Herzogenrath - Projektgruppe Malabon setzt sich für Jugendliche in Manila ein

Projektgruppe Malabon setzt sich für Jugendliche in Manila ein

Von: Patrick Kreitz
Letzte Aktualisierung:
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Stolz auf die Urkunde der Universität in Malabon: Für Herbert Schmerz ist sie ein Ansporn, die Arbeit der Projektgruppe fortzusetzen. Foto: Kreitz

Herzogenrath. Wenn Herbert Schmerz über das spricht, was er und seine Mitstreiter seit mehr als 20 Jahren leisten, klingt das zunächst einmal ernüchternd. „22 Jahre - und es gibt immer noch jede Menge Arbeit für uns zu tun!”

Damit will der Lehrer des Herzogenrather Gymnasiums und Vorsitzende der „Projektgruppe Malabon und Dritte Welt” auch sagen, dass er und seine Mitstreiter nicht gewillt sind, die Hände in den Schoß zu legen.

Seit 1987 versucht Schmerz mit Kollegen und Freunden, die Situation der Menschen - besonders der Kinder - in Malabon zu verbessern. Malabon ist ein Stadtteil der philippinischen Hauptstadt Manila, doch der Begriff Stadtteil erzeugt womöglich falsche Vorstellungen.

Schmerz: „Mittlerweile lebt dort fast eine Million Menschen.” Zwar handelt es sich nicht um ein einziges Armenviertel, doch in den existierenden Slumgebieten leben Menschen unter für Europäer undenkbaren hygienischen Bedingungen auf engstem Raum.

Das erste Projekt, das die Gruppe initiiert hat, war ein Haus der Gesundheit, um die medizinische Versorgung für die Ärmsten der Armen sicherzustellen. Es folgten Projekte für Straßenkinder und ein Schulprogramm. „Die Straßenkinder dürfte es auf den Philippinen eigentlich gar nicht geben”, sagt Herbert Schmerz mit Verweis auf die dortige Schulpflicht.

Doch trotz der Pflicht gingen viele Kinder nicht zur Schule, da sich ihre Eltern weder die Unterrichtsmaterialien noch die Schuluniformen leisten könnten. Hier sprang die Projektgruppe Malabon in die Bresche. Mittlerweile stellt sie vierzig ehemaligen High-School-Schülern Mittel zur Verfügung, damit sie eine College-Ausbildung bekommen.

Tatkräftig

Tatkräftige Unterstützung vor Ort erhält die Initiative seit Beginn von Pfarrer Elpidio Biliran Jr., genannt „Father Boy”. Kürzlich hat er Herbert Schmerz etwas ganz Besonderes zugesandt.

Die Universität in Malabon hatte der Projektgruppe eine Urkunde ausgestellt, die die Hilfe aus Deutschland und die Zusammenarbeit ausdrücklich lobt. Schmerz: „Das ist ein schönes Zeichen dafür, dass unsere Arbeit wahrgenommen wird.” Seine erste Reaktion: „Das hat mich fast umgehauen!”

Ein Symbol

Das Dokument soll einen schönen Platz im Herzogenrather Gymnasium erhalten. „Das Papier ist ein Symbol dafür, mit der Arbeit weiterzumachen. Für die kommenden Jahre hat sich die Projektgruppe bereits neue Ziele gesetzt.”

So habe man sich Gedanken darüber gemacht, wie man junge Menschen ausbilden und sie gleichzeitig an ihre Heimat binden kann. „Damit Familien auch zusammen leben können und das eigene Land von der Arbeitskraft profitiert.”

Das Resultat ist ein Handwerksprojekt auf der Insel Bohol, für das Father Boy derzeit ein passendes Werkstattgebäude und Angestellte sucht.

Vier Mitarbeiter sollen junge Menschen in den Bereichen Elektrik, Kfz-Mechanik, Holzbearbeitung und Eisenverarbeitung unterweisen. In einem Jahr könnte es starten, so Schmerz.

Dazu setzt die Projektgruppe weiterhin auf Hilfe aus der Bevölkerung. Schmerz: „Es fällt uns schwer, angesichts der wirtschaftlichen Lage Spender zu motivieren. Doch trotz allem sollte man den Blick für die Probleme der Dritten Welt nicht verlieren.”
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