Projekt „Vor dem Anfang starten“: Schüler besichtigen Kreißsaal des MZ

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20 Schüler der Hauptschule Würselen mit Baby auf dem Arm: Die Puppen gehören zu dem Projekt „Vor dem Anfang starten“, bei dem ihnen auch von Professor Christian Karl (mitte) der Kreißsaal gezeigt wurde.

Würselen. „Hier geht es los. Hier kommen die Babys auf die Welt.“ Professor Dr. med. Christian Karl, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Medizinischen Zentrum der Städteregion (MZ), begrüßte 20 neugierige Schüler und Schülerinnen der Hauptschule Würselen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren im Kreißsaal des MZ.

Die Schüler waren gekommen, um zu sehen, wo Babys auf die Welt kommen, obwohl jeder einzelne eine Puppe in einer Bauchtrage dabei hatte. Eine Woche lang machten sie bei dem Projekt „Vor dem Anfang starten“ mit, einem Projekt der Städteregion.

Babys können anstrengend sein

„Nachts ist es einfach anstrengend, sich um ein Baby zu kümmern. Da war ich in der Tiefschlafphase, als es geschrien hat. Ich habe es gewickelt und ihm was zu essen gegeben. Dann habe ich es wieder hingelegt. Eine Minute später hat das Baby wieder geschrien. Ich hatte vergessen, dass es noch ein Bäuerchen machen musste.“

Vanessa Elshani (16) möchte mit dem Baby alles richtig machen. Das kontrolliert jeden Morgen ihre Lehrerin Christiane McMellan mit Hilfe eines Computerausdrucks. Darauf stehen die Vergehen der jungen Eltern. Sind die Babys immer gewogen worden? Sind die Windeln gewechselt worden? Ist es gut behandelt worden? Das sind nur einige der Verhaltensweisen, die kontrolliert werden.

„Jungen Menschen schon frühzeitig auf die Erziehungsaufgabe vorzubereiten, ihnen dringend notwendige Kompetenzen zu vermitteln noch bevor sie auf dem Weg sind, Eltern zu werden, das ist Ziel dieses Projektes“, erklärte Christiane McMellan. Junge Menschen sollen wissen, was ein kleines Kind körperlich und seelisch benötigt, um einen guten Start ins Leben zu haben.

Welche Möglichkeiten es gibt, wenn eine Frau ihr Kind auf die Welt bringt, zeigte Professor Karl. Gleich neben drei Kreißsälen gibt es eine große Badewanne, in der die Geburtsschmerzen für die Mutter erträglicher werden können. Es gibt Geburtshocker, auf denen ein Baby zur Welt kommen kann und eine Seilkonstruktion, an die sich die werdende Mutter hängen kann, um ihr Becken zu entlasten. Der Facharzt sprach auch über die Vorsorgeuntersuchungen der Babys, die in einem Heft von Kinderärzten festgehalten werden.

Wie wichtig das Verhalten und die Verantwortung der Mutter sind, hatten die Schüler schon zu Beginn des Projektes begriffen. Da wurden ihnen drei besondere Babys präsentiert: Eines mit einem Glaskopf. „Wenn man das Baby zu sehr schüttelt, weil man genervt vom Schreien ist, sieht man, welche Teile im Gehirn zerstört werden, weil diese aufblinken“, beschrieb Vanessa.

Eines, das eine alkoholkranke Mutter auf die Welt gebracht hat. Es ist nicht richtig entwickelt. Und ein Baby, dessen Mutter in der Schwangerschaft Drogen konsumiert hatte. „Das hat so qualvoll geschrien und die ganze Zeit gezittert, das war schrecklich“, urteilte die 16-jährige Schülerin. Eindrucksvolle Erfahrungen, die die Schüler aus dem Projekt mitnehmen können.

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