Projekt Radschnellweg: Hoffnung auf Umsetzung in fünf Jahren

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
12140779.jpg
Anschauliches Bildmaterial: Die verschiedenen Varianten für einen Radschnellweg wurden lebhaft diskutiert.
12140657.jpg
Arbeitet für die Städteregion Aachen federführend mit an dem Pilotprojekt Radschnellweg: Ralf Oswald erläuterte die Details zur derzeitigen Planung. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Für Ralf Oswald von der Städteregion Aachen war die Sache klar: „Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis“, sagte er gleich zu Beginn des Bürger-Workshops zum Radschnellweg in der Aula der Gesamtschule in Kohlscheid. Damit meinte er vor allem die Beteiligung, denn mit mehr als 50 Anwesenden, gab es ein ähnliches Ergebnis wie bei den Veranstaltungen zuvor in Aachen und in Richterich.

Der Bürger-Workshop, der am Dienstag in Herzogenrath-Mitte noch einmal dazu einlud, sich mit eigener Stimme und eigenen Meinungen über das Pro und Kontra der vorgeschlagenen Routen zu äußern, war nach Ansicht der Städteregion ein weiterer Schritt auf einem Weg mit viel Bürgerbeteiligung.

Nicht nur Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch war von der Resonanz der im Sommer 2015 über ein Internetportal erstmals angestoßenen Beteiligung begeistert. Umweltdezernent Uwe Zink, der den Prozess seitens der Städteregion federführend begleitet, lobte die Bürger. „So eine Beteiligung wie in der Städteregion Aachen gibt es in ganz NRW nicht“, sagte er.

Inhaltlich drehte sich die gut 90-minütige Veranstaltung um viele Details des Pilotprojekts Radschnellweg. Da hatten die Besucher beispielsweise die Möglichkeit, sich auf ausgehängten Plänen über die erwartbare Zahl von Nutzern auf einzelnen Streckenabschnitten zu informieren.

Gleichzeitig wurden auch Streckendetails wie Steigung oder Länge genau aufgezeichnet, selbst Projektionen, wie ein Radschnellweg beispielsweise auf der Roermonder Straße realisiert werden könnte, fehlten nicht. In von eigenen Moderatoren, etwa Volker Wirtz von der Stadt Herzogenrath, erläuterten Stationen konnten sich die Bürger durchfragen und später ihre Meinung auf einem Zettel hinterlassen.

„Dabei stellte sich heraus, dass über die Linienführung für bestimmte Abschnitte wie beispielsweise von Kohlscheid nach Richterich diskutiert wurde“, sagte Ralf Oswald im anschließenden Resümee. Da lagen die Meinungen teilweise recht weit auseinander, so dass zumindest an diesem Abend in Kohlscheid für diese Linie kein eindeutiger Favorit gewählt werden konnte. Andererseits sprachen sich die Anwesenden durch ihre Meinungen auch dafür aus, dass eine Variante mit sehr starker Steigung besser nicht umgesetzt werden sollte.

Deutlich wurden aber auch noch zwei andere Dinge: Zum einen betonte Oswald, dass die Streckenführungen der drei möglichen Varianten in der abschließend zur Planung vorgelegten Form durchaus auch eine Kombination aller sein könnten. Zum Zweiten war der Kostenfaktor einer der am meisten nachgefragten Punkte.

Hier konnte Ralf Oswald zumindest eine Lösung in Aussicht stellen. So sprach er von einer aktuell laufenden Gesetzesinitiative, die das Land in die alleinige Trägerschaft bringen würde, zumindest auf dem kompletten Stadtgebiet von Herzogenrath. Diese Kostenübernahme könnte nach Ratifizierung des Gesetzes ab der zweiten Jahreshälfte für Kommunen unter 80.000 Einwohner gelten. Dann würde das Land die komplette Strecke auf Herzogenrather Gebiet nicht nur bauen, sondern auch für den Unterhalt sorgen.

Zuletzt wurde am Abend in Kohlscheid auch deutlich, dass die Naturschutzgebiete von den Planungen nicht berührt werden. Was nun aus der Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg wird, war natürlich auch von Interesse. „Bis zur Sommerpause legen wir der Politik eine Linienführung vor“, sagte Uwe Zink zu. Mit den danach folgenden baurechtlichen Vorgängen wie Umweltverträglichkeitsanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse und schließlich allen nötigen politischen Entscheidungen im Hinterkopf, hofft Zink auf eine Umsetzung in gut fünf Jahren.

Die Kritik zu schlechten bestehenden Radwegen ließ Zink nicht außen vor. „Ja, das gibt es, und wir werden wieder mehr Probleme haben, wenn das Grün sprießt“, sagte Zink. Hier seien aber auch die Bürger gefragt, ihre Kommunen zu informieren, damit Abhilfe geschaffen wird.

„Seien Sie kritisch als Radfahrer“, forderte Zink auf, gleichzeitig sah er ein großes Hemmnis für den Radschnellweg aber auch in den Köpfen der Menschen. Denn nur, wenn der Radschnellweg die angestrebte Qualität habe, wenn er zügige Fortbewegung ohne viele Kreuzungen erlaubt, und wenn es möglich sei, Autostaus mit dem Rad zu umfahren, dann könne das Konzept auch aufgehen. „Und es muss sich auch in den Köpfen etwas ändern, damit es funktioniert“, schloss Zink.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert