr jüngere Menschen“, so Heinen zu Beginn. Die Betreuung von Demenzerkrankten sei eine Riesenaufgabe. „Stellen Sie sich vor, Sie müssen jemanden auf dem Niveau eines Kindes 24 Stunden betreuen.“

Wie allenorts nimmt in Baesweiler die Zahl älterer Menschen zu. „Deshalb wird uns das Thema Demenz im Alltag immer häufiger begegnen. An Demenz erkrankte Menschen können nicht mehr einkaufen gehen, nicht mehr in die Kirche oder Moschee kommen, müssen den Chor meiden oder beim Kaffeekränzchen fehlen“, so Heinen weiter. Genau so gehe es den pflegenden Angehörigen. Sie seien erschöpft von der ständigen Betreuung ihres Angehörigen. Soziale Kontakte können so nicht mehr gepflegt werden. Hier setzt die „Lokale Allianz“ an.

„In Baesweiler bestehen bereits zahlreiche Kontakte“, bemerkte Heinen erfreut. Das sind Krankenkassen, Vereine, kommunale Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen, Ärzte und weitere, die sich dem Runden Tisch angeschlossen haben. Was kann die Allianz tun? Heinen zählte unter anderem auf: „Wir können Kontakte knüpfen, Initiativen gründen, die Vereinsarbeit erweitern oder auch Selbsthilfegruppen ins Leben rufen.“ Wichtig seien auch Schulungen, der Ausbau der Nachbarschaftshilfe oder die Teilnahme an speziellen Aktionen.

Heike Heinen: „Sehr wichtig ist: Schenken Sie Zeit!“ Das hat sich auch die Allianz auf die Fahne geschrieben. Entspannungsangebote für Angehörige seien „sehr gut angekommen“, nannte Heinen auch Info-Abende durch eine Fachpflegerin, gemeinsames Singen oder der Filmabend („Honig im Kopf“). „Wir werden auch zur Woche der Senioren aktiv sein und den zweiten runden Tisch am 26. Oktober ausrichten“, kündigte die Referentin neben weiteren Maßnahmen an.

Auf den Punkt brachte es Herbert Geller (CDU): „Ihre Tätigkeit ist mehr als notwendig“, lobte der ehemalige Fraktionsvorsitzende. Die Stadtverwaltung kündigte an, das DRK „selbstverständlich weiterhin zu unterstützen“.

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